tests/15-07-27_ayon
 

Ayon S-3

27.07.2015 // Roland Dietl

Digital-Analog-Wandler haben in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung erfahren und die Zeiten, in denen Musik von der Festplatte von High End-Anhängern verpönt wurde, sind auch längst vorbei.

Um die Musik möglichst verlustfrei von einem Massenspeicher (NAS oder USB-Festplatte) zum Digital/Analog-Wandler zu transportieren, wird als Bindeglied (Brücke), ein Streamer oder Netzwerkplayer benötigt. Hierzu kann man einen PC auf Windows-, MacOS X- oder Linux-Basis einsetzen, der mit dem heimischen Netzwerk verbunden ist. Allerdings ist die Integration eines PC in die heimische Stereoanlage unter High End-Gesichtspunkten alles andere als einfach. Ein PC ist für die „reine“ Musikwiedergabe nicht optimiert; man denke nur an die Vielzahl im Hintergrund ablaufender Prozesse, an Störsignale produzierende Schaltnetzteile und lärmende Lüfter. Auch die üblicherweise verwendete USB-Verbindung mit dem Digital-/Analogwandler ist zwar einfach zu handhaben, aber klanglich alles andere als problemfrei. Ich bin immer wieder überrascht, wenn ich selbst in extrem teuren Anlagen ganz einfache PCs von der Stange antreffe, die nicht weiter optimiert wurden. Nicht zuletzt aufgrund dieser Schwierigkeiten, aber auch aus prinzipiellen Gründen ist es vielen Musikfreunden regelrecht zuwider, einen PC in die heimische Musikanlage zu integrieren.

Der S-3 im formschönen schwarzen Gehäuse
Der S-3 im formschönen schwarzen Gehäuse

Eine andere Lösung sind spezialisierte Geräte, die kompromisslos auf reines Audio-Streaming in bestmöglicher Qualität mit hochspezialisierten Bauteilen setzen. Optimaler Weise wird dabei die Streaming-Einheit auf kürzestem Weg direkt mit einem hochwertigen Digital/Analog-Wandler verbunden. Wenn das Ganze dann noch um eine Vorstufe mit analoger Lautstärkeregelung erweitert und mit einer röhrenbestückten Ausgangsstufe kombiniert wird, gelangt man fast zwangsläufig zum Ayon S-3 oder dem größeren Bruder S-5. Beim österreichischen Spezialisten für hochwertige Röhrengeräte hat man keine Berührungsängste mit der Digital-Technik und beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema Streaming. Von dem exzellenten Know-how konnte ich mich im Gespräch mit dem Inhaber von Ayon, Gerhard Hirt, persönlich überzeugen.

Der S-3 präsentiert sich in einem massiven, hervorragend verarbeiteten Gehäuse aus Aluminium, das auf vier soliden Gerätefüßen steht. Die Frontseite besteht aus einem 3,5-Zoll-Farb-TFT-Display und mehreren kleinen Tastern, die die direkte Navigation durch die verschiedenen Menüs und die eigene Mediathek erlauben. Ein weiteres kleines Display zeigt die gewählte Lautstärke an, die an der linken Seite mit einem großen Drehknopf eingestellt wird.

Das gut ablesbare Display, mit den Tasten links kann mann die wichtigsten Einstellungen vornehmen
Das gut ablesbare Display, mit den Tasten links kann mann die wichtigsten Einstellungen vornehmen

Die Auswahl der verschiedenen Eingänge erfolgt mit dem Eingangswahlschalter, der auf der rechten Seite symmetrisch zum Lautstärkeregler angeordnet ist. Darüber hinaus lassen sich alle wichtigen Funktionen des S-3 über die Fernbedienung steuern. Betrachtet man seine Rückseite wird klar, dass bei der Konzeption das Motto „Vielseitigkeit und Flexibilität“ gelautet haben muss: So finden sich vier digitale Eingänge für XLR (AES/EBU), RCA (S/PDIF), BNC (S/PDIF), TOSLINK (S/PDIF) und ein I2S Eingang, der über eine RJ45 Buchse realisiert ist. Alle Eingänge akzeptieren PCM bis 24 Bit/192 KHz. Zusätzlich verfügt der S-3 über zwei USB-Eingänge – jeweils einen auf der Vorder- und Rückseite – zum direkten Anschluss einer Festplatte oder USB-Sticks.

Die Verbindung mit einem Netzwerk erfolgt entweder per Kabel über den RJ45 Ethernet Anschluss oder drahtlos über das integrierte Wi-Fi-Modul, wobei die Übertragung hier auf 24 Bit/96 KHz beschränkt ist. Darüber hinaus verfügt der S-3 über einen koaxialen Digital-Ausgang (S/PDIF) zum Anschluss eines digitalen Aufnahmegeräts oder externen D/A-Prozessors.

