tests/25-07-25_supreme
 

HiFi-Tuning Supreme³

25.07.2025 // Finn Corvin Gallowsky

In einem unserer letzten Telefongespräche kamen Vertriebschef Jan Sieveking und ich auf das Thema Sicherungen. Wir waren neugierig, ob und wenn ja welche Auswirkungen sich in meiner preislich insgesamt eher moderaten Kette einstellen würden und wie ich diese einordne. Kurz danach lag ein kleines Päckchen HiFi-Tuning Sicherungen in meinem Hörraum.

HiFi-Tuning bietet Gerätesicherungen in verschiedenen Ausführungen an. Ich beschäftige mich in diesem Test mit der weit verbreiteten Standardgröße von 5x20 Millimetern. Wie üblich werden die Sicherungen mit unterschiedlichen Absicherungswerten und mit träger oder flinker Auslösecharakteristik angeboten. Sie werden in Deutschland gefertigt und sind IEC 60127-2 konform. Die günstigste Sicherung verfügt über einen Sicherungsdraht aus Cardas-Kupfer, es folgt eine Silber/Gold-Legierung und schlussendlich eine Ausführung mit aufgesetztem Naturdiamanten. Die letzten zwei Sicherungstypen hat Jan mir zum Test geschickt. Die meisten, die mit Sicherungen in ihrer Kette experimentiert haben, wissen wahrscheinlich schon ungefähr, was Sie erwartet. Für alle anderen: Lesen Sie gerne weiter, auch wenn die Skepsis überwiegt. So bin auch ich in dieses Thema gestartet. Ich habe dabei übrigens wie üblich vor meiner eigenen Klangbeschreibung keine Informationen über die Sicherungen gelesen.

Dass man vor Auswechseln der Sicherungen den Netzstecker ziehen muss, sollte sich von selbst verstehen. Schließlich haben wir mit Spannungen um die 230 Volt zu tun, die nicht nur gefährlich, sondern im schlimmsten Fall tödlich sein können. Sofern Austauschsicherungen mit identischen Werten zum Einsatz kommen, besteht nach wie vor der vorgesehene Geräteschutz. Eine ausgetauschte Sicherung ist somit nicht gefährlich, nur beim Austausch selbst sollte eben penibel auf Stromfreiheit geachtet werden. Sollte man sich dies nicht zutrauen, schlägt Jan Sieveking vor, doch einen Elektriker oder HiFi-Händler hinzuziehen.

Alle in diesem Test eingesetzten Sicherungen im Überblick
Alle in diesem Test eingesetzten Sicherungen im Überblick

Zuerst möchte ich die Silber/Gold-Sicherungen ohne Diamanten testen. Ich beginne mit dem Austausch ganz hinten in der Kette, bei meiner Endstufe, damit der Weg frei ist für kleine Veränderungen, die bei einem Wechsel der Sicherung meines DAC- oder Switch-Netzteils auftreten. Offen gestanden habe ich mit keiner Veränderung gerechnet. Umso überraschter bin ich, dass sich Brad Mehldaus einfühlsame Interpretation von Elliot Smiths „Between the Bars“ vom neuen Album Ride Into The Sun mit spritziger Offenheit und Brillanz zu einer musikalisch emotionaleren Darbietung aufschwingt. Details wie der Rauschteppich zu Beginn – das Arbeitsrauschen eines Mikrofonvorverstärkers? – oder die Besenstriche auf der Snare sind viel leichter auszumachen und verschwinden nicht mehr im Hintergrund der Komposition. Aus elektrotechnischer Sicht bin ich ein bisschen ratlos und kann mir nicht erklären, warum die Sicherung es rausreißt. Ich werde es nicht mit einer Pseudoerklärung oder Messung versuchen, sondern begnüge mich mit Verwunderung. Für mich gilt hier die Devise: Selbst probieren und entscheiden, ob die Investition unabhängig von Messwerten oder Elektrotechnik für die eigene Anlage, den eigenen Geldbeutel und das eigene Ohr Sinn macht. In meiner Anlage habe ich den Eindruck, dass das Musikstück insgesamt einen Schwung mehr Durchhörbarkeit, einen Hauch mehr Instrumentenseparation, aber vor allem vehementere Dynamik in den ersten Millisekunden von einzelnen Noten mitbekommt und so lebendiger wirkt. Jedes der Instrumente profitiert in meinen Ohren davon. Das Klavier wirkt freischwebender, der Bass substanzieller und das Schlagzeug akzentuierter. Mit der Werkssicherung scheint das Musikstück für mich etwas nüchterner, sanfter und kompakter. Auch so ist es zwar sehr schön, besonders hohe Klaviernoten wirken aber vergleichsweise in ihrer Dynamik fast etwas abgewürgt.


