tests/25-08-19_eversolo
 

Eversolo DMP-A10

19.08.2025 // Dirk Sommer

Um die Qualitäten des in denn DMP-A10 integrierten Wandlers zu beurteilen, habe ich seine XLR-Ausgänge mit denen von Einsteins The Preamp verbunden. Zum Vergleich werde ich aber nicht wie bisher die vom USB-Ausgang des Eversolo angesteuerte Kombination aus Chord Electronics' M-Scaler und Hugo TT2 verwenden, sondern auf den Upscaler verzichten: Schon der Preis für Chords DAC allein liegt nicht unbeträchtlich über dem des Eversolo. Rein zum Vergnügen höre ich über den Wandler des DMP-A10 Bassinstincts Butterfly. Nicht gerade mit schmetterlingshafter Leichtigkeit kommt das österreichische Septett daher: Gina Schwarz, Georg Breinschmid, Peter Herbert, Thomas Huber, Herbert Mayr, Gerhard Muthspiel und Ernst Weissensteiner sind hier auf ihren Kontrabässen zu hören. Für Tiefton-Fans ist diese Kooperation von Jazzern und Mitgliedern der Wiener Philharmonikern einfach ein Muss. Das perkussive „YAK 52“ zeichnet der Eversolo sehr fein durch und bringt auch die rhythmische Spannung hervorragend rüber.

Der DMP-A10 wird von zwei analogen Netzteilen gespeist
Der DMP-A10 wird von zwei analogen Netzteilen gespeist

Das ist beim Gianluigi Trovesis „Hercap“ vom Album Dedalo auch nicht anders. Der Drive des Songs macht es einfach unmöglich, stoisch und unbewegt auf dem Sofa sitzen zu bleiben. Klangfarben und Raumdarstellung bieten ohne direkten Vergleich nicht den geringsten Anlass zur Kritik. Wenn der Chord dann die Wandlung übernimmt, verwöhnt er mit einem Hauch mehr Luft um die Instrumente und einem Tick mehr Tiefe in der Abbildung. In Sachen stimmiger Tonalität, Rhythmik und Spielfreude kann der DAC im Eversolo erstaunlicherweise aber gut mithalten: Klasse! „Der Ritt der Walküren“ aus Wagners Symphonischem Ring mit den Duisburger Philharmoniker unter Jonathan Darlington lässt mich über den Hugo TT2 erst einmal ein wenig den M-Scaler – und das heißt vor allem Bühnentiefe – vermissen. Über den integrierten DAC des DMP-A10 wirkt der „Ritt“ eine Spur weniger ungezügelt, dafür wollen mir die Dimensionen des Raumes stimmiger erscheinen. Mit dem, was der DMP-A10 zu bieten hat, kann man auch ohne beträchtliche Investition in einen externen Wandler rundum zufrieden Musik genießen.

Dass der Eversolo dank seines speziell isolierten USB-Ausgangs auch als reiner Renderer gute Dienste leistet, hatte ich beim Test der kryogen behandelten SSDs und in der Kette im Wohnzimmer bemerkt. Nicht ausprobiert hingegen habe ich bisher, wie er sich im direkten Vergleich mit dem Auralic Aries G2.2. macht. Deswegen räume ich für den DMP-A10 ein Plätzchen im Artesania Rack im Arbeitszimmer frei, höre dort aber erstmal über den G2.2 den „Wrong Blues“ des Keith Jarrett Trios vom Album Standards Live. Es ist einfach eine Freude, den früher bestens vertrauten Track über meine digitale Kette in der jetzigen Ausbaustufe zu hören: Gary Peacocks knarzender und dennoch voluminöser Kontrabass, Jack DeJohnettes filigranes Spiel auf den farbig schimmernden Becken und Keith Jarrets perlende vom seinem „Gesang“ begleiteten melodiösen Läufe auf dem Flügel – ein Genuss.

