tests/26-06-02_spendor
 

Spendor A1.2

02.06.2026 // Carsten Bussler

Beim Wechsel des Verstärkers traute ich zunächst meinen Ohren nicht. Der Galion Audio TS34 wurde in die Pause geschickt und nun durfte der Musical Fidelity A1 ran. Trotz geringerer Nennleistung als der Galion wurde die gesamte Spielart nun schneller, frischer, spritziger und irgendwie einfach lebendiger. Es gibt so Momente im HiFi-Leben, da hast du das Gefühl, dass etwas einrastet, dass zwei Komponenten einfach wie füreinander geschaffen sind. Dies war so ein Moment! Das kann auch daran liegen, dass beide aus einem britischen Stall kommen. Was lag also näher als Brit-Pop aufzulegen: Oasis spielten etwa „Don´t Look Back In Anger“ und „Wonderwall“ so enthusiastisch und aus einem Guss, wie ich es selten erlebt habe –und das meine ich absolut und völlig preisklassenunabhängig. Oder The Verve mit mit „Lucky Man“ (Urban Hymns, Hut Recordings/Virgin, 1997): Das Klangbild baute sich aus der Mitte heraus auf, aus dem Stimmenbereich, und die Frequenzbandenden fügten sich einfach harmonisch ein. Klar, es fehlte die autoritäre Substanz feister Großboxen oder die feinstoffliche Hochtonauflösung guter Hörner, aber hey, solche Vergleiche verboten sich einfach, denn hier spielten hochmusikalische, integrierende Monitor-Lautsprecher, die fast so bruchlos wie sehr gute Breitbänder klangen.

Für mich persönlich war die Spendor A1.2 ein sehr heilsamer Ausflug heraus aus Hochwirkungsgrad- und Röhrengefilden, hinein in das Hier-und-jetzt-HiFi zum Auf-dem-Teppich-bleiben. Wer bezahlbare und aufstellungsunkritische hifidele Kleinlautsprecher sucht, der höre sich die Spendor A1.2 unbedingt an und hänge sie an den richtigen Verstärker. Die von mir verwendeten Geräte können dabei nur ein kleiner Fingerzeig sein, aber es würde mich stark wundern, wenn es da draußen noch viele vergleichbare „Matches“ wie das mit dem Musical Fidelity A1 gäbe.

STATEMENT

Spendor ist mit der Evolutionsstufe A1.2 die gekonnte Weiterentwicklung seines ohnehin tollen Einstiegs-Klassikers gelungen. Feine Auflösung, gutes Timing, hohes Tempo und eine saubere Darstellung ohne analytische Härte bilden die genetische Basis dieser technisch gelungen Lautsprecher. Mit dem richtigen Spielpartner gibt es dann noch pure Spielfreude drauf zu, was mir in dieser Preisklasse den allerhöchsten Respekt abnötigt.
Gehört mit
Phonovorverstärker Pro-Ject Phono Box S2 Ultra mit Pro-Ject Accu Box S2
Plattenspieler Pro-Ject Debut PRO + Plattenpuck PRO
Tonabnehmer Pro-Ject Pick it PRO
Vollverstärker Galion Audio TS34; Almarro A205A MkII, Musical Fidelity A1
Zubehör Dynamikks! Speakerlink I, Phono NF-Kabel Pro-Ject, Connect-it RCA-E
Möbel Hi-Fi Racks Ltd
Herstellerangaben
Spendor A1.2
Prinzip geschlossener 2-Wege-Regallautsprecher
Treiber Hochtöner: 2mm Polyamid-Kalotte; Tief-/Mitteltöner: 150 mm EP77 Polymer-Membran
Empfindlichkeit 83dB/W/m
Frequenzgang 60–2600Hz
Übergangsfrequenz 4200 Hz
Nennimpedanz 8 Ohm (Minimum 6,4 Ohm)
Abmessungen(HxBxT) 308 x 165 x 186mm (T)
Gewicht 4,8kg pro Lautsprecher
Belastbarkeit 100W
Empfohlene Verstärkerleistung 25-100W
Furniere Black Oak, Walnut, Oak, Satin White
Gehäusematerial MDF
Preis 1900 Euro

Vertrieb
DREI H Vertriebs GmbH
Anschrift Mika Dauphin
Kedenburgstraße 44
Haus D / 1. OG
22041 Hamburg
E-Mail mika.dauphin@drei-h.biz
Telefon +49 40 37507515


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