tests/25-04-01_aavik
 

Aavik SD-880 Streamer/DAC

01.04.2025 // Roland Dietl

Lassen Sie sich von unseren Bildern nicht täuschen, die Abmessungen des SD-880 sind gewaltig und das Gewicht von 37 Kilogramm ist für einen DAC außergewöhnlich hoch. Doch hier geht es nicht um schiere Größe. Resonanzkontrolle und Störgeräuschunterdrückung sind die Leitlinie, die sich wie ein roter Faden durch alle Produkte der Audio Group Denmark und ganz besonders durch den SD-880 ziehen. Das „Verbot“ von Aluminium ist eine weitere Maxime, während Materialien wie Kupfer, Titan und Zirkonium aufgrund ihrer mechanischen und abschirmenden Eigenschaften überaus geschätzt werden. Das gesamte Innengehäuse des SD-880 ist aus Kupfer gefertigt. Da Kupfer sehr schwer ist, kann es Vibrationen gut dämpfen und hat gleichzeitig hervorragende Abschirmungseigenschaften für die empfindliche Elektronik im Inneren des Geräts. Gleichzeitig wird Kupfer aber auch gekonnt als Design-Element eingesetzt. Deckplatten und Gehäuseboden bestehen aus Holzlaminat, wobei die Bodenplatte zusätzlich zwischen einer Kupferplatte auf der Ober- und einer Titanschicht auf der Unterseite „eingeklemmt“ ist. Boden- und Deckplatten fungieren als Anti-Resonanz-Einsätze, welche die gesamte Gehäusestruktur stabilisieren und dämpfen sollen.

Die optisch und haptisch ansprechende Fernbedienung im zum SD-880 passenden Farbschema
Die optisch und haptisch ansprechende Fernbedienung im zum SD-880 passenden Farbschema

Das Gerät steht auf vier massiven Dämpfungsfüßen, die von innen hohlen Sockeln aufgenommen werden, so dass die Füße konstruktionsbedingt von außen fast vollständig verborgen bleiben und dennoch Kontakt mit dem Regalboden halten. Die Antivibrationsfüße stammen von der Schwesterfirma Ansuz und sind ein weiterer wichtiger Baustein des gerade angesprochenen Resonanzkontollsystems. Zum Einsatz kommt das Topmodell Ansuz Darkz Z2 Signature. Jeder Fuß besteht aus drei runden Scheiben, wobei jede der beiden oberen Scheiben auf drei Zwischenlagerkugeln ruht. Die Scheiben sind mit mehreren Schichten aus Wolfram, Zirkonium und Aluminium-Titannitrid beschichtet und für die Kugeln kommt Wolfram zum Einsatz. Im Inneren des SD-880 finden wir weitere bekannte Technologien der Aavik-Macher. Dazu gehört das Resonant-Mode-Netzteil. Das ist ein Schaltnetzteil, das nicht – wie sonst üblich – mit Rechtecksignalen, sondern mit Sinuswellen getaktet wird und dessen Arbeitsfrequenz sich in Abhängigkeit zur benötigten Leistung anpasst. Diese Art von Netzteil soll nicht nur schnell, stark und effizient, sondern auch sehr störgeräuscharm sein. Um das Grundrauschen dieser „Rohstromversorgung“ weiter zu reduzieren, kommen besonders rauscharme lineare Spannungsregler zum Einsatz. Von der Qualität dieser Art der Stromversorgung konnten wir uns bereits beim Test des Vorverstärkers C-880 und der Phonostufe R-580 überzeugen.

Hier haben sich die beiden Schöpfer des SD-880 – Michael Børresen und Flemming Erik Rasmussen – verewigt
Hier haben sich die beiden Schöpfer des SD-880 – Michael Børresen und Flemming Erik Rasmussen – verewigt

Für die Unterdrückung von Störgeräuschen wird auf die ebenfalls von der Schwesterfirma Ansuz stammende Tesla-Spulen-Technologie zurückgegriffen. Das Prinzip der Tesla-Spulen-Technologie basiert auf zwei gegeneinander gewickelten Spulen: einer Spule und einer Gegenspule oder in Ansuz' Worten: „eine doppelte invertierte Spule“. Wenn eine der beiden Spulen auf eine Spannungsspitze trifft, soll im gegengewickelten Teil der anderen Spule eine Gegenspitze induziert werden, welche die störende Spannungsspitze neutralisiert. Diese Tesla-Spulen sind im SD-880 in verschiedenen Ausführungen verbaut. Wir finden zum einen aktive Tesla-Spulen; das sind Tesla-Spulen, die mit Strom versorgt werden, was eine deutlich niedrigere Impedanz und damit eine bessere Fähigkeit zur Rauschunterdrückung gewährleisten soll. Die aktive Version soll etwa drei- bis viermal so effizient sein wie passive Tesla-Spulen. Zum anderen erkennen wir aktive quadratische Tesla-Spulen, die direkt in die Leiterplatten integriert sind – jeweils eine Spule auf der Oberseite und die Gegenspule auf der Rückseite. Das Prinzip ist genau das gleiche wie bei der aktiven Tesla-Spule. Darüber hinaus werden Tesla-Spulen auch in der analogen Dithering-Schaltung verwendet. Diese Schaltung sendet pulsierende Signale mit genau definierten Frequenzen aus, also letztlich eine Form von Rauschen. Wenn dieses dem Nutzsignal hinzugefügt wird, soll das zu einem verbesserten Dynamikbereich führen und dazu beitragen, dass Signale, die zuvor durch Hintergrundgeräusche verdeckt waren, hörbar werden. Und schließlich finden wir noch Tesla-Spulen, die um einen Stab aus Zirkonium gewickelt sind (Active zirconium anti aerial resonance Tesla coil). Zirkonium enthält etwa 5 Prozent Ferritverunreinigungen, die ein schwaches magnetisches Verhalten zeigen. Das haben wir schon bei den Sortz Steckern kennengelernt. Generell gilt für alle Spulen-Varianten: werden mehrere dieser Spulen parallel geschaltet erhöht sich die Fähigkeit zur Unterdrückung von Störungen. Oder anders ausgedrückt: Klotzen, nicht kleckern ist angesagt. Im SD-880 finden wir insgesamt 314 handgewickelte, aktive Tesla-Spulen, 663 aktive quadratische Tesla-Spulen, 35 Dither-Schaltkreise und zwei aktive Zirkonium Tesla-Spulen.


