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Qln – das Interview

07.07.2026 // Roland Dietl, Dirk Sommer, Christian Müller (Fotos)

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RD: Was bedeutet das genau?
MA: Das bedeutet, dass es bei dieser Membrangröße normal ist, die Abstimmfrequenz auf etwa 45 bis 50 Hertz einzustellen, wodurch man viel Bass erhält, der aber nicht so tief reicht. Ich verschiebe die Abstimmfrequenz weiter nach unten. Der Unterschied zwischen geschlossenen Gehäusen und Bassreflexgehäusen besteht darin, dass geschlossene Gehäuse einen saubereren Klang liefern. Das hängt auch vom Phasenverhalten ab und davon, wann der Bass aufhört oder nicht. Mit der tieferen Abstimmfrequenz verhält sich der Lautsprecher länger wie ein geschlossenes Gehäuse. Wenn die Abstimmfrequenz also tiefer liegt, bedeutet das, dass die Phasenverschiebungen auf eine niedrigere Frequenz verlagert werden.
RD: Wo liegt sie? Bei 30 Hertz?
MA: Ja, bei 30 Hz.
RD: Das entspricht ziemlich genau meinen Messungen.
MA: Diese Abstimmung bedeutet, dass man etwas weniger Bass hat, sagen wir mal zwischen 80 und 40 Hertz. Das ist kein Problem, weil man normalerweise einen gegenläufigen Raumeffekt hat. So entsteht eine bessere Balance, und man mehr Kontrolle in den tieferen Frequenzen.
RD: Vielleicht ist das die Erklärung.
MA: Ja, das könnte sein. Denn in dieser Hinsicht ist unsere Abstimmung anders.
RD: Würdest du sagen, es ist kein typischer Bassreflex-Lautsprecher?
MA: Nein, nein. Viele Leute sagen: „Ich mag keinen Bassreflex-Lautsprecher“. Unser Lautsprecher klingt ähnlich wie ein Lautsprecher mit geschlossenem Gehäuse, und das liegt daran, dass er sich über einen weiten Frequenzbereich wie ein geschlossenes Gehäuse verhält. Viele Entwickler widmen den Hochtönern zu wenig Aufmerksamkeit: Man hat eine Kalotte, und bei vielen billigen Hochtönern ist das Polstück dahinter flach. Das Innenvolumen beträgt also einen Kubikzentimeter, und das ist für eine Frauenstimme, für eine Opernsängerin oder was auch immer, sehr klein. Das komprimiert den Klang. Daher ist die Belüftung wichtig. Wir haben bei allen unseren Lautsprechern eine recht große Kammer, und für das neue Modell habe ich eine völlig neue Kammer konstruiert und die bisherige, die eigentlich ganz gut war, entfernt. Wenn man zu unseren Topmodellen kommt, zum Beispiel zum Master 7, ist das die Stufe, ab der wir beginnen, Kondensatoren aus 100-prozentiger Kupferfolie zu verwenden. Diese sind extrem teuer. Sie kosten mehr als die Hochtöner, und die Hochtöner sind nicht gerade billig. Ich habe eine neue Kammer entworfen und viel Mühe in die Abstimmung der Kammer gesteckt. Es gibt eine Belüftung, so dass ziemlich viel Schall abgestrahlt und in die hintere Kammer abgeleitet wird. Außerdem gibt es eine offene Bohrung hinter der Kalotte, und die Kammer wird mit Dämpfungsmaterial gefüllt. In unseren Lautsprechern verwenden wir zum Beispiel normalerweise Dämpfungsmaterial, das zu 70 Prozent aus Wolle und zu 30 Prozent aus Kunstfasern besteht. Die Kunstfasern sorgen für eine bessere Konsistenz der Wolle. Verwendet man nur Wolle, beginnt diese von Natur aus zu schrumpfen und sich zusammenzuziehen. Mit den Kunstfasern sorgen wir jedoch dafür, dass sie an Ort und Stelle bleibt und sich besser verarbeiten lässt. Verwendet man dieses Material jedoch in einem Hochtöner, nützt es nichts. Dort ist eine stärkere Dämpfung erforderlich. Und bei der Dämpfung muss man außerdem dafür sorgen, dass das Material atmen kann. Wir investieren viel Aufwand in die Art und Weise, wie wir die Dämpfung gestalten. Sie ähnelt eher einer Transmission-Line.

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RD: Gibt es noch irgendwelche Geheimnisse, die Du uns verraten kannst?
MA: Eigentlich gibt es keine Geheimnisse. Das Geheimnis liegt vielleicht darin, wie man verschiedene Komponenten und Materialien kombiniert, zu erkennen, wie unterschiedliche Materialien klingen, und zu versuchen, sie miteinander zu kombinieren. Wir müssen es herausfinden. Am besten hört man einfach hin!
RD: Das ist ein perfekter Satz zum Abschluss. Vielen Dank für das Gespräch.

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