tests/25-06-17_silentpower
 

SilentPower Omni LAN

17.06.2025 // Dirk Sommer

Das Menü für die Erdungsarten öffnet sich nach dem Tippen auf „OK“. In der Einstellung „DC/RF“ sind laut Bedienungsanleitung die Gleichstrommasse und die Hochfrequenz-Masse mit einem gemeinsamen Punkt verbunden
Das Menü für die Erdungsarten öffnet sich nach dem Tippen auf „OK“. In der Einstellung „DC/RF“ sind laut Bedienungsanleitung die Gleichstrommasse und die Hochfrequenz-Masse mit einem gemeinsamen Punkt verbunden

Vor dem Onmi LAN ist mir kein anderes Switch begegnet, bei dem man verschiedene Erdungsarten wählen kann. Die erste firmiert unter der Bezeichnung „DC/RF“. In dieser Variante sind laut Bedienungsanleitung die Gleichstrommasse und die Hochfrequenz-Masse mit einem gemeinsamen Punkt verbunden. Dadurch sollen Störgeräusche und elektromagnetische Einstreuungen unterdrückt werden. Diese Erdungsart sei für Umgebungen gedacht, in denen die Stabilität der Stromversorgung und die HF-Abschirmung von entscheidender Bedeutung seien. Entscheide man sich hingegen für „RF“, würden allein die Hochfrequenzströme geerdet, die sonst das Signal stören könnten. Diese Variante sei für Umgebungen die erste Wahl, die für hochfrequente Einstreuungen anfällig seien. Die Einstellung „ISO“ wird empfohlen, wenn Störgeräusch durch Erdschleifen auftreten könnten: Das Gerät werde vom primären Erdungssystem getrennt. Ich muss zugeben, dass diese Ausführungen für mich teils recht opak bleiben. Da hilft wohl nur, die drei Varianten auszuprobieren.

Alle bisher geschilderten Klangeindrücke habe ich mit der Werkseinstellung für die Erdungsart gewonnen: „DC/RF“. Bei Jack DeJohnette und Keith Jarretts „You Know, You Know“ vom Album Ruta And Daitya vermisse ich nicht das Geringste und erfreue mich an den verzerrten, teils mit einem Wah-Wah veredelten Klängen des Fender Rhodes, den schimmernden Becken und der fetten Bass Drum. Es ändert sich zwar nichts Grundlegendes, wenn man die Erdungsvariante „RF“ wählt, doch erscheint dann der imaginäre Raum noch ein ein wenig größer und die Klangbalance verschiebt sich minimal in Richtung Höhen. Die Becken strahlen eine Winzigkeit intensiver, dafür verliert die Bass Drum einen Tick Druck. Carla Bleys „Life Goes On“ vom gleichnamigen Album zieht mich in dieser Erdungsart sofort in seinen Bann. Das ändert sich auch nicht, wenn das Omni LAN nach der Wahl von „ISO“ vom Erdungsssystem getrennt ist. Nun kommen die Transienten bei den Einsätzen des Saxophons noch unmittelbarer rüber und der Saal trägt eine wenig mehr zum Klangeindruck bei. Bei diesem Files gefällt mir die Erdungsvariante am besten, auch wenn sie Steve Swallows Bass ein bisschen Druck raubt. Aber geht hier ja nicht um eine absolute Empfehlung, sondern um die Erkenntnis, dass die Veränderung des Erdungskonzepts durchaus klangliche Auswirkungen hat und damit ein willkommene Möglichkeit zum Feintuning bietet.

In der Variante „RF“ wird nur die Schirmung gegen hochfrequente Einstreuungen geerdet. „ISO“ wird zur Vermeidung von Brummschleifen empfohlen. Das Gerät wird vom primären Erdungssystem getrennt
In der Variante „RF“ wird nur die Schirmung gegen hochfrequente Einstreuungen geerdet. „ISO“ wird zur Vermeidung von Brummschleifen empfohlen. Das Gerät wird vom primären Erdungssystem getrennt


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