  • Keces Ewave

    Nein, wir werden nicht zur PR-Abteilung von Keces oder Robert Ross' Vertrieb, der die Produkte aus Taiwan in Europa betreut und hierzulande vertreibt. Doch bei einem Gespräch über den Ephono+ merkte Robert Ross an, dass er soeben das erste Null-Serien-Modell des Keces-Switch erhalten habe und uns zusenden könne. Da konnte ich nicht widerstehen. Da die Serienmodelle noch im Januar ausgeliefert werden, kann ich mir mit dem Bericht über das Switch auch nicht allzu lange Zeit…
    09.01.2026
  • Keces Ephono+

    Nein, ich werde mich ab sofort nicht mehr nur mit günstigen Hifi-Komponenten beschäftigen, auch wenn durch den Test des erschwinglichen Eversolo DAC-Z10 und des Ephono+ der Eindruck entstehen konnte. Denn obwohl Keces der Signalverarbeitung und dem Netzteil je ein eigenes Gehäuse spendiert, ist die Phonostufe für gerade einmal 1.200 Euro zu haben. Ich habe zwar gegenüber Komponenten mit moderaten Preisen genau so wenig Berührungsängste wie gegenüber solchen mit exorbitant hohen – wie sich Anfang des…
    23.12.2025
  • Galion Audio Navy Röhrenvorverstärker

    Wir haben das röhrenbestückte Vorverstärker-Flaggschiff Navy des jungen kanadischen HiFi-Unternehmens Galion Audio unter die Lupe genommen. Der Line-Vorverstärker mit vier Doppeltrioden 12AT7 (ECC81) wartet nicht nur mit hochwertigen Bauteilen auf, sondern er ist das spannende Designprodukt eines high-fidelen Überzeugungstäters. Mir sagte der Markenname Galion Audio bislang wirklich gar nichts. Das junge Unternehmen aus Québec in Kanada wurde 2020 von Thomas Tan, einem passionierten Audiophilen, YouTuber („Thomas & Stereo“) und Content Creator, gegründet. Ziel war, seine…
    16.12.2025
  • Eversolo DAC-Z10

    Meine beiden D/A-Wandler, der DAVE im Arbeits- und der HUGO TT2 im Wohnzimmer, werden serienmäßig von Schaltnetzteilen gespeist. Bei letzterem kommt seit einiger Zeit ein Ferrum Hypsos, bei Chord Electronics Topmodell ein lineares Dreifach-Netzteil zum Einsatz. Ein solches versorgt auch den Eversolo DAC-Z10 – zum Preis von 2.000 Euro. Und nein, es sind keine drei ausgelagerten Stromversorgungen, für die der genannte Preis gilt. Dafür bekommt man das vollständige Topmodell unter Eversolos DACs. Es ist schon…
    09.12.2025
  • Raidho X2.6 Standlautsprecher

    Mit Lautsprechern von Raidho haben wir uns bei Hifistatement schon öfter beschäftigt. Im Fokus standen dabei die Kompaktlautsprecher TD1.2 aus der TD-Serie sowie X1t und X1.6. aus der X-Serie. Diesmal haben wir den Standlautsprecher X2.6 zu Gast, das aktuell größte Modell der X-Serie. Raidho verspricht, mit der X-Serie besonders viel Leistung – sprich Klangqualität – für den aufgerufenen Preis zu bieten. Wobei, „billige“ Lautsprecher – ganz gleich nach welchem Maßstab - hat Raidho noch nie…
    02.12.2025
  • Canor Virtus A3

    Zur diesjährigen HighEnd stellte Canor den Virtus A3 Hybrid-Vollverstärker vor. Der lockt mit einem integrierten Digital-Analog-Wandler und einer diskret aufgebauten Phono-Vorstufe für MM- und MC-Tonabnehmer. Sowohl seine Technik als auch die Ausstattung bieten Ungewöhnliches. Vor allem aber soll er klanglich beeindrucken. Das slowakische Entwickler-Team konnte mich bereits vor einem Jahr überzeugen: Der Vollverstärker Virtus I2 aus der Premium Line musizierte in meinem Hörraum wie keiner zuvor in dieser Preisklasse. Der war ein gestandener Röhren-Vollverstärker. Auch…
    28.11.2025

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.