PS Audio BHK Signature 300 Amplifier

29.08.2016 // Dirk Sommer

Rechnet man die Einstiegsdroge Sprout hinzu, hat sich PS Audio im Laufe der letzten Jahre zum Elektronik-Vollsortimenter entwickelt: Von der Stromversorgung über digitale Quellen, eine Phonostufe und den erwähnten Vollverstärker bis zu Vor/Endstufen-Kombinationen reicht das attraktive Angebot – und mit letzteren wendet sich Paul McGovan erstmals auch an „Tube Roller“.

Als „Tube Roller“ bezeichnet man übrigens Hifi- und Technik-Begeisterte, deren Hobby es ist, die serienmäßig in den Geräten eingesetzten Röhren gegen ähnliche, kompatible Modelle auszutauschen – seien dies nun aktuelle Typen oder kostspielige New-Old-Stock- oder kurz NOS-Raritäten. Und diese Art des Klang-Tunings hat PS Audio bei der Konstruktion der BHK-Verstärker durch billigend berücksichtigt – womit ich vorab schon verraten habe, dass in den Stereo- und Monoendstufen erstmals in der Firmengeschichte von PS Audio Röhren die Verstärkung übernehmen. Aber dennoch fällt das zu testende-Duo nicht in den Zuständigkeitsbereich unseres Röhrenspezialisten. Denn für den Geschmack von Jürgen Saile, der in Kürze die Durststrecke für Glaskolben-Fans beenden und über eine 300B berichten wird, tummeln sich in den PS-Audio-Amps viel zu viele Transistoren: Die BHK Signature 300 Mono sind klassische Hybrid-Designs. Doch dazu später mehr.

Der Mono-Block im typischen ebenso schlichten wie eleganten PS-Audio-Design
Der Mono-Block im typischen ebenso schlichten wie eleganten PS-Audio-Design

Anders als in der Automobilindustrie, wo selbst Sportwagenhersteller und Nobelmarken heute SUVs im Portfolio haben und es nur noch darum geht, für jede noch so kleine Marktnische ein Modell mit dem eigenen Firmenlogo anbieten zu können, zeichnet sind in der – amerikanischen – Audioszene ein wirklich begrüßenswerter Trend ab: Begibt sich einer der renommierten Hersteller von seinem Spezialgebiet auf ein für ihn neues Terrain, kombiniert er nicht einfach vorhandene Baugruppen mit ein paar Neuteile zu einem anders aussehenden Ganzen, sondern versichert sich für die Ausweitung seines Angebots der Mitarbeit eines anerkannten Spezialisten auf diesem Gebiet. Ein gutes Beispiel dafür ist Audioquest, wo Gordon Rankin die DragonFlys und Skylar Gray den Nighthawk Kopfhörer entwickelte. Auch PS-Audio-Chef Paul McGowan verfolgt dieses Konzept: So erarbeitete der Software-Spezialist Ted Smith die Algorithmen für den in seiner Konzeption wohl einzigartigen, bestens beleumundeten und erfolgreichen PS Audio Direct Stream DAC und auch für die folgenden, erschwinglicheren Modelle. Für die Entwicklung des Vorverstärker sowie der Mono- und Stereoendstufen konnte PS-Audio-Chef Paul McGowan Bascom H. King gewinnen.

Nach dem Lösen von zwei Schrauben lässt sich das Gitter auf der Rückseite der Endstufe entfernen: Die Röhren sind dann bequem zugänglich. Auch alle Feinsicherungen sind von außen erreichbar
Nach dem Lösen von zwei Schrauben lässt sich das Gitter auf der Rückseite der Endstufe entfernen: Die Röhren sind dann bequem zugänglich. Auch alle Feinsicherungen sind von außen erreichbar

Der Ingenieur arbeite einige Jahre für verschiedene Firmen im Bereich Audio-Elektronik und machte sich später als Berater selbstständig. 1979 erregte er mit dem in limitierter Stückzahl gebauten Infinity-Hybrid-Class-A-Verstärker eine Menge Aufsehen und entwarf zu dieser Zeit auch sämtliche Servo-Elektronik für die aktiven Infinity-Woofer. Er hatte Arnie Nudell kennengelernt, noch bevor dieser Infinity gründete, und bis heute sind die beiden freundschaftlich verbunden. Als Berater war Bascom H. King unter anderem für Marantz, GAS, Sumo, BGW, Conrad Johnson und Constellation Audio tätig. Außerdem schreibt er seit Jahrzehnten und auch heute noch für Audio-Magazine. Natürlich untermauert der Ingenieur als Autor seine Höreindrücke auch durch Messungen.


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