Der Niederländer Rik Stoet, bekannt durch Röhrenverstärker, die unter den Markennamen Heart und Stoet Kit vertrieben wurden, hat eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Die Entwicklung und Herstellung von Plattenspielern.
Als mir der Takumi TT level 2.1DC Plattenspieler zum Test angeboten wurde war mein erster Gedanke: Endlich wieder Vinyl, endlich wieder analog. Nicht, dass mir das Testen von digitalen Audiokomponenten zu irgendeiner Zeit langweilig geworden wäre, aber das analoge Hören, der Umgang mit den Schallplatten, die eigene Haptik des Vinyls und die visuelle Erscheinung der großen Cover haben doch etwas ganz Besonderes, wenngleich das digitale Streaming für mich vor allem Vorteile in der Bequemlichkeit der Bedienung bietet. Trotzdem oder vor allem ist der analoge Klang einer Schallplatte oder eines Tonbands meiner Überzeugung nach immer noch dem Klang der digitalen Kette überlegen. Nun kommt mit dem Takumi TT level 2.1DC ein Plattenspieler zu mir ins Haus, der mit seinem schlichten und eleganten Design schon von vornherein viele Anhänger gewinnen wird. Doch nicht nur das Design des Takumi ist ansprechend, sondern auch in Hinblick auf die Verarbeitung und inneren Werte weiß er überzeugen. Doch dazu später mehr. Der Plattenspieler wurde in den Niederlanden entwickelt und wird in China hergestellt. Doch er trägt einen japanischen Namen, wie kommt es dazu? Takumi bezeichnet einen Handwerker, der sein Metier mit Meisterschaft und Exzellenz beherrscht. So strebt Rik Stoet mit seinen Plattenspielern eine Verbindung dieses japanischen Handwerks-Ethos mit klarem Design und durchdachter Konstruktion an, um eine exzellente Musikwiedergabe mit maximaler Klangtreue zu erreichen. Solche Qualitätsansprüche sind aber bei hiesigen Produktionskosten schlicht nicht preisgünstig realisierbar. Deshalb findet die Fertigung des Plattenspielers bei einem chinesischen Spezialisten statt, der Stoets Präzisionsanforderung erfüllt: Die Toleranzen sollen unter einem hundertstel Millimeter liegen.

Neben dem eigentlichen Plattenspieler brachte mir Karsten Franzen vom 3H-Vertrieb noch insgesamt vier verschiedene Abtast-Systeme und zwei Netzteile zum Testen mit. Dies verleitete mich dazu, dem Plattenspieler gedanklich einen zweiten japanischen Namen zu geben: Enso. Enso ist das japanische Wort für Kreis. Versucht man, einen Kreis zu zeichnen, ist dieser nie perfekt – eine beliebte Übung unter Zen-Mönchen, die es immer wieder von Neuem versuchen. Den Takumi Plattenspieler kann man in seiner Grundversion bereits für circa 1800 Euro erwerben, das ist für einen Plattenspieler dieser Güte wirklich günstig. Möchte man aber einen Mehrwert an Klang erzielen, kann man von den zahlreichen, von Rik Stoet und dem 3H-Vertrieb angebotenen Upgrade-Möglichkeiten Gebrauch machen. In der letzten Ausbaustufe ist der Kreis dann perfekt und man nimmt die Takumi-Meisterschaft wahr, die in dem Plattenspieler steckt.
Das Chassis besteht aus Acryl und definiert die Positionen der Tonarmbasis, des Tellerlagers, des Antriebsmotors und der zu seiner Regelung notwendige Elektronik nebst Bedienelementen. Bei einem Brettspieler wie dem Takumi TT level 2.1DC, ist es wichtig unerwünschte Schwingungszentren und Resonanzen nicht entstehen zu lassen respektive abzuleiten. Hierbei helfen die akustischen Eigenschaften von Acryl. Anders als in Holz oder Metall verteilen sich Schwingungen in Acryl völlig gleichmäßig. So werden Schwingungszentren und Resonanzen weitestgehend vermieden. Das ist wichtig, weil jeder Plattenspieler Vibrationen aufnimmt: Trittschall-Energie vom Untergrund, Luftschall-Energie von den Lautsprechern und Schwingungs-Energie von der eigenen Tonabnehmernadel. Ein Masselaufwerk begegnet dieser Energie mit der Trägheit seiner großen Masse, ein Subchassis-Plattenspieler mit seiner Federung – ein Brettspieler hingegen mit Ableitung und Dämpfung. Das Acryl als starker und stabiler Werkstoff ist akustisch in der Lage, die Energie aufzunehmen und zu dämpfen, was für Ruhe und Souveränität sorgt. Zudem ist Acryl kostengünstig und leicht bearbeitbar. Ein Bonus ist unbestreitbar das schicke und stylische Aussehen. Das zwei Zentimeter dicke Acryl-Chassis gibt es in transparent oder schwarz eingefärbt. Der Plattenteller wiederum ist aus ungefärbten aber satiniertem Acryl hergestellt. Durch die Mattierung des Tellers wird die Sicht auf den unter ihm platzierten Motor und einen Teil der hinteren Elektronik- und Anschluss-Sektion geschickt kaschiert. Der nur gut ein Kilo wiegende Teller aus Acryl besitzt ähnliche Resonanzeigenschaften wie Vinyl. Durch den direkten Kontakt mit der aufliegenden Schallplatte stellen Teller und Tonträger quasi eine gemeinsame und dämpfend wirkende Masse dar. Bringt die sich bewegende Tonabnehmernadel nun die Schallplatte zum Schwingen, werden diese Vibrationen deshalb absorbiert und nicht Klang schädigend wieder zur Nadel reflektiert. Also bitte keine Matte zwischen Teller und Schallplatte bringen.