quadral Platinum+ Seven

06.11.2017 // Wolfgang Kemper

Beide Bässe befeuern die Druckkammer, aus der der Schall dann mit einem Winkel von mehr als 270 Grad austritt
Beide Bässe befeuern die Druckkammer, aus der der Schall dann mit einem Winkel von mehr als 270 Grad austritt

Die Platinum+ Seven kann ihre Rundum-Abstrahl-Charakteristik nur zur Geltung bringen, wenn sie frei im Raum steht. Im Unterschied zu nur nach vorn ausgerichteten Standboxen benötigt sie auch seitlich angemessenen Spielraum. In meinem Falle hat sie einen seitlichen Abstand zur Wand von gut 80 Zentimetern. Auch nach innen wird sie nicht durch Möbel limitiert. Dass die Bass-Reflex-Öffnung hinten auch rückwärtigen Abstand einfordert, ist klar. Was der Lautsprecher bei einer freien Aufstellung musikalisch in den Raum projiziert, ist dann die Belohnung für ein eventuelles optisches Zugeständnis bei der Platzierung. Der Tief- und Grundtonbereich breitet sich anders aus als ich es von der M50 kenne. Er wirkt nicht nur plastischer, sondern vor allem gleichmäßiger, zusammenhängender. Das Bestechende ist, dass auf ihm das gesamte Klangbild homogen räumlich aufbaut. So erklingt Marceo Parkers CD Roots Revisited in einer für mich ungewohnten Dreidimensionalität. Wichtig und erbaulich ist dabei die geordnete Bühne, die keinerlei Diffusität oder gar sphärische Übertreibung erkennen lässt. Diese Raumordnung findet bei jeder Art von Musik statt und ist von nichts anderem abhängig, auch nicht von Kabeln oder Verstärkern, wie ich im Laufe des Tests ermitteln konnte.

Beide Bass-Kammern besitzen Reflex-Öffnungen zur rückwärtigen Abstrahlung
Beide Bass-Kammern besitzen Reflex-Öffnungen zur rückwärtigen Abstrahlung

Das Konzept der Platinum+ zur Raum-Ankopplung im Grundtonbereich überzeugt. Die indirekte Abstrahlung gestaltet den musikalisch so wichtigen Grundtonbereich nicht nur plastisch beeindruckend, auch die Auflösung und Akkuratesse passen dazu. Ich hatte nicht erwartet, dass die Seven die M50 auch in dieser Disziplin übertrifft. Es treten keinerlei Überbetonungen oder gar ein fetter Sound auf. Ensembles, die Musik mit wenig tiefen Lagen vortragen, klingen geordnet, angemessen schlank und klar. Dies konnte ich unter anderem an Bachs Brandenburger Konzerten festmachen, die die English Baroque Soloists unter John Eliot Gardiner so mitreißend und vehement interpretieren (Doppelt-CD SDG 707). Der Grundtonbereich ist nur ein Teil vom Ganzen und die wirkliche Überraschung bei der neuen quadral liegt für mich im oberen Frequenz-Spektrum und der Stimmigkeit des gesamten Klangbildes. Die Musik wird im positiven Sinne geschlossen kommuniziert. Ich kann bei keiner Stilrichtung irgendeine Brüchigkeit erkennen. Deutlich gleichmäßiger und harmonischer als ihr Vorgänger überträgt die Platinum+ das ganze Spektrum. Wesentlich klarer vermittelt sie den Bereich, der die Verständlichkeit von Stimmen verantwortlich mitgestaltet. Die Durchhörbarkeit bei Gesang ist phänomenal. Wenn ich zum Vergleich die M50 wieder anschloss, wirkte ihr Klangbild wie zerrissen. Ich konnte dies zuerst kaum glauben und prüfte die Richtigkeit der Verkabelung. Die M50 ist ja nun wirklich ein guter Lautsprecher – nach wie vor. Aber die Platinum+ Seven ist ihr zweifelsfrei deutlich überlegen.

Die Frequenzweiche zur steilflankigen Filterung der beiden Bässe bei 200 Hertz befindet sich im unteren Kabinett
Die Frequenzweiche zur steilflankigen Filterung der beiden Bässe bei 200 Hertz befindet sich im unteren Kabinett


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