Der Egret ist schon der vierte Kopfhörer des chinesischen Herstellers SendyAudio, den audioNEXT-Geschäftsführer Carsten Hicking nach Gröbenzell schickte. Kein Wunder, dass ich gegenüber den Produkten der Marke inzwischen eine gewisse Erwartungshaltung entwickelt habe: Ich rechne mit einer Menge Hörgenuss zu einem eher moderaten Preis.
Den SendyAudio Aiva, das erste Modell der Kopfhörer-Division der Sivga Electronic Technology Company Ltd., lernte ich vor fünf Jahren kennen: Er ist – zumindest nach High-End-Maßstäben – wirklich erschwinglich und verwöhnt mit einem ausgewogenen und für langes, ermüdungsfreies Hören ausgelegten Klang. Für einen Magnetostaten dieser Größe ist er recht leicht und daher angenehm zu tragen. Inzwischen gibt es eine Version 2, weshalb der Ur-Aiva aktuell für 600 Euro angeboten wird. Beide Versionen verfügen wie der Egret über eine ovale Membran. Die ist beim neuen Modell in der Breite jedoch noch einen und in der Höhe acht Millimeter größer als die der beiden Aivas. SendyAudio bezeichnet die Membran des Egret als innovative Sandwichkonstruktion von weniger als 800 Nanometern Dicke. Sie soll die Ansprechgeschwindigkeit und die Auflösung verbessern und im Vergleich zu herkömmlichen Membranen für geringe Verzerrungen und eine naturgetreue Detailwiedergabe sorgen. Die Aluminium-Leiterbahnen werden durch Elektronenstrahl-Verdampfung (E-Beam-PVD) auf die Membran aufgebracht. Das ist ein hochenergetisches physikalisches Gasphasenabscheidungs-Verfahren im Hochvakuum, bei dem ein fokussierter Elektronenstrahl Material in einem Tiegel zum Schmelzen und Verdampfen bringt. Das Resultat ist eine gleichmäßige Beschichtung. Die aufgebrachte atomare Kristallstruktur soll für eine präzise Schwingungskontrolle und letztlich zu einem gradlinigen Frequenzgang führen.

Mehr technische Details verrät SendyAudio nicht. Auch die patentierte Quad-Former Technology, bei der sich auf jeder Seite der Membran zwei Spulen befinden, um die Membran über ihre gesamte Fläche gleichmäßig zum Schwingen anzuregen, erwähnt man in der Beschreibung des Egret nicht mehr. Die kommt beim Topmodell Peacock und beim Apollo mit seinem großartigen Preis/Klang-Verhältnis zu Einsatz. Bei diesen beiden Modellen erzeugen aber auch runde Membranen den Schall, während die des Egret – wie bereits erwähnt – oval sind. In Sachen Anschlusskabel gibt sich man sich ein wenig auskunftsfreudiger: Es besteht bei diesen Kopfhörermodell aus 30 Adern sauerstofffreien Kupfers von Furukava, zehn Adern silberplattierten Kupfers und zehn Adern goldbeschichteten Kupfers. Die Dimension einer einzelnen Ader beträgt 0,05 Millimeter, wobei nicht klar ist, ob es sich dabei um den Durchmesser oder die Fläche handelt. Jedenfalls ist das geflochtene Anschlusskabel rund zwei Meter lang und mit einem Pentaconn- und zwei 3,5-Millimeter-Klinkensteckern konfektioniert. Ein Pentaconn-auf-Mini-Klinke- und ein Mini-auf-6,3-Millimeter-Klinke-Adapter liegen bei. Das Gehäuse wird aus hochdichtem Amerikanischen Nussbaum gefertigt.

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