tests/25-10-07_ortofon
 

Ortofon MC X40

07.10.2025 // Carsten Bussler

Wie alle Modelle dieser Serie verfügt auch das X40 über Spulen aus hochreinem Silberdraht und damit gegenüber hochreinem Kupfer über den Vorteil eines besseren Leitwerts, der einer saubereren Basswiedergabe zugutekommen kann, wenn die technische Abstimmung auf das Magnetsystem sauber ausgeführt wurde. Das Magnetsystem wiederum verfügt über einen in das hintere Magnetjoch integrierten einteiligen Polzylinder, was für maximale Magneteffizienz sorgt, da die Ausrichtung des Magnetfelds auf die Spulen optimiert wurde. Auch die für die MC X-Serie von Ortofon selbst entwickelte und gefertigte Gummimischung für das mechanischen Dämpfungssystem zur optimalen Kontrolle der Spulenbewegungen im Magnetfeld, die für Stabilität der Abtastung und Minimierung unerwünschter Resonanzen sorgt, wird im X40 eingesetzt.

Der wabenförmige Rahmen aus Edelstahl im Kern des Gehäuses, der per Metal Injection Molding hergestellt wird, sorgt für hohe mechanische Stabilität. Zur Erhöhung der materiellen Langzeitstabilität wird die Oberfläche nach dem Formen und Sintern für die Erhöhung der materiellen Langzeitstabilität nachbehandelt
Der wabenförmige Rahmen aus Edelstahl im Kern des Gehäuses, der per Metal Injection Molding hergestellt wird, sorgt für hohe mechanische Stabilität. Zur Erhöhung der materiellen Langzeitstabilität wird die Oberfläche nach dem Formen und Sintern für die Erhöhung der materiellen Langzeitstabilität nachbehandelt

Messwertfetischisten haben natürlich längst einen Blick auf die technischen Daten geworfen und festgestellt, dass zum Beispiel die Kanaltrennung oder die Frequenzgangtreue im Vergleich zum deutlich günstigeren Einstiegsmodell X10 besser sind. Aber Messwerte allein besitzen nur bedingt Aussagekraft und sind mir ohnehin völlig wurscht; das beste Messinstrument ist immer noch das eigene Gehör. Das „kleine“ noch am Tonarm meines Pro-Ject Debut PRO befindliche System X10 wurde also kurzerhand durch das X40 ersetzt und ich habe versucht, möglichst zeitnah hintereinander beide Systeme zu hören, um eine optimalen Vergleichsmöglichkeit zu haben. Natürlich ist dies kein Vergleichstest. Aber kann es mir jemand verdenken, diese beiden Systeme mit ihren identischen Genen dennoch miteinander zu vergleichen? Wohl kaum. Die Hörsessions waren übrigens so spannend, dass ich, der sich selbst zu den größten Tonabnehmer-Justagemuffeln auf dem Planeten zählt, dazu hinreißen ließ, zwischendrin noch einmal zwischen beiden Systemen hin- und herzuwechseln. (Wer es bislang noch nicht bemerkt hat, das darf durchaus als Riesenlob „zwischen den Zeilen“ für diese Pick-up-Serie gewertet werden.)

Was mir von Beginn an sehr positiv aufgefallen ist, war das feinsinnige Auflösungsvermögen des MC X40, frei von analytischer Härte. Ein förmlich überbordender Reichtum subtilster Details verwöhnte mein Ohr und war einfach „präsent“. Anders als bei manch tendenziell analytisch ausgeprägtem Tonabnehmer, wo sich der Hörer aussuchen kann (oder muss!), ob er einer dargebotenen Detailfülle folgen will oder nicht (was beim Hören durchaus ein ablenkender, anstrengender Prozess sein kann), war hier auf eine unangestrengte Weise einfach alles da, eingebettet in den musikalischen Fluss. Das alles fand eher auf der warmen als auf der kühlen Seite statt. Es handelt sich um eine sehr gelungene Abstimmung auf dem schmalen Grad zwischen Analytik und Wärme, die nach meinem Empfinden perfekt ist. Das fiel mir insbesondere bei ausschwingenden Perkussion-Instrumenten auf.

Das extrem geringe Resonanzniveau des Ortofon MC X40 geht im Wesentlichen auf das Konto des Bor-Nadelträgers
Das extrem geringe Resonanzniveau des Ortofon MC X40 geht im Wesentlichen auf das Konto des Bor-Nadelträgers


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