tests/25-11-25_dan
 

Dan D’Agostino Progression S350

25.11.2025 // Thomas Heinemann

Dan D’Agostino ist eine Legende im Verstärkerbau. Er folgte wohl nie einer Mode, sondern vertraut bei allen Entwicklungen seinem Gehör und seiner Leidenschaft für den guten Klang. Mehr als 50 Jahre baut er nun schon Verstärker, immer mit dem Ziel, das „Wesen der Musik hörbar zu machen“. Erfüllt auch der S350 diese hoch gesteckten Ambitionen?

Die Progression S350 ist die kleinste Stereoendstufe im Gesamtprogramm. Optisch trägt sie alle charakteristischen Merkmale einer echten D’Agostino. Angefangen mit den gerundeten Frontlinien, der großen, grün leuchtenden Leistungsanzeige und dem modernen Kühlkörperdesign. Das Aussehen ist wie gewohnt sehr hochwertig, die Fertigung makellos. Und dennoch hat mich die allererste Begegnung mit dem aktuellen D’Agostino Design überrascht. Ich kannte damals weder die Formgebung noch die prominente Leistungsanzeige mit klassisch geformten Zeigern. Der erste Blick in das grün schimmernde Instrument brachte mich gedanklich deshalb auf Irrwege, hin zu Jules Verne und der Nautilus im Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“. Fraglos war dieses U-Boot mit seinen technischen Innovationen in vielen Dingen seiner Zeit weit voraus und vielleicht demzufolge meine Assoziation in Hinblick Dan D’Agostinos Verstärkerbaus gar nicht so absurd. Wie auch immer, heute blicke ich mit Respekt auf die unverkennbare Eigenständigkeit der Marke.

Das unverwechselbare Design eines Dan D‘ Agostiono ist auch beim Progression S350 konsequent umgesetzt
Das unverwechselbare Design eines Dan D‘ Agostiono ist auch beim Progression S350 konsequent umgesetzt

Dan D’Agostino selbst ist eine echte Größe in der High-End-Szene. Er gehört weltweit zu jener kleinen Gruppe von Entwicklern, die über Jahre hinweg Maßstäbe in der Branche gesetzt haben – eine Legende, mit einer bekannt großen Leidenschaft für leistungsstarke Verstärker. 1980 gründete er Krell Industries und blieb bis 2009 als Chefentwickler prägend. Nach dem Ausstieg 2011 folgte der Neustart unter eigenem Namen: Dan D’Agostino Master Audio Systems „DDMAS“, heute in Cave Creek, Arizona. Dort entstehen seither handgefertigte Geräte, deren Charakter das Unternehmen mit maximaler Kontrolle, bei minimaler Verfärbung, gepaart mit beindruckender Musikalität beschreibt. Schon deshalb wählte Dan D’Agostino bei seinen Entwicklungen konsequent einen Weg, der das musikalische Ergebnis ins Zentrum rückt, auch wenn die Verzerrungswerte zunächst nicht ganz dem Ideal entsprechen. Um reichlich Kraft verbunden mit klanglicher Wärme zu erreichen, war für ihn lange Zeit die Class A-Verstärkung die erste Wahl. Mit der Entwicklung der Momentum Serie fand er dann schließlich eine Lösung, die mit AB-Schaltkreisen den Klang einer Class-A Verstärkung erreicht. Die Vorteile liegen auf der Hand: deutlich weniger Wärmeentwicklung, keine lauten Kühl-Ventilatoren, weniger Energiebedarf und damit erfreulich klimafreundlicher.

Seine Rolle als Kopf des Unternehmens ist bis heute geblieben – D’Agostino entwirft, entscheidet und prägt die Handschrift sowohl technisch wie optisch. Dabei verfolgt er eine klare Linie: die besten Komponenten in kleinen Stückzahlen zu bauen und – wo er es für notwendig hält – Schaltungen neu zu denken und zu entwickeln. Über alle Modellreihen hinweg haben die Geräte die gleiche exklusive optische und klangliche Signatur, die einen Dan D’Agostino Verstärker unverkennbar machen. Technologisch steht D’Agostino für hoch belastbare Transistorschaltungen, leistungsstarke Netzteile und dem Anspruch nach maximalen Leistungsreserven und souveräner Stabilität. Auch gehört es zur Unternehmenspolitik, die gewonnenen Innovationen an die darunter angesiedelten Serien weiterzureichen. So profitiert die Progression-Reihe – darunter der S350 – von Konzepten, die aus dem monumentalen Relentless abgeleitet wurden, etwa dem Super-Rail-Konzept, der Auswahl neuer, gematchter Ausgangstransistoren Transistorschaltungen, vergleichbarer Bauteilqualität und natürlich der Denkweise was Stabilität und Leistung angeht. Die DNA der Flaggschiffe ist spürbar – nur in einem kleineren, „bezahlbareren“ Rahmen.


