Paralyse Audio PROTO

17.07.2015 // Peter Banholzer

Am Anfang war das Wort, heißt es im Evangelium, aber am Anfang jeder guten High-End-Kette steht erst einmal ein Rack. Wie wichtig ein solches für die Musikwiedergabe ist, wurde mir vor knapp zehn Jahren exemplarisch vor Augen respektive vor Ohren geführt als ich in meine damalige Anlage in ein hochwertiges Copulare Rack überführte.

Ein Freund von mir war damals auch dabei und beide konnten wir gar nicht begreifen, welche neuen Klangdimensionen sich nur durch den Austausch des Racks ergaben. Mit so einem dramatischen Zugewinn hätten wir niemals gerechnet. Seither war das Thema Rack für mich erledigt bis ich auf der High End 2015 Carsten Tragsdorf kennenlernte, dessen Paralyse Audio Racks sich von anderen Konstruktionsprinzipien grundlegend unterscheiden. Tragsdorf ist seit seiner Jugend mit dem HiFi-Bazillus infiziert und war nach einer Ausbildung zum Werkzeugmacher und einem Studium für Maschinenbau beim renommierten RWTH in Aachen und im Forschungszentrum eines Automobilherstellers tätig, bevor er sich vor acht Jahren selbständig machte und seither mit mehreren Mitarbeitern erfolgreich für große Automobilhersteller arbeitet. Sein Know how bei Advanced Engineering im Bereich Materialforschung und die Durchführung von sogenannten numerischen Simulationen von mechanischen Systemen mittels CAD & CAE Tools floss unmittelbar in die Entwicklung der Paralyse Audio Racks ein. Die Gemeinsamkeit der Entwicklungsprozesse liegi hauptsächlich im Verständnis für die Einsatzmöglichkeiten und Grenzen der dabei verwendeten Werkstoffe.

Nach wissenschaftlichen Methoden klangoptimiertes Rack von zeitloser Eleganz
Nach wissenschaftlichen Methoden klangoptimiertes Rack von zeitloser Eleganz

Der hohe Anspruch war, nicht weniger als eines der weltbesten audiophilen Tonmöbel mit herausragenden technischen Eigenschaften zu entwickeln, das zudem auch höchsten ästhetischen Ansprüchen genügen und den Charakter eines Designobjekts besitzen sollte. Wirtschaftliche Zwänge sollten das Objekt nicht einschränken, also ein echtes cost-no-object-Vorhaben. Die Anzahl der verwendeten Teile und Materialien sollte sich jedoch auf ein Minimum reduzieren, um eine exaktere Beschreibbarkeit ihrer physikalischen Eigenschaften für einen modellhaften Optimierungsansatz zu ermöglichen. Dabei verwendet Tragsdorf als Modellansatz für die unterschiedlichen Elemente des Racks und deren Zusammenwirken im ersten Schritt die numerische Finite-Elemente-Methode. Das Grundprinzip der Konstruktion basiert auf der Entkoppelung einzelner Masseschwinger, um eine gegenseitige Beeinflussung zu vermeiden. Dazu setzt Carsten Tragsdorf eine Subchassis-Konstruktion zur kompletten mechanischen Entkoppelung gegenüber dem Körperschall ein. Ein weiteres Ziel war die Minimierung von Mikrofonieeffekten, damit alle Bauteile der im Rack stehenden Geräte optimal arbeiten können.

Die einzelnen Bambusböden werden ringsum eingefräst und mit flüssigem Zinn gefüllt
Die einzelnen Bambusböden werden ringsum eingefräst und mit flüssigem Zinn gefüllt

Als Basiselement verwendet Paralyse Audio eine 20 Millimeter starke Stahlplatine, deren Spannung im Umformprozess durch einem nachgeschalteten Wärmeprozess wieder eliminiert wid. Beim Umformprozess auf den Biegeradius wirken Kräfte von circa 120 Tonnen. Das Basismodul wird zum Fußboden hin durch elastisch aufgehängte Stellfüße gegen Trittschalleinträge geschützt. Die hohe Masse und die spezielle Gestaltung lassen nur einen mittelfrequenten Körperschallanteil in die Struktur des Basismoduls. Der Boden und dessen Gestaltung sind so abgestimmt, dass ein hochfrequenter Luftschallanteil über innere Reibung in Wärmeenergie umgewandelt wird.


