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Ein Besuch bei Audio Consulting CH

02.05.2014 // Jürgen Saile

An Genf habe ich gute Erinnerungen. Als Student hatte ich seinerzeit einen ehemaligen Schulkameraden besucht, der an der dortigen Universität studierte. Sehr stark hatte mich damals – und daran kann ich mich heute noch erinnern – die örtliche Mensa beeindruckt. Wenn man den lieblosen Fraß an der Münchener Uni gewohnt war, kam einem das in Genf wie im Gourmetlokal vor. Ein Kulturschock!

Der Autor und Serge Schmidlin im Allerheiligsten. Der Hörraum wirkt auf dem Bild kleiner, als er tatsächlich ist
Der Autor und Serge Schmidlin im Allerheiligsten. Der Hörraum wirkt auf dem Bild kleiner, als er tatsächlich ist

Diesmal bleibt die Uni außen vor, es geht zu Serge Schmidlin, dem Gründer der Firma Audio Consulting. Nun denkt man hierzulande bei dem Begriff Consulting eher an Rationalisierung, Outsourcing und Vernichtung von Arbeitsplätzen. Oder beispielsweise um die relevante Fragestellung: Wie viele Glühbirnen braucht eine Stadt wie München? Damit hat Schmidlin aber nun rein gar nichts zu tun. Sonst wären wir auch nicht unterwegs. Wir, das sind Dirk Sommer und ich.

Während ich also zum wartenden Auto von Dirk gehe, überlege ich schon fieberhaft, womit ich die todsicher kommende Breitseite zum Thema „meine Bandmaschine und ich, im Allgemeinen und Besonderen“ kontern könnte. Das funktioniert wahrscheinlich nur mit der gleichen vollen Breitseite, vielleicht mit: Neue Erkenntnisse bei der Therapie von Darmkrebs? Hm, wir werden sehen.

Rückblickend muss ich allerdings feststellen, dass meine Taktik nicht sehr erfolgreich war. Als Quintessenz einer längeren Fahrt Richtung Schweiz kann ich vermelden, dass ich jetzt endlich weiß, was ein De-Esser ist. Hat leider nichts mit Gourmet zu tun, sondern irgendwie kann man damit die Aufnahmen menschlicher Stimmen so verbiegen, dass dann jeder lispelt. Oder so ähnlich.

Seltsamerweise wechselt Dirk das Gesprächsthema schlagartig, sowie wir die schweizer Grenze überschritten hatten. Auf schweizer Uhren. Davon versteh’ ich nun überhaupt nichts, immerhin kann ich sagen, wie viel Uhr so ein Ding anzeigt. Aber egal, es war sehr unterhaltsam und nachdem mittlerweile alle Hinweisschilder an der Autobahn in französischer Sprache erscheinen, kann man vermuten, dass Genf nicht mehr weit sein kann.

Von der Einwohnerzahl her betrachtet liegt Genf etwa in der Größenordnung von Kassel, damit sind aber auch schon alle Gemeinsamkeiten aufgezählt. „Eingebettet zwischen nahen Alpengipfeln und dem Hügelzug des Juras liegt die französischsprachige Stadt Genf in der Bucht, wo die Rhone den Genfersee verlässt“ so lautet die Werbeprosa der Stadt...

Jetzt kann ich auch endlich das Wahrzeichen von Genf sehen, den 140 Meter hohen Jet d’Eau im Genfersee, oder wie der Bayer sagen würde: den riesigen Spritzbrunnen. Dachte ich zumindest. Allerdings ist hierfür momentan keine Zeit, Audio Consulting residiert nämlich nicht direkt in Genf, sondern in einem nahegelegenen Örtchen namens Commugny. Nach der Ausfahrt von der Autobahn kommt man in eine Gegend, die einem sofort das Gefühl vermittelt, hier ist die Welt noch in Ordnung. Zwischen den zahlreichen Villen mit eigenem Swimmingpool und riesiger Landwirtschaft mit Kühen suche ich vergeblich nach etwas, das aussehen könnte wie ein Firmensitz. Zugegeben, die links erkennbaren Weinstöcke haben irgendwie etwas Beruhigendes an sich. Und irgendwoher muss ja auch die Milch für die schweizer Schoggi herkommen. Aufklärung kommt jedenfalls wieder von unserem Chefredakteur: In dieser Gegend wohnt Schmidlin, hier werden auch seine Geräte entwickelt, produziert wird woanders. Allerdings alles in der Schweiz. Klingt irgendwie vernünftig.

So eine sauber aufgeräumte Werkstatt findet man wahrscheinlich nur in der Schweiz! Vorne rechts Ringkerne aus kornorientiertem Siliziumeisen, das Wickeln dieser Kerne muss vollständig manuell durchgeführt werden. Der große Trafo links ist das Urmodell, von dem alles ausging
So eine sauber aufgeräumte Werkstatt findet man wahrscheinlich nur in der Schweiz! Vorne rechts Ringkerne aus kornorientiertem Siliziumeisen, das Wickeln dieser Kerne muss vollständig manuell durchgeführt werden. Der große Trafo links ist das Urmodell, von dem alles ausging


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