tests/24-10-01_sikora
 

J. Sikora Reference Line und KV12 MAX

01.10.2024 // Dirk Sommer

Die höchst interessanten Laufwerke von Janusz Sikora entdeckte ich 2014 beim ersten Besuch der Audio Video Show. In der Folge traf ich den sympathischen Entwickler und seinen Sohn Robert nicht nur in Warschau, sondern, seit LEN Hifi den Vertrieb übernahm, auch auf deutschen Messen. Jetzt konnte ich endlich eines Plattenspielers habhaft werden.

Die letzten Modalitäten des Tests besprachen wir vor fast einem Jahr während des Dinners zur Verleihung der Statements in High Fidelity. Denn der Kollege Wojciech Pacuła hatte den J.Sikora Tonarm KV12 MAX mit einem Award bedacht. WestminsterLab-Entwickler Angus Leung, dessen Vor/Endverstärker-Kombination ich prämiert hatte, war übrigens mit von der Partie. In der trauten Runde erzählen die beiden Preisträger natürlich auch ein wenig über ihre Firmengeschichte, wobei Robert Sikora die Ausführungen seines Vater für die nicht Polnisch Sprechenden übersetzte. So erfuhr ich dann, dass Janusz Sikoras erster Messeauftritt mit seinen Plattenspielern mit meinem ersten Warschau-Besuch zusammenfiel. Zu Wojciech Pacułas und meiner Überraschung wußte er auch davon zu berichten, dass Hifistatement wohl das erste Magazin war, das nach einem Test fragte – was aber leider keinen Sinn machte, bevor ein deutscher Vertrieb gefunden war.

Der J.Sikora Reference ist ein analoges Monument voller Eleganz
Der J.Sikora Reference ist ein analoges Monument voller Eleganz

Janusz Sikora verdiente seinen Lebensunterhalt in der Metallindustrie. Laut Selbstauskunft ist er schon seit über 45 Jahren ein Audiophiler. In seiner Jugend spielte er Gitarre und zwar über die von seinem Vater produzierten Bühnenverstärker. Da war es naheliegend, dass er bald auch selbst Röhrenverstärker baute. 1997 feierten dann die symmetrisch ausgelegten Röhrenverstärker der Marke Burdjak & Sikora auf der Audio Video Show Premiere und erregten großes Interesse, da sie als Partner für die dort erstmals vorgestellte Focal Utopia agierten. Als sich die beiden Firmengründer trennten, gab Janusz Sikora den Bau von Röhrenverstärkern auf. Zur Entwicklung von Plattenspielern ist er dann gekommen wie die meisten Hifi-Hersteller: Als Audiophiler war er mit einem gekauften Produkt unzufrieden, begann es zu modifizieren und konstruierte schließlich ein von Grund auf eigenes Modell, wobei ihm natürlich seine Kenntnisse in Metallurgie ebenso zugute kamen wie der Zugriff auf Metallbearbeitungsmaschinen. Dabei war es sein Ziel, bei seinen Kreationen durch die Kombinationen verschiedener Metalle oder ihrer unterschiedlichen Legierungen Resonanzen zu unterdrücken. Auch wenn er recht klare Vorstellungen von deren klanglichen Eigenschaften habe, bildeten diese aber nur eine Ausgangsbasis für eine Vielzahl von Experimenten, aus denen sich dann das fertige Produkt herauskristallisiere, erzählte er freimütig. Einen ebenso großen Einfluss auf das Resonanzverhalten wie die Mehrschichtstrukturen aus verschiedenen Metallen habe natürlich auch die Wahl ihrer Proportionen.

Die Basisplatte ist ein integraler Bestandteil des Laufwerks. Lagerblock, Motorengehäuse und Tonarmbasis bestehen aus Edelstahl und Bronze
Die Basisplatte ist ein integraler Bestandteil des Laufwerks. Lagerblock, Motorengehäuse und Tonarmbasis bestehen aus Edelstahl und Bronze


  • XACT N1 Switch

    Manchmal dauert es etwas länger, bis ein Test zustande kommt. Nicht immer ist ein Testgerät auf Hersteller- oder Vertriebsseite für Hifistatement verfügbar und dann müssen bei uns auch noch die entsprechenden Testkapazitäten vorhanden sein. Doch nun hat endlich alles geklappt und ich kann Ihnen den XACT N1-LAN-Switch vorstellen. XACT ist die jüngste Marke von Marcin Ostapowicz, der seit 2010 in der High-End-Audio-Branche tätig ist und sich von Anfang an auf die Streaming-orientierte digitale Audiowiedergabe spezialisiert…
    22.05.2026
  • Aavik I-288

    Im dänischen Aalborg befindet sich eine Hifi-Schmiede der Extraklasse. Hier produzieren Michael Børresen und sein Team Produkte, die nicht nur elegant aussehen, sondern auch mit außergewöhnlichen technischen Features ausgestattet sind – wie der Vollverstärker Aavik I-288, den uns die Audio Group Denmark zum Test geschickt hat. Wenn man sich in der Hifi-Welt umsieht, könnte man meinen, dass die Audio Group Denmark zu den jüngeren Unternehmen in der Szene gehört. Doch man sollte sich nicht täuschen…
    19.05.2026
  • Scansonic HD M15.2

    Scansonic HD gehört seit 2013 wie die wohlbekannte dänische Edelschmiede Raidho zur Firmengruppe Dantax. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass in die Lautsprecherlinien von Scansonic immer auch die in der Entwicklung der High-End Lautsprecher von Raidho gewonnenen Erkenntnisse einfließen. Der Bändchenhochtöner der M-Serie kommt folglich nicht von ungefähr. Trotzdem spricht Scansonics M-Serie eine eigene, starke und wie ich finde sehr moderne Designsprache. Für eine Serie, bei der eine besonders attraktive Preisgestaltung eine große Rolle…
    15.05.2026
  • Chord Company ChordMusic Kabel

    Ich hatte schon einiges über die Kabel der englischen Chord Company gehört, aber bisher noch nicht das Vergnügen, eines davon in meiner Anlage zu hören. Deshalb war meine Vorfreude ausgesprochen groß, als ich den Auftrag erhielt, XLR-Verbindungen und Lautsprecherkabel der Top-Linie mit dem Namen ChordMusic einem ausführlichen Test zu unterziehen. Die Chord-Produkte werden seit 2017 von DREI H in Deutschland und Österreich vertrieben. Da ich in Hamburg lebe und der Vertrieb ebenfalls in der Hansestadt…
    13.05.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System – an approximation

    I reviewed Wilson Benesch's first turntable in 1996, and the second two years later. Getting hold of the third for a review shouldn't have been a big deal, I thought. But it was – for several reasons: It's a really big thing, weighing over 350 kilograms, and the accompanying white paper is 138 pages long. The fact that the Prime Meridian system, if I remember correctly, is the most expensive product ever tested by hifistatement.net…
    11.05.2026
  • Harbeth Super HL5plus XD2

    Der HL5 ist das älteste Modell von Harbeth und gehört nach wie vor zum aktuellen Sortiment. Seine Geschichte reicht fast 50 Jahre zurück und begann 1977, als H.D. Harwood, ein ehemaliger BBC-Ingenieur, als Erster Polypropylen für die Membranen der Treiber einsetzte. Übrigens steht „HL“ für die Vornamen von Harwood und seiner Frau Elisabeth. Vom HL5 zum Super HL5plus XD2 Die originalen HL-Monitor-Modelle, vom Mk 1 bis zum Mk 4, wurden zwischen 1977 und 1988 hergestellt.…
    08.05.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.