tests/26-03-10_cayin
 

Cayin Pearl 30d und Pearl 30c

10.03.2026 // Wolfgang Kemper

Ein gemeinsames Highlight ist bei beiden Geräte eine aufwändige Master-Clock mit einem beheiztern Quarzoszillator, kurz Oxco. die ihre 10-Megahertz-Taktfrequenz über eine 50-Ohm-BNC-Verbindung auch für andere Komponenten in einer Anlage ausgeben kann. Es macht Sinn, die Master-Clock im Pearl 30d auch für das CD-Laufwerk zu nutzen.

Beide Cayin Pearl sind mit der gleichen hochpräzisen Ocxo 10-Megahertz-Masterclock zur Taktung ausgestattet
Beide Cayin Pearl sind mit der gleichen hochpräzisen Ocxo 10-Megahertz-Masterclock zur Taktung ausgestattet

Schauen wir uns erst den D/A Wandler Pearl 30d an: Der überrascht durch seine beiden alternativen Wandler-Architekturen. Neben einem als „Modern“ bezeichneten DAC mit acht ES-9039SPro-Wandlerchips, von denen jeweils vier pro Kanal in Mono geschaltet sind, gibt es optional einen „Classic“ DAC, der mit einem TDA1307 und zwei ebenfalls Mono arbeitenden TDA1547 Chips von Philips als Ein-Bit-DAC einen Retrosound generieren soll, wie es auf der Cayin Website heißt. Mit dem ungewöhnlichen Aufwand von acht Wandlerchips – das ist mir noch nie irgendwo anders begegnet – bei Modern optimiert Cayin die Dynamik, die Rauschfreiheit und den ausgehenden Strom. Die weitere Verarbeitung des Signals geschieht in diskret aufgebauter Class-A-Verstärkung. Beim Classic Konzept werden PCM-Daten über alle drei Chips gewandelt, während DSD über die zwei TDA1574 verarbeitet wird, wonach in jedem Fall eine symmetrische Datenverarbeitung folgt. Man darf nach Belieben am Gerät selber oder per Fernbedienung jederzeit und mit nur kurzer Unterbrechung zwischen den Möglichkeiten Classic und Modern umschalten. Wer da Entscheidungsprobleme hat, kann mit dem Auto-Modus die richtige Wahl auch der Elektronik des 30d überlassen. Die entscheidet sich dann bei den PCM-Sampling-Frequenzen 44,1 und 48 Kilohertz für den Classic Modus, bei allem darüber schaltet sie auf Modern. Bei DSD 64 und DSD128 wählt die Automatik wiederum Classic, bei DSD256 und DSD512 abermals Modern. Angezeigt wird dies im Display nicht.

Das externe Netzteil wird beim DAC oder CD-Transport jeweils mit diesem Kabel verbunden
Das externe Netzteil wird beim DAC oder CD-Transport jeweils mit diesem Kabel verbunden

Beide DAC-Alternativen haben natürlich ihre klangliche Signatur, die man vielleicht nicht von der digitalen Auflösung des Musikfiles abhängig machen sollte, sondern eher den Vorlieben beim Hören anpasst. Das bedeutet dann: selber auswählen, was ich im Laufe des Tests auch stets tat. Der Klangunterschied ist bei weitem nicht so ausgeprägt wie man dies etwa von portablen Cayin HighRes-Playern kennt, wenn die Wahl zwischen Röhre und Transistor gegeben ist. Hier geht es bei vielen Musikstücken um Nuancen. Zurückzuführen dürfte das hohe musikalische Niveau und die bei beiden Wandler-Systemen beeindruckende Klangqualität vor allem auf den beachtlichen Aufwand hinsichtlich der Stromversorgung sein, auch wenn diese für den ESS-Sabre-Wandler und das TDA-Chip-Trio nicht identisch ist. Im physisch separaten Netzteil erfolgt die Stromversorgung durch Transformator, Gleichrichter, Filterschaltung und einigem mehr vollständig isoliert vom eigentlichen D/A-Wandler. Die getrennte technische Architektur für die beiden Wandlertypen beginnt bereits beim Netztransformator. So versorgt den 8-fach ESS-Wandler ein Dual-C Trafo, der dazu den beheizten Quarzoszillator, die Taktplatine, die Logikschaltungen und die zu den ES9039SPRO gehörenden Audio-Schaltungen mit Strom speist. Ein zweiter Doppelt-C Transformator liefert den Strom für TDA1307, TDA1547, Operationsverstärker-ICs, diskrete I/V-Schaltungen und diskrete Verstärkerschaltungen.


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