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MSB Technology The Sentinel DAC

31.07.2026 // Dirk Sommer

Leider kann ich nicht behaupten, auch mit dem Klang des Cascade hundertprozentig vertraut zu sein. Wie Frank Vermeylen schon während der High End in Wien berichtete, hatte Dustin Symanski, MSBs Chef-Schaltungsdesigner, bei der Entwicklung des Sentinel neue Erkenntnisse gewonnen, aus der die sogenannte „Bit Diffusion Technology“ hervorging. Wie Jonathan Gullman, Geschäftsführer, Project Designer und Mitinhaber von MSB, auf Anfrage mitteilte, sei die Technologie extrem komplex und daher ebenso schwierig zu erklären wie zu verstehen. Vor allem wolle man sie exklusiv verwenden und das Wissen darum nicht mit anderen teilen. Er ließ lediglich verlauten, dass Dustins Symanskis Konzept für die BDT ursprünglich aus der Betrachtung der Beziehung zwischen einem Atom und der Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion eines Elektrons entstanden sei. In Anlehnung an dieses Naturphänomen werde die Bit-Diffusion nicht nur auf die einzigartige Architektur des Sentinel mit 64 unabhängigen DAC-Kanälen, sondern auch auf die des Cascade mit 16 Kanälen angewendet. Leise Umgebungsgeräusche und digitale Artefakte würden diffus verteilt, was zu einem analogähnlichen Klang und einer wesentlich entspannteren, ermüdungsfreien Wiedergabe beitrage. Die Bit Diffusion Technology werde in alle neuen Cascade implementiert. Leider war sie aber bei meinem Test des Trios noch nicht verfügbar.

Die Bedienungselemente auf der Oberseite des Sentinel Director
Die Bedienungselemente auf der Oberseite des Sentinel Director

Eine weitere Verbesserung soll eine neue Firmware gebracht haben, so dass man sagen könnte, dass ich meine Erfahrungen mit einem Cascade der ersten Generation gemacht habe, aktuell aber bereits die dritte Generation auf dem Markt ist – wenn auch MSB diese Terminologie nicht benutzt. Noch einmal kurz zurück zur neuen Firmware: Wie Jonathan Gullman in seiner E-mail schrieb, habe Dustin Symanski einige kleine Anpassungen der Firmware vorgenommen, nachdem er sich näher mit dem Palisade-DAC beschäftigt habe. Dieser habe eine besondere Herausforderung dargestellt, da er über weniger DAC-Module verfüge. Daher habe Dustin Symanski einige neue Lösungen entwickelt und umgesetzt. Die Ergebnisse wären so beeindruckend gewesen, dass er dieselben Ideen auch bei den DACs des Cascade und des Sentinel angewendet habe. Die Änderungen seien geringfügig, doch der Klanggewinn enorm gewesen.

Das Anschlussfeld des Director mit vier Eingangsmodulen und den beiden Lichtwellenleitern zur Ansteuerung des Wandlers
Das Anschlussfeld des Director mit vier Eingangsmodulen und den beiden Lichtwellenleitern zur Ansteuerung des Wandlers

Damit ich zumindest einen Anhaltspunkt für die Bewertung des Sentinel hatte, bekam ich die Gelegenheit, anfangs den aktuellen Cascade mit einer Reihe meiner Test-Tracks zu hören. Doch bevor ich ins Schwärmen komme, sollte ich kurz darstellen, in welchen konstruktiven Bereichen sich der Sentinel und der Cascade unterscheiden und wo sich Gemeinsamkeiten finden. Zu diesen zählt neben der neuen Firmware – MSBs Wandler arbeiten mit FPGAs – und der Bit Diffusion Technology, dass in beiden Dreier-Sets die Schaltungen für die digitale Signalaufbereitung, die Wandlung inklusive analoger Vorstufe mit ebensolcher Lautstärkeregelung und die Stromversorgung für den Wandler auf drei Gehäuse verteilt sind. Die Eingangsmodule für den Director, der die Signale für den Wandler aufbereitet und das Display und den Lautstärke-Drehgeber beherbergt, sind für die Sentinel und den Cascade die gleichen. Sie stellen sicher, dass die MSB-Geräte auch mit in Zukunft eingeführten Schnittstellen kompatibel sein werden. Den einzigen augenfälligen Unterschied zwischen den beiden Direktoren stellen die Schächte für die SFP-Module dar: Beim Cascade transportiert eine Lichtwellenleiter-Verbindung die für die Wandlung aufbereitete Signale zum Wander, beim Sentinel sind es deren zwei.


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