SPL Performer s800

10.10.2016 // Wolfgang Kemper

Auf der Geräte-Rückseite gibt es weit mehr zu entdecken, und man darf sich über eine ungewöhnliche, durchdachte Ausstattung freuen: Zentral oben in der Mitte befindet sich in gut erreichbarer Position der Kippschalter zum Ein- und Ausschalten, rechts daneben die Kaltgeräte- Netz-Buchse und links ein kleines Fenster, in dem auf rotem Grund die Netzspannung 230 V zu lesen ist. Öffnet man die Kunststoff-Klappe dieser Anschluss-Einheit, lässt sich das rote PRSR-Modul bequem auf 115 Volt umsetzen. Zur Sicherheit ist das Öffnen des Modul-Fachs nur bei nicht angeschlossenem Netzkabel möglich. Die Rückseite ist üppig und informativ beschriftet. Dabei sind viele Benennungen zweifach, nämlich normal und von oben lesbar ausgeführt. Die soliden Anschlüsse für ein Paar Lautsprecher erlauben die gebräuchlichen Bananenstecker oder Gabelschuhe. Ein kleiner Kipp-Schalter für den Brückenbetrieb macht den Performer s800 zur Mono-Endstufe. Dafür müssen die Lautsprecher anders angeschlossen werden, was aus der Beschriftung klar erkennbar ist. Jeweils außen, kanalgetrennt links und rechts sind die Eingangs-Elemente zu finden. Diese sind ausschließlich in XLR ausgeführt. Wer Cinchkabel verwenden will oder muss, benötigt einen Adapter. Ich hab dies probiert, es funktioniert. Über dem drei-poligen XLR-Eingang befindet sich eine mit „Thru“ titulierte XLR-Buchse zum Durchschleifen des Eingang-Signals. Dies macht beim Betrieb von zwei oder mehreren Endstufen Sinn, wie es bei Bi-Amping oder Tri-Amping der Fall ist. Ein nützliches Ausstattungsmerkmal ist dies auf jeden Fall. Denn oftmals stehen am Vorverstärker keine zwei gleichwertigen Ausgänge zur Verfügung und man muss mit Y-Adaptern arbeiten. Die SPL-Lösung ist elegant und spart zudem Kabel.

Der Festwiderstand-Schalter zur Anpassung der Eingangsempfindlichkeit ist ebenso selten wie wertvoll
Der Festwiderstand-Schalter zur Anpassung der Eingangsempfindlichkeit ist ebenso selten wie wertvoll

Über diesen Anschlüssen hat SPL dem Performer pro Kanal einen Festwiderstand-Steller für die Eingangsempfindlichkeit spendiert. Dieses Feature freut mich besonders. Denn bei Verwendung mehrerer unterschiedlichen Endstufen, wie in meinem Falle an den Triangle Grand Concert, kommt es oft zu Pegel- und Phasen- Differenzen der Endverstärker zueinander. Mit Hilfe dieses „Trim“ genannten Schalters kann die Sensibilität in 0,5 dB-Schritten bis zu minus 5,5 dB abgesenkt werden. Diese präzise Anpassung erlaubt den Einsatz des Performer s800 auf besonders variable Weise. So können beispielsweise zwei s800 im vertikalen Bi-Amping-Einsatz verwendet werden. Da erlaubt dann diese feine Einstell-Option das leichte Absenken der Tiefen gegenüber den oberen Frequenzen und auch umgekehrt. Auf diese Weise kann der Klang-Charakter einer Audio-Kette feinfühlig perfektioniert werden. Ich kenne nur wenige Endstufen mit einer derartigen Möglichkeit und keine einzige, bei der sich die Sensibilität in so feinen Schritten einstellen lässt. Stufenlose Potentiometer zur Regelung der Eingangsempfindlichkeit, wie sie meine Air Tight Röhren-Endstufen haben, sind ungenau und müssen jedes Mal auf ihren gleichen Wert pro Kanal überprüft und abgeglichen werden.

Der Blick ins Innere zeigt einen soliden Aufbau mit stattlicher Stromversorgung
Der Blick ins Innere zeigt einen soliden Aufbau mit stattlicher Stromversorgung


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