Die Fernbedienung im edlen Metall-Gehäuse
Die Fernbedienung im edlen Metall-Gehäuse


  • EternalArts DP MkII

    Der neue EternalArts DP MkII ist ein CD-Player und Digital-Audio-Wandler mit Röhrentechnik. Die Bezeichnung ist etwas irreführend, denn das MkII bedeutet in diesem Falle nicht, dass es sich um eine überarbeitete Version handelt. Vielmehr ist er technisch und klanglich seinem deutlich teureren Bruder sehr ähnlich. EternalArts geht mit dem DP MkII erstmals einen anderen Weg: Der neue CD-Spieler mit extern zugänglichem integriertem Digital-Analog-Wandler wird ausschließlich direkt ab Werk verkauft. Nur so lässt sich laut Dr.…
    18.11.2019
  • SPL Director Mk2

    Aus der Redaktion erfuhr ich, dass mein Kollege Jürgen Saile vom SPL Phonitor XE Kopfhörer-Verstärker mit dem neuen DAC 768 Wandler-Modul ganz begeistert sei, wie Sie inzwischen ja auch lesen konnten. Nun steht bei mir das Vorverstärker-Pendant, der SPL Director Mk2, der in einigen Aspekten gleichartig ist. Die SPL-Entwickler und Produktdesigner – federführend ist bei der Professional Fidelity-Linie Bastian Neu – verstehen es, ihre Voltair-Technologie in relativ kleinen Gehäusen unterzubringen. Dennoch findet man nicht nur…
    29.10.2019
  • AudiophileOptimizer – Teil 2

    Ich habe es in Teil 1 meines Berichts über AudiophileOptimizer bereits angekündigt: Die Klangqualität eines Windows Systems lässt sich noch erheblich steigern, wenn wir auf eine Version von Windows Server als Betriebssystem zurückgreifen. Wir begeben uns jetzt zu den Wurzeln von AudiophileOptimizer. Die Idee von Philipp Hobi, ein Windows Server Betriebssystem anstelle des üblichen Windows Client Betriebssystems zu verwenden, war vor einigen Jahren revolutionär und ist auch heute noch zumindest außergewöhnlich. Die dahinterstehende Überlegung ist…
    11.10.2019
  • AudiophileOptimizer – Teil 1

    Meist dauert es mehrere Wochen, um einen Testbericht zu schreiben, manchmal auch länger – dann wird unser Chefredakteur unruhig. Am Bericht über AudiophileOptimizer, eine Programm-Suite zur Optimierung von Windows-Betriebssystemen für die Musikwiedergabe, habe ich mehrere Monate gearbeitet und unseren Chefredakteur in die Verzweiflung getrieben! Neue Betriebssystem-Versionen und die erst vor kurzem veröffentlichte Version 3.0 von AudiophileOptimizer während des Testzeitraums haben immer wieder zu Verzögerungen geführt. Beta-Versionen wollte ich nicht vorstellen, und alles sollte weitgehend ausgetestet…
    08.10.2019
  • Moon 780D V2 Streaming DAC

    Das digitale Flaggschiff der kanadischen Nobelmarke Moon macht optisch eine Menge her. Der DA-Wandler mit integriertem Streaming-Modul verspricht tollen Klang und verbindet Eleganz mit Bedienungskomfort. Er ist jedoch kein billiges Vergnügen. Seit wenigen Monaten kümmert sich Dynaudio um den Vertrieb der Marke Moon des kanadischen Herstellers Simaudio. Dynaudio ist mit seinem flächendeckenden Händlernetz in Deutschland und Österreich ein bestens aufgestellter Partner. Der eigene Anspruch der Kanadier und ihr Versprechen auf der hauseigenen Website liest sich…
    16.09.2019
  • SOtM Netzwerk-Player sMS-200ultra Neo, Netzteil sPS-500, USB Hub tX-USBultra, Masterclock sCLK-OCX10 – Teil 2

    Wie wir in Teil 1 meines Berichts gesehen haben, weiß der sMS-200ultra Neo bereits in der Grundkonfiguration mit ausgezeichnetem Klang zu überzeugen. Bleibt die Frage zu beantworten, ob sich da mit dem Netzteil sPS-500, dem USB Hub tX-USBultra und vor allem mit der Super Clock sCLK-OCX10 noch mehr herausholen lässt. Legen wir den sMS-200ultra Neo kurz zur Seite und schauen uns den tX-USBultra genauer an. Bei diesem Gerät handelt es sich im Grundsatz um ein…
    07.01.2019

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.