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MSB Technology Cascade DAC

27.08.2024 // Dirk Sommer

Genaugenommen handelt es sich nicht um einen, sondern um zwei Taktgeber: je einen für die 44,1- und die 48-Kilohertz-Abtastraten-Familie. MSB setzt auf zwei verschiedene Oszillatoren, um auf Schaltungen zur Generierung der beiden Taktraten aus dem Signal nur eines Oszillators verzichten zu können. Denn diese Schaltungen würden dem sensiblen Clock-Signal Störungen und Verzerrungen hinzufügen. Die Oszillatorschaltung der Frequenzfamilie, die gerade nicht benötigt wird, wird deaktiviert, so dass die aktive Frequenzfamilie davon nicht beeinträchtigt werden kann. Auf der Firmen-Website wird auch noch einmal dargelegt, dass es bei einer Clock für Audio-Anwendungen nicht um die Exaktheit des Taktes über längere Zeit, sondern um die Minimierung des Jitters und des Phasenrauschens geht. Die dritte Komponente des Cascade-DAC-Systems ist die Powerbase, das aufwendige analoge Netzteil für den DAC. Um Verunreinigungen des Stroms durch lokale Computer, Beleuchtungen und Haushaltsgeräte zu reduzieren, liegt vor den drei, nach MSB-Spezifikationen gewickelten Transformatoren mit hoher Leistung ein zusätzliches Wechselstrom-Filter. Auf der Sekundärseite der elektrisch und magnetisch geschirmten Trafos entfernen dann Spulen- und Kondensatorbänke nach den diskreten Siliziumkarbid-Gleichrichtern einen Großteil des Restrauschens aus dem Gleichstrom. Dieser wird dann von diskreten, extrem rauscharmen linearen Stromversorgungen stabilisiert. Die fünf einzelnen Spannungen stehen für den Cascade-DAC dann an einer zehnpoligen Buchse bereit. Die Buchsen hat MSB ebenso wie das sogenannte „Summit-Kabel“ mit dem Schweizer Unternehmen Fischer Connectors entwickelt.

Oben die vier Eingangsmodule im Digital Director, darunter die analogen Ein- und Ausgänge der DAC/Vorstufen-Kombination
Oben die vier Eingangsmodule im Digital Director, darunter die analogen Ein- und Ausgänge der DAC/Vorstufen-Kombination

Da in der vergleichsweise schnelllebigen Digitaltechnik immer mal wieder neue Schnittstellen hinzukommen und bisher bewährte an Bedeutung verlieren, würden Geräte mit einer gewissen Anzahl fixer Eingänge in recht kurzer Zeit nicht mehr aktuell sein und an Wert verlieren. Deshalb stattete MSB schon seine früheren DACs und nun den Director mit Steckplätzen für Eingangsmodule aus. Im Lieferumfang des Cascade-Systems ist ein „Optical/Coaxial Module“ mit je einem Cinch- und Toslink-Eingang enthalten, das einen von vier Steckplätzen belegt. Wie beim optional erhältlichen „Balanced XLR Module“ gibt es hier eine BNC-Buchse als isolierten Word-Sync-Ausgang zur Taktung der die Signale liefernden Geräte. Da die Daten- und Bit-Raten sowie die Datenformate bei S/PDIF-Verbindungen eingeschränkt sind, empfiehlt es sich natürlich, universeller einsetzbare Module zu verwenden. Nach meinen bisherigen Erfahrungen führen über Ethernet bezogene Daten zu besseren klanglichen Ergebnissen als solche, die über USB angeliefert werden. Daher ist für mich beim Test der „Network Renderer V2“ der Eingang der Wahl. MSB hat seine eigene Prozessorkarte und Software mit Blick auf klangliche Leistung und geringes Rauschen entworfen. Die Renderer-V2-Schnittstelle, die MQA- und Roon-kompatibel ist, ersetzt eine hochwertige externe Streaming-Bridge, ist – nicht nur für MSB-Verhältnisse – mit einem Preis von 2050 Euro kundenfreundlich kalkuliert und läuft mit der JPLAY-App völlig stabil.

Die Powerbase stellt die Energie für die DAC/Vorstufen-Kombination bereit
Die Powerbase stellt die Energie für die DAC/Vorstufen-Kombination bereit

Wer eine USB-Verbindung bevorzugt, hat die Wahl: Da gibt es zum einen den ganz normalen „USB-Input“, der Datenraten bis 384 Kilohertz und DSD256 akzeptiert und von dem es auch eine MQA-Variante gibt. Besser als über diesen Eingang klang USB beim Test der Reference DAC aber, als dieser mit dem „ProISL Interface“ bestückt war, das über ein Lichtleiterkabel mit dem „ProUSB-Input“ verbunden war. Ob diese Art der galvanischen Trennung zwischen USB-Quelle und MSB-Wandler auch beim Cascade-System, bei dem zwischen dem Director und dem DAC Daten sowieso nur per Lichtwellenleiter übertragen werden, vorteilhaft ist, kann ich in Ermangelung eines pro ProUSB-Input leider nicht beurteilen. Schließlich bieten die amerikanischen Digital-Spezialalisten noch das „Dual ProI2S Input-Module“ für die Verbindung mit älteren Komponenten aus eigener Produktion an. Die Belegung der Kontakte ist mit üblichen HDMI-Schnittstellen nicht kompatibel. Die Bereitstellung von unterschiedlichen Eingangsmodulen ist erfreulicherweise nicht die einzige Maßnahme, mit der Jonathan und Daniel Gullman die Investition in ihre Komponenten zukunftssicher gestalten möchten. Wie Jürgen Sachweh, Chef des deutschen MSB-Vertriebs Hifi2Die4, anmerkte, werden „alte“ DACs zu sehr großzügigen Konditionen zurückgenommen, wenn ein Upgrade auf ein neues, höherwertiges Gerät stattfindet. Sein Beispiel: Wenn ein Kunde einen Premier DAC für 31.000 Euro gekauft hat und nach 2 Jahren gerne den Cascade DAC für 109.000 Euro kaufen möchte, dann werden die 31.000 Euro voll auf den Preis von 109.000 Euro angerechnet.


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