tests/26-07-21_matrix
 

Matrix Audio mini-i Pro 4

21.07.2026 // Finn Corvin Gallowsky

Über LAN mit meinem Audionetzwerk verbunden, funktioniert jedwedes Streaming absolut stabil und unaufwendig. Für den Hörtest nutze ich den mini-i Pro 4 zunächst gemeinsam mit meinem Roon Core und lasse die Daten über das Roon-eigene RAAT-Protokoll an den Streamer senden. So kann ich meine in Roon hinterlegte Raumkorrektur nutzen. Die Einrichtung ist in wenigen Sekunden erledigt. Der mini-i verhält sich als Vorstufe direkt an meinem Verstärker absolut mustergültig: frei von jedwedem Grundrauschen und mit einem fein steuerbaren und sinnvoll nutzbaren Lautstärkeregelbereich. Gerade bei günstigeren DACs wie beispielsweise dem in meinem Schreibtischsetup agierenden Soncoz SGD1 ist mir die Lautstärkeregelung im unteren Regelbereich oft zu unsensibel.

Als erstes höre ich Brendan Perrys „Wintersun“ vom Album Ark. Der Matrix stellt sofort eine großartige Detailauflösung unter Beweis, bei einem modernen Wandler ist das zwar nicht mehr weiter verwunderlich, aber dennoch erwähnenswert. Ein tiefer Synthbass bildet den markanten Unterbau des Musikstücks. Er wird kräftige und sehr stabil positioniert in den Hörraum projiziert. Dabei wirkt er dennoch unbeschwert und nicht mit Bassenergie überladen. Brendans Stimme und das Reverb sind musikalisch miteinander verwoben, aber doch getrennt voneinander wahrnehmbar. Insgesamt sind die Instrumente sehr klar positioniert und haben tendenziell eine eher kleine, konzentrierte Ausdehnung. Ihr Layering gelingt dem Wandler gut. Beim Übergang des Stücks in den dichter orchestrierten Abschnitt nach dem eher ruhigen Intro, könnten die Instrumente allerdings für meinen Geschmack in der Bühnentiefe etwas besser voneinander differenziert sein. Trotzdem sind insbesondere die Schellen auf der linken Seite und die Trommel auf der rechten Seite sehr schön zwischen den Synthklängen platziert. Die choralen Klänge umrahmen das deutlich im Vordergrund stehende Gitarrensolo. Die Unterschiede zu meiner eigenen Kette finden sich lediglich in Nuancen. Mein eigener Wandler agiert insgesamt etwas weicher mit minimal geringerem Gesamtdetailgrad, Instrumente wirken weniger scharf umrissen. Der Basssynth zu Beginn steht nicht ganz so unverrückbar im Raum wie mit dem Matrix. Dafür kann ich einzelnen Klängen etwas mehr mikrodynamische Details entnehmen. Der im mittleren Frequenzbereich spielende Synth scheint etwa feiner zu oszillieren. Die Bühne wirkt einen Hauch tiefer, das Layering der Instrumente fällt etwas eindrücklicher aus. Zusammenfassend ist der Brooklyn DAC+ zur Abwechslung mal der musikalischere Wandler und nicht das Studiowerkzeug, dessen Gene er nie ganz abstreifen kann. Die gehörten Unterschiede lassen sich hauptsächlich ziemlich sicher auf seine Ausgangsstufe, analoge Lautstärkeregelung und das Aufbereiten des Signals durch den Mutec MC-3+ USB schieben.

Der Kopfhörereingang treibt meinen Sennheiser HD 800 s am symmetrischen Pentaconn-Ausgang zuverlässig an. Meine Vision Ears VE7 zeigen mit einem hörbaren Grundrauschen am unsymmetrischen Ausgang, dass der Kopfhörerverstärker nicht auf den Betrieb aller In-Ear-Typen optimiert wurde
Der Kopfhörereingang treibt meinen Sennheiser HD 800 s am symmetrischen Pentaconn-Ausgang zuverlässig an. Meine Vision Ears VE7 zeigen mit einem hörbaren Grundrauschen am unsymmetrischen Ausgang, dass der Kopfhörerverstärker nicht auf den Betrieb aller In-Ear-Typen optimiert wurde

Auch “From Gargarin’s Point of View” des Esbjörn Svensson Trios vom gleichnamigen Album meistert der Pro 4 „laid back“ und vor sich hin perlend. Die Aufnahme wirkt auch mit meinem eigenen DAC insgesamt etwas stumpf und nicht ganz so differenziert, wie sie sein könnte. Ich möchte testen, ob der Umstieg von Roon-Streaming auf S/PDIF am Pro 4 noch etwas mehr Leben aus der Aufnahme kitzeln kann. Tatsächlich klingt die Schnittstelle in meinen Ohren noch einmal besser als das Roon-Streaming. Hier sind es noch kleinere Nuancen als beim Direktvergleich des Matrix-Wandlers mit meinem Brooklyn DAC. Der Mutec-Reclocker (samt Schnittstellenwechsel) verhilft auch dem Matrix zu einem etwas gelösteren Klangbild, mit einem Hauch mehr Tiefe und etwas befreiter spielenden Instrumenten. Über die S/PDIF-Schnittstelle wirkt das Stück etwas weicher, analoger, insgesamt mit einem minimal geringeren Detailgrad, aber einer feineren Nuancierung der Spieldynamik des Trios – ein ähnlicher Unterschied wie ich ihn initial beim Vergleich des Pro 4 mit meinem Brooklyn DAC+ beschrieben habe. Die Wandler selbst ohne weitere Peripherie liegen klanglich folglich sehr nah beieinander. Würde man den Matrix jetzt noch mit einer hochwertigen Vorstufe paaren und die interne Lautstärkeregelung umgehen, kann ich mir gut vorstellen, dass er am Brooklyn vorbeiziehen könnte.

Zu den symmetrischen und unsymmetrischen Ausgängen gesellt sich ein unsymmetrischer analoger Eingang
Zu den symmetrischen und unsymmetrischen Ausgängen gesellt sich ein unsymmetrischer analoger Eingang


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