  • Ortofon MC Vertex

    Die bisherigen Topmodelle von Ortofon, das Anna, das Anna Diamond und das Diamond, ähnelten einander auch optisch stark. Das Vertex macht schon durch sein Erscheinungsbild klar, dass es anders ist. Es ist der erste Tonabnehmer mit einem Diamanten mit Vertex-Schliff. Soweit mir bekannt, ist das der erste neue Nadelschliff seit rund 40 Jahren. Aber das ist nicht die einzige Veränderung gegenüber dem MC Diamond: Der Generator des Vertex besitzt einen deutlich höheren Innenwiderstand, die Nadelnachgiebigkeit…
    15.09.2026
  • Phonar Veritas M4.2 SE

    Es hat mir bislang stets Vergnügen bereitet, mich mit Phonar Lautsprechern zu beschäftigen. Nach einem Test kaufte ich die Veritas 9.2 SE und genieße seitdem ihre Musikalität. Phonar überzeugte immer wieder mit einem außergewöhnlich attraktiven Preis-Klang-Verhältnis. Bestätigt die neue, kompakte Phonar Veritas M4.2 SE diese Erfahrungen? Mein eindrucksvollstes Phonar-Erlebnis hatte ich vor zwei Jahren mit der Standbox Veritas p4.2 Next, die aktuell für einen Paarpreis von 2400 Euro auf der Phonar-Website zu sehen ist. Genau…
    08.09.2026
  • Ayon Iris Signature Streamer

    Auf der High End Vienna haben Dirk Sommer und ich den Ayon Iris erstmals entdeckt – nun steht der außergewöhnliche Streaming-Player bei uns bereits zum Test. So frisch ist der Iris, dass selbst die Roon-Zertifizierung zum Testzeitpunkt noch läuft. Brandneu, doch der Iris kommt keineswegs aus dem Nichts: Wer die Entwicklung der digitalen Ayon-Komponenten verfolgt hat, erkennt eine kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema Streaming. Auch wir konnten diesen Weg begleiten – nach dem S3 und…
    01.09.2026
  • Sumiko Starling

    Mein letzter Test eines Tonabnehmersystems befasste sich mit dem Sumiko Oriole. Nun drehen sich für diesen Test meine Schallplatten unter dem Sumiko Starling, dem teuersten System aus der Sumiko Referenz Serie. Nachdem ich überaus positiv überrascht vom Test des Oriole war und dies Peter Laitenberger vom deutschen ATR Vertrieb mitteilte, empfahl mir dieser mir doch einmal das Sumiko Starling anzuhören. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später kam das kleine Päckchen mit dem Starling zu…
    28.08.2026
  • Ayon Spark V

    Der Röhrenvollverstärker Spark ist mittlerweile seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil des Produktportfolios von Ayon. Preislich eher im Einstiegssegment der Österreicher und nominell unterhalb der Evolution-Serie angesiedelt, hat dieses Gerät aufgrund der eingesetzten russischen Triode 6C33 das Potenzial zum Hidden Champion. Spätestens seit meinem Test des Boliden Ayon Crossfire Evo maße ich mir an, ein Kenner der Marke Ayon zu sein, zumal mir diverse andere Geräte der Marke im Laufe der Jahre zu Gehör…
    25.08.2026
  • Eversolo T10

    Eversolos Streamer DMP-A10 beeindruckte mit seinem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis und seiner prallen Ausstattungsfülle. Aber in meiner Kette im Wohnzimmer mit M-Scaler und HUGO 2 arbeitet er nur als reiner Datenlieferant. Kann das Eversolos neuer Streaming Transport T10 noch besser? Zumindest nach dem ersten Blick auf das rückseitige Anschlussfeld darf man das vermuten, denn dort befinden sich wie beim Eversolo DAC-Z10 zwei BNC-Anschlüsse für die Verbindung mit einer externen Clock, entweder mit einer Impedanz von 75 oder…
    21.08.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.