tests/26-04-03_sendy
 

SendyAudio Egret

03.04.2026 // Dirk Sommer

Gegen solche leicht euphorisierte Schwärmereien hilft nur eins: der Vergleich mit anderen Kopfhörern und ein bekannter Test-Track wie der erste Satz von Schostakiwitschs Symphonie Nr. 15 mit dem Duisburger Philharmonischen Orchester unter Jonathan Darling. Dabei macht der Egret eine ausgesprochen gute Figur: Er differenziert die Instrumentengruppen sehr fein, verwöhnt mit einer reichen Palette an Klangfarben, ohne den nicht immer zurückhaltenden Hochtonbereich der Einspielung zu verrunden, bringt den rhythmischen Verve der Einspielung ansprechend rüber und lässt den Aufnahmeraum erahnen: von einer störenden Im-Kopf-Lokalisation keine Spur, und das, obwohl die Matrix des SPL noch gar nicht aktiviert ist. Beim Wechsel zum Peacock, SendyAudios Topmodell, fällt erst einmal auf, dass er ein gutes Stück schwerer ist als der Egret, der Tragekomfort ist dennoch bei beiden ähnlich hoch. Etwas Gewicht bringt der fast doppelt so teure Peacock auch ins Klangbild. Er verwöhnt mit etwas mehr Tieftonenergie und noch etwas geschmeidigeren Höhen. Dennoch lässt er den Aufnahmeraum minimal größer erscheinen. Trotzdem wirkt das Klangbild des Egret eine Spur offener. Abgesehen von der etwas ausgedehnteren Bühnendarstellung des Peacock, die ich als klaren Gewinn erachte, dreht es sich hier eher um Geschmacksfragen. Der Egret braucht sich hinter seinem großen Bruder keinesfalls zu verstecken.

Diese beiden Adapter gehören zum Lieferumfang
Diese beiden Adapter gehören zum Lieferumfang

Kurz sollte sich der Egret noch mit dem Dan Clark Audio Noire X messen, der aktuell mit 1250 Euro in der Preisliste steht. Dazu habe ich mal wieder Tord Gustavsens Album Changing Places und daraus „Deep In Love“ ausgewählt. Und das macht schnell klar, dass sich die beiden Kopfhörer an verschiedene Zielgruppen wenden. Auch wenn der Egret im Bassbereich keinesfalls übertreibt, wurde er wohl für Genießer angestimmt, die er mit angenehmen Klängen umschmeichelt, ohne irgendwelche Informationen zu unterschlagen. Der Noire X hingegen lässt einen keine Sekunde über die Qualität einer Aufnahme im Unklaren. Er ist ein perfektes Arbeitsgerät, der Egret eignet sich für hedonistische Zweck. Er macht einfach mehr Spaß.

STATEMENT

Der Egret erfüllt alle meine gewiss nicht bescheidenen Erwartungen. Wer nicht das Gras wachsen hören möchte, sondern seine Musik auf einem nicht nur für den Preis ungemein hohen Niveau erleben möchte, dem sei dieser SendyAudio nachdrücklich ans Herz gelegt: rundum überzeugend.
Gehört mit
Laptop MacBook Air (M3)
NAS Melco N1Z/2EX-H60 mit externem Audiaz-Linearnetzteil
Streaming Bridge SOtM sMS-2000
Upsampler Chord Electronics M-Scaler mit Ferrum Hypsos
D/A-Wandler Chord Electronics DAVE mit Linearnetzteil
Kopfhörerverstärker SPL Phonitor x
LAN-Switch Ansuz PowerSwitch D-TC Gold Signature
10-MHz-Clock SOtM sCLK-OCX10 mit Keces P8
Kopfhörerverstärker mit DAC Chord Electronic Mojo, Lotoo Mjölnir
Kopfhörer Dan Clark Noire, Sendy Audio Peacock
Kabel Audioquest Dragon HC, Tornado (HC), Ansuz Digitalz D-TC Supreme und Mainz D2, Audioquest Cinnamon USB und WEL Signature SPDIF, Habst USB Ultra III
Zubehör AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, ADOT Medienkonverter (2x) mit Keces P3 und SBooster BOTW P&P Eco MKII, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter
Herstellerangaben
SendyAudio Egret
Bauart offen, ohrumschließend
Treiber planarmagnetisch (Magnetostat)
Treibergröße 98 x 84mm
Membran Nano-Compound / mehrschichtiger Sandwich-Aufbau
Frequenzgang 20Hz - 40kHz
Empfindlichkeit 95dB ±3dB
Impedanz 24Ω ±15%
Kabellänge 1,8 - 2m
Kabelaufbau Hybrid-Leiter (Furukawa OFC, versilbertes und vergoldetes Kupfer)
Anschluss 4,4mm Pentaconn, Pentaconn auf Miniklinke Adapter
Gewicht 430g
Preis 880 Euro

Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de


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