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Analysis Plus Silver Apex

18.01.2019 // Wolfgang Kemper

Zum etablierten Portfolio der Hifi-Kabel von Analysis Plus gesellt sich die neue Kabel-Linie Silver Apex. Aus dieser bekam ich vom deutschen Vertrieb hifi2die4 je ein Paar Lautsprecher- und Cinch-Kabel zum Test.

Hifi-Kabel sind nur ein Teil des Angebots von Analysis Plus aus Michigan. Der professionelle Musikmarkt ist ein tragender Teil des amerikanischen Herstellers. Als Ingenieur-Büro ist Analysis Plus Inc hauptsächlich mit Auftragsarbeiten für die NASA, die Autoindustrie und namhafte Elektronik-Firmen weltweit seit 1993 ein Spezialist für anspruchsvolle Problemstellungen und Lösungen. Das Handwerkszeug besteht vornehmlich aus Computer-Simulationen. Schon 2011 berichtete Hifistatement über die Lautsprecher- und NF-Kabel der Modellreihe Silver-Oval. Diese Kabel gibt es noch immer im Angebot von Analysis Plus. Allein die Tatsache der Langlebigkeit ist ein Indiz oder sogar ein Beweis für eine ausgereifte Entwicklungs-Leistung, die beim Kunden Akzeptanz findet. Der Autor freute sich in seinem Silver-Oval-Test seinerzeit über die Nachvollziehbarkeit der technologischen Grundlagen in der Entwicklung der Analysis-Plus-Kabel. Sie alle folgen einem Prinzip, das wesentlich auf dem Phänomen des Skin-Effekts beruht.

Der Skin-Effekt ist ein altes Thema und wohl jeder, der sich intensiv mit Kabeln beschäftigt, hat davon gehört: Er führt zu einem ungleichmäßigen Signalfluss von Wechselstrom durch den Leiter. Mit zunehmender Höhe der Signalfrequenz drängt der Strom an den äußeren Bereich und die Oberfläche. Somit sind vor allem Leitungen mit großem Querschnitt stark betroffen. Durch den Signalfluss an der Oberfläche der Leiter in einem mehradrigen Kabel ist die Beeinflussung der Leiter untereinander in den hohen Frequenzen besonders nachteilig ausgeprägt. Dieser Proximity-Effekt hat ein enormes Stör-Potential und bringt, wie man bei Analysis Plus ermittelte, im Audio-Bereich bei runden Leitern bereits ab etwa vier Kilohertz messtechnisch nachweisbare Verzerrungen. Dies gilt insbesondere für die Genauigkeit der Impuls-Verarbeitung. Analysis Plus hat dieses Phänomen gründlich erforscht und neben Dicke und Material-Mix eines Kabels hierauf in der Entwicklung den besonderen Fokus gelegt. Das Ergebnis waren und sind hohle ovale Leiter. Diese minimieren den Skin-Effekt und die Beeinträchtigung von zwei Audio-Leitungen untereinander, den Proximity-Effekt. Messtechnisch soll dieser Aufbau zur präzisen Wiedergabe von Impuls-Flanken führen. Parameter wie Anstiegszeit, Einschwingverhalten und Grundrauschen sind üblicherweise eher in der Entwicklung von Audio-Geräten wie Verstärkern relevante Aspekte. Bei Analysis Plus finden gerade diese Kriterien Beachtung natürlich neben den für hochwertige Kabel gebräuchlichen technischen Daten von Impedanz und Kapazität. Entscheidend in der Entwicklung eines Kabel-Aufbaus ist in Michigan die messtechnische Beweisbarkeit der qualitativ relevanten, einzelnen Schritte.

Die Lautsprecher-Kabel im Test waren mit hochwertigen WBT-Gabelschuhen ausgestattet. Alternativ sind Bananas erhältlich
Die Lautsprecher-Kabel im Test waren mit hochwertigen WBT-Gabelschuhen ausgestattet. Alternativ sind Bananas erhältlich

Hohle und ovale Leiter sind also die Grundlage aller Kabel von Analysis Plus. Dabei ist hohl zwar die wörtliche Übersetzung des von Analysis Plus in der Beschreibung verwendeten Begriffes hollow, aber für die Silver Apex Serie erklärungsbedürftig. Denn im konzentrisch aufgebauten Silver Apex sind die Leiter nur insofern hohl, als dass sie nicht massiv, sondern um einen Kern herum strukturiert sind. Diesen Kern zur physikalischen Stabilisierung bildet in den Silber Apex Kabeln ein ovaler Strang aus sauerstofffreiem Kupfer. Um diesen Kern liegt der innere Plus-Leiter aus reinem Silber. Eine Schicht Mylar-Band isoliert ihn vom ihn wiederum oval umgebenden silbernen Minus-Leiter, der so auch gleichzeitig eine Abschirmung des inneren Plus-Leiters darstellt. Ein Teflon-Dielektrikum isoliert den Minus-Leiter von der eigentlichen Abschirmung. Gleichzeitig definiert diese die Kabelimpedanz. Die Abschirmung und der Minus-Leiter sind beim Cinch-Kabel beidseitig an den Steckern zusammengeführt. Bei der preisgleichen symmetrischen Variante liegen sie getrennt an den entsprechenden Kontakten.


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