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WestminsterLab Omne

21.04.2026 // Thomas Heinemann

Was das Unternehmen WestminsterLab angeht, beschreibt es Angus Leung als ein bewusst kleines Unternehmen, das Handwerk, Hörtests, Messungen und Computersimulationen miteinander verbindet und zudem möglichst viel mit den eigenen Händen herstellen möchte. Dieser Verzicht ist mehr als ein sympathisches Selbstporträt, sondern er macht viele WestminsterLab eigene Herstellungsschritte erst möglich. Die Form der Herstellung und die vielseitigen Fähigkeiten im Team charakterisieren das Unternehmen. Und sie erklären, mit welcher Sorgfalt Produkte vom Entwurf bis zum fertigen Produkt mit den Menschen und dem Geist im Unternehmen verbunden sind. Auf der WestminsterLab-Seite heißt es dazu, man suche nicht nach einzelnen Fragmenten des Musikerlebnisses, also nicht nur nach Details, Bass, Bühne, Klarheit oder Emotion, sondern nach dem Ganzen, nach dem vollständigen Erlebnis von Musik. Ein solcher Satz könnte schnell nach wohlklingender Esoterik klingen. Bei WestminsterLab ist er jedoch glaubhaft, weil er sich in den Produkten wiederfindet.

Birgit Hammer-Sommer und Dirk Sommer waren bei der Weltpremiere des Omne im Februar 2025 in Hamburg mit dabei und hatten die ersten Informationen und Bilder mitgebracht. Jetzt kamen Angus Leung und Krey Baumgartl, vom Deutschland-Vertrieb IAD, zu Besuch nach Gröbenzell und hatten den nun spielbereiten Omne mitgebracht. Die ersten Höreindrücke waren gleich so vielversprechend, dass Dirk Sommer den möglichen Zugewinn an Qualität erwartungsvoll auf die Einzelkomponenten projizierte. Es bleibt weiter spannend mit WestminsterLab. Doch bleiben wir beim Ome. Er repräsentiert die aktuell fortschrittlichste Entwicklungsstufe von Westminster und somit bereits die Weiterentwicklung der renommierten Vorstufe Quest und den Endstufen Rei. Das lässt aufhorchen!

Die gut strukturiere Rückseite besitzt zwei Steckplätze für optional erhältliche Eingangsmodule
Die gut strukturiere Rückseite besitzt zwei Steckplätze für optional erhältliche Eingangsmodule

Der erste Blick auf den Omne macht deutlich, er ist unverkennbar ein WestminsterLab. Ohne effektheischende Elemente, ist die Form insgesamt ausgewogen und zeigt das gestalterische Können von Angus Leung. Die Frontseite besitzt das charakteristische, reduzierte Frontlayout mit dem dezent integrierten Display. Auch der Omne folgt damit in jedweder Hinsicht dem puristischen Konzept und verzichtet auf jegliche äußere Bedienoption wie Lautstärkenregler oder Umschalter. Dass der Omne mit nur 14 Zentimetern Höhe und 35 Kilogramm Gewicht als Class-A-Vollverstärker realisiert wurde, ist konstruktiv bemerkenswert. Das Chassis ist entsprechend aus mehreren massiven Blöcken Flugzeugaluminium gefertigt, um so die optimale strukturelle Steifigkeit und Wärmeableitung zu bieten. Der Omne wird sowohl in Silber als auch in Schwarz erhältlich sein, der Preis wird bei 40.000 Euro liegen. Ein Preis, der sich zum einen aus dem erheblichen Entwicklungsaufwand erklärt, zum andern aus der Tatsache, dass im Inneren Quest und Rei in verdichteter Form zu finden sind.

Blicken wir auf die Rückseite, findet sich auch hier der gewohnt aufgeräumte Aufbau. Der Onme bietet drei symmetrische Eingänge und einen symmetrischen Pre-Ausgang. Den kann man nutzen, will man mehr Leistung für seine Lautsprecher und möchte ein Paar Rei Endstufen zusätzlich hinzufügen. 12-Volt Trigger Ein-und Ausgänge machen dann auch deren Bedienung unkompliziert möglich. Wünscht man sich mehr Eingänge, so bietet WestminsterLab zwei optionale Modul-Steckplätze, die man mit einem weiteren XLR, Cinch, Phono MC/MM und einem DS Audio Equalizer bestücken kann. Mit dem Test der separaten Phonovorstufe, WestminsterLab Monologue, hat Dirk Sommer im Juli 2024 bereits die Qualität der Phonomodule beschrieben. Seine klanglichen Erwartungen wurden klar übertroffen. Sie brauchen sich also keine Sorgen in Hinblick denkbarer Erweiterungen aus der WestminsterLab-Familie machen. Perspektivisch wäre sogar ein DAC denkbar. Lassen wir uns überraschen.


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