tests/25-12-16_galion
 

Galion Audio Navy Röhrenvorverstärker

16.12.2025 // Carsten Bussler

Für das hier vorgestellte Vorverstärker-Topmodell Navy werden 4300 Euro aufgerufen, für die der Käufer eine blitzsauber gefertigte, mit vier Doppeltrioden 12AT7 bestückte Line-Stufe erhält. Auffälliges Merkmal des Gehäuses sind die als Viertelkreis gebogenen Eckbleche, an die Vorder- und Rückseite bündig anschließen, Während die Seitenbleche jedoch nach innen eingelassen sind, so dass sich eine kleine Kante ergibt. Einen tieferen technischen Sinn konnte ich nicht ausmachen, so dass ich von einem Designmerkmal ausgehe. Ansonsten ist die Optik eher schlicht: Auf der linken Seite der Front befindet sich das Firmenlogo, das aufgeblähte Segel eines Segelschiffs im Wind symbolisiert. In der Mitte sitzt der Lautstärkeregler, rechts daneben die Knöpfe für die Eingänge und die Mute-Funktion, die ebenfalls über die solide Metallfernbedienung steuerbar sind.

Der Netzschalter befindet sich nicht besonders praktisch auf der Geräterückseite, oberhalb der Buchse für das Netzkabel. Ich hätte mir den Netzschalter gut zugänglich auf der Front gewünscht
Der Netzschalter befindet sich nicht besonders praktisch auf der Geräterückseite, oberhalb der Buchse für das Netzkabel. Ich hätte mir den Netzschalter gut zugänglich auf der Front gewünscht

Auf der Rückseite sitzen vier Line-Cinch-Eingänge sowie zwei Ausgänge, ebenfalls via Cinch-Buchsen. Symmetrische XLR-Anschlüsse gibt es nicht, ebenso wenig wie eine Phono-Option. Der Netzschalter sitzt über dem Netzkabelanschluss und indiziert, dass der Nutzer das Gerät in der Regel doch bitte eher in den Standby-Modus versetzen möge. Unklar bleibt, ob die etwas unpraktische, da unsichtbare Positionierung des Netzschalters auf der Rückseite lediglich optische Gründe hatte. Jedenfalls gehört ein Röhrengerät zur Schonung der Röhren bei längeren Hörpausen ausgeschaltet, selbst bei geringer Leistungsaufnahme im Standby-Modus.

Der Galion Audio Navy verfügt über 4 Line-Eingänge sowie zwei Line-Ausgänge, alle über Cinch-Buchsen. Schön wäre jeweils wenigstens ein symmetrischer XLR-Ein- beziehungsweise -ausgang
Der Galion Audio Navy verfügt über 4 Line-Eingänge sowie zwei Line-Ausgänge, alle über Cinch-Buchsen. Schön wäre jeweils wenigstens ein symmetrischer XLR-Ein- beziehungsweise -ausgang

Nach dem Öffnen des Deckels offenbart sich im Inneren des Geräts ein blitzsauberer Aufbau mit zwei feisten Ringkerntrafos, die zum Schutz der signalführenden Sektion vor etwaigen Streufeldern mittels separatem Blech abgeschirmt sind. In der Mitte des Gehäuses befindet sich eine diskret bestückten Platine, auf der die vier für die Verstärkung zuständigen 12AT7 Kleinleistungs-Doppeltrioden von Psvane sitzen. Das ist eine solide Lösung, aber ich musste dem Drang des Tube-Rollers in mir sofort nachgeben und habe die Nachbau-Kolben für meine Hörsessions gegen gematchte Quartette von Telefunken beziehungsweise Siemens getauscht. Kleiner Spoiler: Wer bereit ist, an dieser Stelle 250 bis 500 Euro für einen gematchten Vierer-Satz New Old Stock Kolben vom Dealer seines Vertrauens extra zu investieren, der holt damit das letzte Klang-Quäntchen aus der Navy, diese Vorstufe bringt den Unterschied verschiedener Röhren-Derivate sehr direkt zu Gehör; nach diesem Kompliment könnte ich meinen Bericht eigentlich schon beenden.


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