  • Scansonic HD M15.2

    Scansonic HD gehört seit 2013 wie die wohlbekannte dänische Edelschmiede Raidho zur Firmengruppe Dantax. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass in die Lautsprecherlinien von Scansonic immer auch die in der Entwicklung der High-End Lautsprecher von Raidho gewonnenen Erkenntnisse einfließen. Der Bändchenhochtöner der M-Serie kommt folglich nicht von ungefähr. Trotzdem spricht Scansonics M-Serie eine eigene, starke und wie ich finde sehr moderne Designsprache. Für eine Serie, bei der eine besonders attraktive Preisgestaltung eine große Rolle…
    15.05.2026
  • Chord Company ChordMusic Kabel

    Ich hatte schon einiges über die Kabel der englischen Chord Company gehört, aber bisher noch nicht das Vergnügen, eines davon in meiner Anlage zu hören. Deshalb war meine Vorfreude ausgesprochen groß, als ich den Auftrag erhielt, XLR-Verbindungen und Lautsprecherkabel der Top-Linie mit dem Namen ChordMusic einem ausführlichen Test zu unterziehen. Die Chord-Produkte werden seit 2017 von DREI H in Deutschland und Österreich vertrieben. Da ich in Hamburg lebe und der Vertrieb ebenfalls in der Hansestadt…
    13.05.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System – an approximation

    I reviewed Wilson Benesch's first turntable in 1996, and the second two years later. Getting hold of the third for a review shouldn't have been a big deal, I thought. But it was – for several reasons: It's a really big thing, weighing over 350 kilograms, and the accompanying white paper is 138 pages long. The fact that the Prime Meridian system, if I remember correctly, is the most expensive product ever tested by hifistatement.net…
    11.05.2026
  • Harbeth Super HL5plus XD2

    Der HL5 ist das älteste Modell von Harbeth und gehört nach wie vor zum aktuellen Sortiment. Seine Geschichte reicht fast 50 Jahre zurück und begann 1977, als H.D. Harwood, ein ehemaliger BBC-Ingenieur, als Erster Polypropylen für die Membranen der Treiber einsetzte. Übrigens steht „HL“ für die Vornamen von Harwood und seiner Frau Elisabeth. Vom HL5 zum Super HL5plus XD2 Die originalen HL-Monitor-Modelle, vom Mk 1 bis zum Mk 4, wurden zwischen 1977 und 1988 hergestellt.…
    08.05.2026
  • iFi iDSD Phantom

    Der iDSD Phantom vereint Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in bester iFi-Manier zu einem Alleskönner. iFi erreicht damit die höchstmögliche Ausbaustufe von stationärem HiFi. Abgerundet wird das Paket von einem aufwendigen Gehäuse und sowohl einer Transistor- als auch einer Röhren-Ausgangsstufe. Gerade im mobilen Bereich hat iFi in der Vergangenheit viele Geräte entwickelt, die einen Vergleich mit dem berühmten Schweizer Allzwecktaschenmesser nicht im Geringsten scheuen müssen. Mit dem Phantom hält die – nahezu – unbegrenzte Vielfalt an…
    05.05.2026
  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.