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Aavik Acoustics R-588

26.06.2026 // Dirk Sommer

Natürlich habe ich auch nach dem Erhalt der R-588 mit Michael Børresen telefoniert, um zu erfahren, was sie von ihrem Vorgänger unterscheidet: Die Topologie der Eingangsstufe habe er beibehalten, allerdings kämen im aktuellen Modell bessere Transistoren zum Einsatz, wobei er nicht erwähnte, ob es sich dabei um neue Typen oder eine strengere paarweise Selektion handelt. Außerdem greife er nun auf noch hochwertigere Resonant-Mode-Netzteile zurück, die die Audio-Schaltungen mit noch sauberer Energie versorgen, woraus ein besserer Fremdspannungsabstand resultiere. Ansuz und Aavik ziehen Resonant-Mode- den üblichen Schaltnetzteilen vor, da sie mit einem Sinus statt eines Rechtecks arbeiten und dadurch weniger und leichter herauszufilternde Störgeräusche produzieren – meine Vorurteile gegen jegliche Art von Schaltnetzteilen musste ich spätestens begraben, nachdem sich die R-580 als die Phonostufe mit dem geringsten Rauschen entpuppte, die je in meinem Hörraum stand. Doch zurück zur R-588: Den wohl deutlichsten Fortschritt gegenüber dem Vorgängermodell gibt es in der Ausgangsstufe: Arbeitete sie früher noch mit Operationsverstärkern, greift Aavik nun auf die selbst konstruierten, völlig diskret aufgebauten OP-Amps zurück, die oberhalb der Hauptplatine montiert sind. Die sind dem Topmodell der R-X88-Serie ebenso vorbehalten wie die diskreten Spannungsstabilisierungen.

Einen nicht geringen Anteil an den beeindruckenden klanglichen Leistungen der R-580 hatte natürlich auch die Ansuz-Rauschunterdrückungs-Technologie, die ich Ihnen erstmals im Bericht über das Ansuz-PowerSwitch vorstellte und welche die Audio Group Denmark, zu der Aavik, Ansuz, Børresen und Axxess gehören, ständig weiterentwickelt hat. Der R-588 ist mit 108 Active Tesla Coils, 216 Active Square Tesla Coils und neun Dither Schaltungen der dritten Generation ausgestattet. Das Hybridgehäuse aus Holz, Kupfer und Stahl haben Flemming Erik Rasmussen und Michael Børresen so gestaltet, dass es nicht nur eine extrem gute Resonanzkontrolle und Stabilität bietet, sondern auch durch seine außergewöhnliche Optik beeindruckt.

Die elegante Fernbedienung gehört zum Lieferumfang. Mit ihr lassen sich alle relevanten Einstellungen vornehmen
Die elegante Fernbedienung gehört zum Lieferumfang. Mit ihr lassen sich alle relevanten Einstellungen vornehmen

Die Front des R-588 beherrscht ein Display, das die Informationen sehr groß in roten Punkten darstellt. In Verbindung mit der schmucken, wenn auch aus Kunststoff gefertigten Fernbedienung könnte man damit sogar von einem weit entfernten Hörplatz die Abschlussimpedanz für einen Moving-Coil-Tonabnehmer einstellen. Hier bietet der Aavik 18 Werte an, eine ungewöhnlich große Menge: 50, 75, 100, 200, 300, 400, 500, 600, 700, 800 oder 900 Ohm und 1, 1,5, 2, 3, 4, 5 oder 10 Kiloohm. Ein Grund für diese Vielfalt dürfte sein, dass die Werte durch Fotowiderstände und eine Lichtquelle, deren Intensität über das Menü gesteuert wird, eingestellt werden. Mechanische Schalter oder Relais könnten zu Verlusten von Feininformationen im Phonosignal führen, begründet Michael Børresen seine Entscheidung für diese eigenständige Lösung. Zur Wahl stehen beim MC-Eingang darüber hinaus Verstärkungen von 58 oder 64 Dezibel und die Invertierung der Phase.

Beim als „DS Optical“ bezeichneten Eingang für die DS-Audio-Tonabnehmer ist es mit der Phase schon ein wenig komplizierter: Wie ich vom Entwicker der R-588 erfuhr, drehen alle Abtaster des japanischen Herstellers die Phase des rechten Kanals. Wenn man dies nicht berücksichtigte, würde man zwei gegeneinander verpolte Kanäle hören. Alle anderen mir bekannten Hersteller drehen daher die Phase des rechten Kanals ohne den Nutzer ihrer speziellen Entzerrer darüber zu informieren. Beim Aavik erscheint bei der Anwahl des entsprechenden Eingangs im Display aber „DS Optical Ri“, was darauf hinweist, dass die Phase des rechten Kanals invertiert wurde. Das Signal erklingt also so, wie es auf der Platte aufgezeichnet wurde.


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