  • IsoTek Evo3 Genesis One

    Jeder Audiophile weiß, dass die Klangqualität seiner Kette nicht unwesentlich von der Sauberkeit der Energie abhängt, mit der sie betrieben wird. Leider sind die Ergebnisse von Tests nicht eins zu eins auf die heimische Kette übertragbar, dafür sind die Gegebenheiten regional zu unterschiedlich. Im breit gefächerten Angebot von IsoTek dürfte es aber für jedes Problem eine Lösung geben. Schließlich beschäftigt sich Keith Martin seit nun fast 20 Jahren mit Produkten zur Verbesserung der Stromversorgung von…
    30.10.2017
  • Aqvox LAN-Detoxer RJ45 Kappen

    Eigentlich wollte ich Ihnen die SE-Version der AQ-Switch-8 vorstellen, musste aber davon Abstand nehmen, da Susanne Candeias und Norman Lübke eine nochmals verbesserte Variante geschaffen hatten, die inzwischen auf dem Weg nach Gröbenzell ist. Den erstem SE begleiteten ein paar „Nubsis“, die im Aqvox-Shop in der Voodoo-Ecke zu finden sind. Um die geht es hier. Vor Produkten aus besagter Ecke im Aqvox-Angebot graut mir seit der Beschäftigung mit den USB-Detoxern nicht im geringsten: Die Abschlüsse…
    08.09.2017
  • Hijiri 'Takumi'

    Als ich mich vor etwa einem Jahr mit den Hijiri-'Nagomi'-Netzkabeln beschäftigte, musste ich den Rat des Herstellers, sie in einem mit Harmonix-Produkten getunten Raum zu verwenden, ignorieren. Dennoch hinterließen sie den allerbesten Eindruck. Da haben es die 'Takumi'-Kabel nun besser: Inzwischen ist Harmonix aus meinem Hörraum nicht mehr wegzudenken. Für alle, die den Bericht über die 'Nagomi' nicht gelesen haben, hier noch einmal kurz der Zusammenhang zwischen Harmonix und Hijiri: Beides sind Marken der Combak…
    07.08.2017
     
  • Sieveking Quantum Noise Resonator

    Der Quantum Noise Resonator gehört zu der Sorte von Geräten, die hitzige Diskussionen auslösen dürften, denn seine Wirkungsweise lässt sich mit der Schulphysik wohl nicht erklären. Ich sehe das vollkommen undogmatisch, schließe das Gerät an und höre – nichts! Ein Erfahrungsbericht mit einer Überraschung. Mit Jan Sieveking arbeite ich schon eine Weile zusammen. Wenn er über den Klang seiner Vertriebsprodukte wie etwa die feinen Lautsprecher von Verity, die schwergewichtige Vorstufe von AudiaFlight oder die Kabel…
    26.06.2017
  • BETONart-audio Silenzio

    Die Silenzio von BETONart-audio ist eine Geräte-Basis aus Gussbeton. So einfach, wie sie aussieht, ist sie nicht. In ihr steckt mehr. Auf den diesjährigen Norddeutschen Hifi-Tagen gefiel sie mir so gut, dass ein Testbericht verabredet wurde. Im Vorführraum von BETONart-audio in Hamburg war die Silenzio Basis nicht der einzige Star. Auch die dort spielenden Lautsprecher ließen aufhorchen. Boxen aus Beton sind die eigentliche Profession des Herstellers aus Leimen bei Heidelberg. Leimen dürfte den meisten von…
    09.06.2017
  • Aqvox: Kleine Stecker, großer Klang

    Mit zwei neuen Produkten für den USB-Port verbessert Hi-End Spezialist Aqvox die Wiedergabe der Audio-Kette: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1 und Aqvox USB Detoxer Terminator QL2. Die Aqvox USB Detoxer Terminator erfüllen mehrere Aufgaben, die für bessere Klang der Hifi-Kette sorgen: Sie verschließen offene USB-Eingänge mechanisch und elektronisch. Sie wirken gegen HF-Einstrahlung und Elektrosmog, entstören den USB-Bus und Stromfluss der USB-Daten-Ports, reduzieren Jitter auf den USB-Leitungen und optimieren und harmonisieren in Summe Signalfluss und Timing…
    08.06.2017