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Wilson Benesch Prime Meridian System – eine Annäherung

24.02.2026 // Dirk Sommer, Birgit Hammer (Fotos)

Das Unternehmen ist das führende Zentrum für Glaswissenschaft und -forschung in Großbritannien. In Zusammenarbeit mit Dr. Katrina Skerratt-Love, Andrew Broadhurst und Martyn Marshall von GTS wurde ein bahnbrechendes Dämpfungssystem entwickelt. Dieses innovative System birgt großes Potenzial für verschiedene Anwendungen in zukünftigen Produktentwicklungen von Wilson Benesch. … Dieses Design umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien und nutzt die Prinzipien der Fraktalwissenschaft, um eine breitbandige Dämpfung zu erzielen. Die sorgfältige Anordnung der Materialien und die spezifische Geometrie innerhalb des zweiteiligen Designs werden durch in das Chassis eingearbeitete Taschen ermöglicht, in denen die Dämpfungsmaterialien untergebracht sind. Die ersten Ergebnisse, die unten aufgeführt sind, zeigen deutlich die Wirksamkeit dieses Designs. Diese Ergebnisse unterstreichen den bedeutenden Einfluss des FrACTal-Chassis auf die Erzielung überlegener Dämpfungseigenschaften in einem System, das keine Anpassung erfordert und auf unbestimmte Zeit wirksam bleibt. … Das Hauptziel bei der Entwicklung des FrACTal-Chassis ist es, jede potenzielle Anregung des massiven Metallchassis durch Luftschwingungen zu eliminieren.“ Diesen Ausführungen fügt Wilson Benesch noch eine Reihe von Beispielen für fraktale Geometrien zur Energieableitung in der Natur an, von den hier nur eines genannt sein soll: Die fraktale Geometrie einer Küste wandle die Energie der Wellen in Wärme und Schall um: eine effektive Art der Energieableitung.

Im zweiten Rack-Element befindet sich schon der ALPHA Drive. Auf dem Rack steht die Vorrichtung zu Aufnahme der Einheit mit Motor und Tonarm
Im zweiten Rack-Element befindet sich schon der ALPHA Drive. Auf dem Rack steht die Vorrichtung zu Aufnahme der Einheit mit Motor und Tonarm

Es sollte deutlich geworden sein, mit welcher Intensität sich Wilson Benesch einer einzigen Baugruppe widmet, und auch, dass es an dieser Stelle unmöglich ist, alle Forschungen in dieser Breite vorzustellen – so spannend es in einigen Bereichen auch wäre. Mindestens ebenso interessant dürfte aber sein zu erklären, wie eine Firma von der Größe Wilson Benesch' die ihren Produkten zugrunde liegenden Forschung finanziert. Als Beispiel soll hier der OMEGA Drive Motor des GMT® One Systems dienen: 2019 gründete man das GMT-Konsortium, um mit einem Team mit Dr. Faris Al Naemi, Dr. Jon Travis und Professor Cockerham von der Sheffield Hallam University sowie CAAS Audio den OMEGA Motor Drive zu entwickeln und zwar mit Hilfe der Förderung durch 326.000 Pfund öffentlicher Mittel von Innovate UK. Mir ist nicht bekannt, dass es hierzulande möglich ist, staatliche Fördermittel für die Realisierung von Hifi- oder High-End-Projekten zu bekommen, wohl aber, dass es Wilson Benesch schon bei der Firmengründung gelungen ist, öffentliche Gelder in Anspruch zu nehmen. Das dürfte daran liegen, dass es sich bei den von Wilson Benesch geplanten Entwicklungen nicht um Varianten von Bekanntem, sondern um wegweisende Innovationen handelt.

Die Spulen des Linearmotors
Die Spulen des Linearmotors

Doch zurück zum OMEGA Drive: Nach mehreren Versuchen mit anderen Antriebsvarianten entschied man sich bei Wilson Benesch, einen Linearmotor mit 21 Spulen im Stator und Neodymium-Eisen-Bor-Magneten im Rotor zu verwenden. Zur Herstellung der Spulen investierte Wilson Benesch in Spulenwickelmaschinen und stellte einen Hochschulabsolventen ein, der sich ausschließlich dieser Aufgabe widmet. Der OMEGA Motor Drive, ein schlitzloser Synchronmotor, soll eine verschwindend geringe Drehmomentwelligkeit haben und eine hohe Drehzahlstabilität erzielen. Nach der Formel „Kraft x Durchmesser = Drehmoment“ lässt sich das gewünschte hohe Drehmoment durch eine große Kraft oder einen großen Durchmesser des Motors erreichen. Wilson Benesch wählte einen großen Durchmesser: Mit 456 Millimetern ist der OMEGA Drive Motor der größte, der je als Direktantrieb in einem Plattenspieler eingesetzt wurde. Der außergewöhnlich große Durchmesser garantiert ein hohes Drehmoment bei relativ geringer elektromagnetischer Kraft: Das Ergebnis ist eine geringere Drehmomentwelligkeit.


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