tests/26-05-05_ifi
 

iFi iDSD Phantom

05.05.2026 // Finn Corvin Gallowsky

Das mittig platzierte Display lässt sich über den linken Encoder steuern
Das mittig platzierte Display lässt sich über den linken Encoder steuern

Auf der Rückseite des Geräts stehen vier Möglichkeiten zur Wahl der Ausgangsspannung zur Verfügung. Der HiFi-Modus liefert am symmetrischen Ausgang maximal 4,2 Volt, der Studio-Modus 11,2 Volt. Beide Modi können entweder über die analoge Lautstärkeregelung variabel gesteuert oder fest auf ihren Maximalwert gesetzt werden. Trotz einer Wiedergabe im HiFi-Modus über die unsymmetrischen Ausgänge, an denen die Hälfte der Spannung des symmetrischen Ausgangs zur Verfügung gestellt wird, verträgt sich der Pegel nicht gänzlich mit der hohen Verstärkung von 29 Dezibel meiner Endstufe. Auf der Nullstellung des Lautstärkereglers wird mit, grob ermittelt, 50 Dezibel attenuiert. So bin ich selbst bei gehobenen Lautstärken weit von der 9-Uhr Stellung des Reglers entfernt. Bei besonders komprimiert produzierten Songs, bewege ich den Regler kaum von seiner Nullstellung weg, sofern ich nur eine leicht gehobene Lautstärke erreichen möchte. Der große Vorteil einer analogen Lautstärkeregelung gegenüber einer digitalen ist zwar theoretisch keine Einbuße des Dynamikumfangs. Doch selbst ein noch so hochwertiges Potentiometer regelt im untersten Bereich nie ganz kanalgleich, ich würde das Poti folglich lieber im Bereich der 12-Uhr-Stellung betreiben. Soll der Phantom eine Endstufe direkt ansteuern, ist es durchaus vorteilhaft, wenn diese über einen eher niedrigen Verstärkungsfaktor verfügt. Dass allerdings auch an meiner stark verstärkenden Endstufe Stille herrscht, wenn keine Musik spielt, spricht enorm für die sehr saubere Schaltung des Phantom.

Die hochwertige und gewichtige Metallfernbedienung ermöglicht eine Steuerung sämtlicher Funktionen
Die hochwertige und gewichtige Metallfernbedienung ermöglicht eine Steuerung sämtlicher Funktionen

Im nächsten Schritt möchte ich dem Digital-Analog-Wandler und der Verstärkerschaltung des Phantom unmittelbar auf den Zahn fühlen. Dafür speise ich ihn direkt mit der USB-Verbindung aus meinem PrimeCore Audio A7 Roon-Server. Meinen Mutec-Reclocker, den ich als essenziellen Spielpartner meines Mytek-Wandlers betrachte, lasse ich aus dem Spiel. Wie sich zeigt zurecht, denn „The Tunnel“ vom gleichnamigen Album des Tord Gustavsen Trio stellt die Qualitäten des Phantom sofort stichhaltig und unmittelbar heraus – ohne dass der Mutec beteiligt ist. Der Burr-Brown-Wandlerverbund spielt mit einer angenehmen Rundheit bei einer fantastischen Auflösung des Hochtonbereichs. Die Beckenanschläge werden mit einer schwebenden Leichtigkeit und Akkuratesse herausgearbeitet, die ich von meinem eigenen System nicht gewohnt bin. Der reproduzierte Dynamikumfang verleiht den Instrumenten eine große Lebendigkeit und Souveränität. Die Instrumentenseparation ist sehr gut, so dass sogar der Kontrabass, der bei diesem Stück oft etwas diffus platziert wirkt, einen klaren Platz im Stereopanorama erhält. Während ich meinem eigenen Setup einen Hauch Analytik diagnostizieren würde, spielt der Phantom charaktervoller und etwas weniger schnörkellos.

Aktuell höre ich vermehrt wieder das erste Album All My Demons Greeting Me As A Friend der norwegischen Künstlerin Aurora. Im Opener „Runaway“ werden alle Frequenzbereiche mit voller Gleichberechtigung wiedergegeben. Das harmonische Grundgerüst zu Beginn des Stücks ist zurückhaltend, lediglich mit verschiedenen summenden Stimmen arrangiert. Auch die eher im Hintergrund gehaltenen Stimmen, ohne besondere Effekte, werden mit viel Nachdruck und Gewichtigkeit dargestellt. Auroras Stimme wird von dem verwendeten Hallraum umspielt und steht deutlich im Vordergrund. Später wird das Stück durch kleine elektronische Percussionselemente und verschiedene Synthesizer ergänzt. Insgesamt spielt der Phantom das Stück etwas sanfter als ich es gewohnt bin. Er packt zwar im Bassbereich kräftig zu, die Bässe zu Beginn des Stücks werden tief, ansatzlos und sehr kraftvoll in den Raum gestellt. Die Auflösung im Mittelhochtonbereich ist makellos. Insgesamt legt der Phantom jedoch einen größeren Fokus auf die gesamtmusikalische Darbietung. Einzelnen Elementen wird etwas weniger Wichtigkeit zugemessen, so sind die durchaus klar umrissenen Einzelinstrumente etwas stärker miteinander verwoben und verbunden. Interessant, dass gerade ein tendenziell eher gewöhnlich produzierter Song, diese Eigenschaften stärker hervorhebt als die luftige ECM-Produktion des vorherigen Tracks. Insgesamt lässt sich ebenfalls eine leicht größere und breitere Abbildung einzelner Instrumente ausmachen. Besonders die Stimmdetails werden so interessant dargestellt. Die einzelnen feinen, differenzierten Klänge von Auroras Stimme werden eher nebeneinander als hintereinander, respektive übereinander entfaltet.


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