tests/25-12-09_eversolo
 

Eversolo DAC-Z10

09.12.2025 // Dirk Sommer

Anders als in den beiden günstigeren reinen DACs und den in Streamern integrierten setzt Eversolo bei seinem besten Wandler nicht auf Chips von ESS-Sabre. Dem DAC-Z10 spendierte man pro Kanal eine Kombination aus dem AKM AK4191EQ und dem AK4499EXEQ, die Ein-Bit-Signale bis DSD512 und PCM bis 768 Kilohertz und 32 Bit verarbeiten kann. Auch wenn schon der eingebaute, beheizte 10-Megahertz-Quarzoszillator (OCXO) für eine stabile, sehr rauscharme Zeitbasis sorgt, besitzt der Eversolo Eingänge für eine externe Clock. Um eine Fehlanpassung auszuschließen, stattete man den DAC-Z10 mit einem 50- und einem 75-Ohm-Eingang aus. Die Flexibilität beim Anschluss von Masterclocks geht aber noch weiter: Der Eversolo akzeptiert nicht nur den bisher am meisten verbreiteten Takt mit 10 Megahertz, sondern kommt auch mit dem von 25-Megahertz-Clocks zurecht. Das sind für sich genommen gewiß keine besonders kostenintensiven Maßnahmen, aber sie sprechen für die Umsicht der Entwickler. Daran können sich einige High-End-Hersteller gerne orientieren.

Die Anordnung der Ein- und Ausgänge verweist auf den kanalgetrennten Aufbau
Die Anordnung der Ein- und Ausgänge verweist auf den kanalgetrennten Aufbau

Darüber hinaus nimmt sich ein im DCA-Z10 integrierter FPGA der I2S-Daten an und rekonstruiert die Rechteckform des Taktsignals. Alle an den Eversolo geschickten digitale Signale sollen so optimiert werden, bevor sie die DAC-Chips erreichen. Bei Eversolo heißt dieser Verfahren „Clock Shaping“. Auch bei der Platzierung der Platinen der einzelnen Funktionsgruppen lassen die Entwickler viel Sorgfalt walten: Die sogenannte „Fully Isolated Architecture“ trennt digitale und analoge Schaltkreise weitestgehend, um sie vor hochfrequenten Störungen zu schützen. Dass diese nicht durch die Stromversorgung in die Schaltungen gelangen, verhindern die bereits erwähnten drei analogen Netzteile: jeweils eines für den rechten und linken Kanal sowie eines für die Systemsteuerung. Laut Produktinformation beträgt das Restrauschen auf den Versorgungsspannungen gerade einmal 42 Mikrovolt. Natürlich ist auch der Touchscreen gegenüber dem Gehäuseinneren elektromagnetisch abgeschirmt. Der dient nicht nur der intuitiven Bedienung, sondern kann auch VU-Meter in verschiedenen Designs sowie Musiksignale in ihrer Intensität spektral darstellen – wie die verschiedenfarbige Beleuchtung des den Drehknopfes umgebenden Ringes eine schöne Spielerei.

Die Phase der symmetrischen Ausgänge lässt sich per Menü verändern
Die Phase der symmetrischen Ausgänge lässt sich per Menü verändern

Keine solche, sondern sehr ernst zu nehmen sei das Kopfhörermodul des DAC-Z10 merkte Carsten Hicking, einer der Inhaber des Deutschlandvertriebs von Eversolo, an: Der DAC-Z10 misst – wie der Luxsin X9 – direkt nach der Verbindung eines Kopfhörers mit der 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse dessen Impedanz und wählt entsprechend eine von drei Verstärkungsstufen aus. Ich bin wirklich gespannt, wie der Eversolo mit dem Dan Clark Audio Stealth zurechtkommt. Doch dazu später mehr. Auch wenn der Eversolo erst zwei Tage vor seiner Abreise nach Gröbenzell bei seinem Vertrieb eintraf, also keinerlei Betriebsstunden sammeln konnte, habe ich das vom Transport noch sehr kalte Gerät nicht sofort mit dem Netz verbunden und eingeschaltet, sondern ihm direkt nach dem Auspacken ein Stündchen bei Zimmertemperatur zum Akklimatisieren gewährt. Genug Zeit, um auch einmal den sehr ansprechend gestalteten Innenkarton zu würdigen: So etwas ist man selbst von High-End-Komponenten eher nicht gewohnt: Entweder kommen diese gleich im Flightcase an oder in einer ausschließlich zweckmäßigen Verpackung. Anders – wie erwähnt – der DAC-Z10: Sein Karton weckt beste Erinnerungen an die ersten iPhones. Da macht schon das Auspacken ein wenig Freude.


  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026
  • Sumiko Oriole

    Sumikos Firmensitz befindet sich in Mineapolis, USA im Bundesstaat Minnesota. Von hier aus werden die Tonabnehmer weltweit vertrieben. Hergestellt werden sie allerdings in Japan bei Excel Sound in Yokohama. Dort werden die Systeme seit 1982 von ausgewählten Handwerkern handgefertigt. Das neu auf dem Markt befindliche Oriole aus der Reference-Serie von Sumiko liegt preislich und klanglich in der Mitte zwischen dem Starling und Songbird aus gleichem Hause. Oriole ist übrigens die englische Bezeichnung für den hierzulande…
    24.04.2026
  • WestminsterLab Omne

    Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht. Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort…
    21.04.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein Nachtrag

    Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert. Beim kürzlich erschienenen Test agierte der sMS-2000 ja lediglich als Streaming Bridge. Die Musikdaten bezog er vom Melco N1Z H60/2 über Ethernet, denn die Kombination eines netzwerkgebunden Servers als…
    17.04.2026
  • Soulnote A-2 ver.2

    Ist man, wie ich, seit zwei Jahren zufriedener und stolzer Besitzer eines Soulnote A2 Vollverstärkers, kann man durchaus unruhig werden, wenn da eine Version 2 auf den Markt kommt. Klingt diese nun besser? Sollte ich meinen A2 verkaufen, um den neuen zu erwerben? Lohnt das, und macht der Vorteil auch den Preisunterschied wett? Mein Soulnote A2 stand damals mit rund 7.000 Euro in der Preisliste. Sein Nachfolger A2 ver.2 ist exakt 1500 Euro teurer, also…
    14.04.2026
  • Unison Research Unico PRE v2 und Unico DM v2

    Unison Research? Genau, das sind doch diese schmucken Röhrengeräte aus Treviso mit den edlen Holzapplikationen am Gehäuse. Und stopp! Unisons neueste Vor-/Endstufenkombi hört auf die Namen Unico PRE v2 und Unico DM v2 und passt einfach in keine Schublade. Wir fühlen diesen Wandlern zwischen den Welten auf den hifidelen Zahn. Die neue Unico-Serie kommt in vollständig überarbeitetem Design daher. Sie besticht durch ihre sehr moderne Designsprache, die mir persönlich ausgesprochen gut gefällt, insbesondere in der…
    07.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.