tests/24-10-11_hiby
 

HiBy FD5 SE

11.10.2024 // Dirk Sommer

Der symmetrische und unsymmetrische Kopfhörerausgang
Der symmetrische und unsymmetrische Kopfhörerausgang

Ich wechsele zur höheren Verstärkung und zurück zu Class-A. Hier lande ich bei einer Lautstärkeeinstellung von „54“. Auch in Spielpausen ist nicht das geringste Rauschen zu hören, und auch klanglich gibt es nichts auszusetzen. Die Musiker scheinen sogar ein wenig mehr Lust an ihrem Tun zu haben als in der „LO“-Einstellung. Aber auch mit der höheren Verstärkung gefällt mir der Class-B-Betrieb minimal besser. Die Unterschiede sind so, wie ich sie schon bei der niedrigeren Verstärkung beschrieben habe. Bei Class-AB gibt es einfach einen Hauch mehr Informationen in einem minimal offeneren Raum. Und das wiegt für mich der kleine Schuss mehr Geschmeidigkeit bei Class-A nicht auf.
Um überhaupt einen Anhaltspunkt zu haben, vergleiche ich den HiBy kurz mit dem damals etwa ebenso teuren, nicht mehr aktuellen Mojo, Chord Electronics' kleinem DAC/Kopfhörerverstärker für den mobilen Einsatz: Beim ersten Teil von Keith Jarretts Köln Concert wird der FD5 in den oben erwähnten Einstellungen seinem Anspruch als Desktop-Gerät voll gerecht: Er verwohnt mit einer ein Stückchen größeren Abbildung, einer einen Tick lebendigeren Spielweise und einer besseren Durchzeichnung. Da kann ich beruhigt aufhören, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Neben den beiden Line-Ausgängen liegt die USB-C-Buchse
Neben den beiden Line-Ausgängen liegt die USB-C-Buchse

Der Härtetest für jeden Verstärker ist – wie erwähnt – der Betrieb mit dem ausgesprochen wirkungsgradschwachen Stealth. Für mich, der ich zumindest bei Kopfhörern kein ausgesprochener Lauthörer bin, reicht die Leistung des HiBy am unsymmetrischen Ausgang so gerade aus, um genussvoll längere Zeit zu hören. Der symmetrische Ausgang hat so viel Schub, dass es für mich bei Pop-Produktionen bei Werten über „80“ schon unangenehm wird. Zumindest für meine Hörgewohnheiten reicht die Leistung des FD5 auch im Zusammenspiel mit dem Dan Clark Audio völlig aus.
Abschließend kann der HiBy noch zeigen, wie gut er als reiner Wandler arbeitet. Dafür habe ich den symmetrischen Ausgang mit den entsprechenden Eingängen des WestminsterLab Quest verbunden. Ein kurzer Versuch zeigte, dass der Wahlschalter für die Verstärkung keine Auswirkung auf die Line-Ausgänge hat. Damit auch die Lautstärkeregelung möglichst wenig Einfluss auf den Klang nimmt, habe ich den Wert „100“ eingestellt und dann von Arild Andersens Album Mira „Raijin“ gestartet: Unglaublich, wie kraftvoll die Pauken in einem großen virtuellen Raum erklingen, von wieviel Luft die Flöte umgeben ist, und wie lebendig das Ganze rüber kommt. Ohne Vergleich vermisse ich da gar nichts.

Die Schiebeschalter erlauben die Wahl der Betriebsart und des Verstärkungsfaktors für die Kopfhörerausgänge
Die Schiebeschalter erlauben die Wahl der Betriebsart und des Verstärkungsfaktors für die Kopfhörerausgänge


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