Die neun in einer Reihe liegenden Bauteile dienen der Isolierung der verschiedenen Funktionsgruppen. Links unter den spiegelnden Abdeckungen befinden sich die temperatur-kontrollierten Quarzoszillatoren
Die neun in einer Reihe liegenden Bauteile dienen der Isolierung der verschiedenen Funktionsgruppen. Links unter den spiegelnden Abdeckungen befinden sich die temperatur-kontrollierten Quarzoszillatoren


  • Ayon Iris Signature Streamer

    Auf der High End Vienna haben Dirk Sommer und ich den Ayon Iris erstmals entdeckt – nun steht der außergewöhnliche Streaming-Player bei uns bereits zum Test. So frisch ist der Iris, dass selbst die Roon-Zertifizierung zum Testzeitpunkt noch läuft. Brandneu, doch der Iris kommt keineswegs aus dem Nichts: Wer die Entwicklung der digitalen Ayon-Komponenten verfolgt hat, erkennt eine kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema Streaming. Auch wir konnten diesen Weg begleiten – nach dem S3 und…
    01.09.2026
  • Sumiko Starling

    Mein letzter Test eines Tonabnehmersystems befasste sich mit dem Sumiko Oriole. Nun drehen sich für diesen Test meine Schallplatten unter dem Sumiko Starling, dem teuersten System aus der Sumiko Referenz Serie. Nachdem ich überaus positiv überrascht vom Test des Oriole war und dies Peter Laitenberger vom deutschen ATR Vertrieb mitteilte, empfahl mir dieser mir doch einmal das Sumiko Starling anzuhören. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später kam das kleine Päckchen mit dem Starling zu…
    28.08.2026
  • Ayon Spark V

    Der Röhrenvollverstärker Spark ist mittlerweile seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil des Produktportfolios von Ayon. Preislich eher im Einstiegssegment der Österreicher und nominell unterhalb der Evolution-Serie angesiedelt, hat dieses Gerät aufgrund der eingesetzten russischen Triode 6C33 das Potenzial zum Hidden Champion. Spätestens seit meinem Test des Boliden Ayon Crossfire Evo maße ich mir an, ein Kenner der Marke Ayon zu sein, zumal mir diverse andere Geräte der Marke im Laufe der Jahre zu Gehör…
    25.08.2026
  • Eversolo T10

    Eversolos Streamer DMP-A10 beeindruckte mit seinem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis und seiner prallen Ausstattungsfülle. Aber in meiner Kette im Wohnzimmer mit M-Scaler und HUGO 2 arbeitet er nur als reiner Datenlieferant. Kann das Eversolos neuer Streaming Transport T10 noch besser? Zumindest nach dem ersten Blick auf das rückseitige Anschlussfeld darf man das vermuten, denn dort befinden sich wie beim Eversolo DAC-Z10 zwei BNC-Anschlüsse für die Verbindung mit einer externen Clock, entweder mit einer Impedanz von 75 oder…
    21.08.2026
  • Dan Clark Audio Aeon Core

    Anfang letzten Jahres stellte ich den Dan Clark Audio Noire X vor, dessen Klangsignatur der meines absoluten Favoriten, dem Stealth, sehr nahe kommt – und das zu einem Viertel des Preises des Dan Clark Audio-Topmodells. Jetzt charakterisiert der kalifornische Kopfhörerspezialist den Aeon Core sehr ähnlich: „Flagship Performance. Breakthrough Price.“ Dazu, wie sich die Hierarchie zwischen Stealth, Noire X und Aeon Core darstellt, möchte ich später kommen, denn bei seiner Arbeit für den Aeon Core ging…
    14.08.2026
  • Oladra Presence

    Die Server und Streamer von Antipodes Audio sind kostspielig. Das ist nicht neu. Sie bieten für's Geld eine hervorragende Klangqualität. Das begann seinerzeit für mich mit dem EX, ging über die S-Serie zum K50 und schließlich sogar bis zum Oladra G4. Jetzt steht der brandneue Oladra Presence bei mir zum Test. Der Oladra Presence kostet enorme 58.000 Euro. Das ist für mich eigentlich Grund genug, mich nicht mit ihm zu befassen. Aber mein Interesse und…
    11.08.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.