tests/19-09-03_cayin
 

Cayin N8

03.09.2019 // Jürgen Saile

Hat sich der eine oder andere dann doch durchgerungen und sich einen feinen Ohrhörer gekauft, so entsteht natürlich die Frage, womit man damit vernünftig Musikhören kann. Das Handy ist dabei nur eine Art Spaßbremse. Hier hat sich der Cayin ernsthafte Gedanken gemacht, wie man den Jungs unter die Arme zu greifen kann. Bildlich gesprochen.

Cayin war ja bisher sehr erfolgreich mit Digitalen Audio Prozessoren (DAP) der Mittelklasse und hatte sich dann entschieden, auch bei den Top-Of-The-Line-DAPs mitzumischen. Mit dem N8 hofft man nun, den Platzhirschen wie beispielsweise Astell & Kern, Sony oder Lotoo Konkurrenz zu machen. Es existieren natürlich noch etliche andere. Cayin wäre nicht Cayin, wenn es auch bei diesem Gerät nicht irgendeine Überraschung gäbe. So bietet der N8 neben einer symmetrischen/unsymmetrischen Transistorausgangsstufe auch eine zuschaltbare Röhrenverstärkung. Die Optik des Gerätes ist für europäische Augen etwas ungewöhnlich, entspricht sie doch mehr den chinesischen Vorlieben. Ein bisschen bling bling mit den vergoldeten Schaltknöpfen an der Seite und dem dreieckigen Homebutton in der Mitte, aber das ist natürlich Geschmacksache.

Mit dem dreieckigen Homebutton lassen sich die Cover größer darstellen, zudem zeigt die eingebaute LED farblich das Datenformat an
Mit dem dreieckigen Homebutton lassen sich die Cover größer darstellen, zudem zeigt die eingebaute LED farblich das Datenformat an

Wie es sich für ein High-End Gerät gehört, ist die Fertigungsqualität und Materialauswahl hervorragend. Das Gehäuse ist aus Edelstahl gefertigt und mit einer PVD Beschichtung versehen und trägt erheblich zu dem Gewicht von 380 Gramm bei. Der N8 in der Hosentasche geht gerade noch so als portables Gerät durch, eine Hose von Karl Lagerfeld ist allerdings obsolet. Andererseits hilft das zusätzliche Gewicht vielleicht beim Joggen mehr Kalorien zu verbrauchen. Zum Laden verfügt das Gerät über einen USB-C Anschluss, mit dem man nicht nur Laden kann, sondern auch Daten transportieren. Und zwar in beide Richtungen. Was gibt es noch zu sehen? An der rechten Seite zwei Drehknöpfe, der oberste zum Ein- und Ausschalten sowie zur Lautstärkeregulierung. Wobei nach Betätigung des Drehreglers auch auf dem Touchscreen eine graphische Lautstärkeregelung erscheint, mit der man in Nullkommnix Lautstärken erreicht, die den nächsten Besuch beim Ohrenarzt deutlich nach vorne verschieben. Mit dem darunter liegenden kann man einzelne Titel überspringen und das Gerät in den Pausemodus stellen. Die beiden Knöpfe reagieren sehr empfindlich, hier muss man aufpassen, dass man den N8 in der Hosentasche nicht aus Versehen einschaltet. Das Display mit einer Größe von 3,2 Zoll gehört nun nicht unbedingt zu den größten auf dem Markt, reicht aber für die Bedienung des Musikplayers völlig aus. Und ein Video wird sich sowieso keiner mit dem N8 ansehen wollen. Aber ein bisschen antik wirkt es schon.

Mit den beiden Schaltknöpfen lassen sich auch Einstellungen vornehmen, wenn das Display in den Ruhemodus geschaltet hat
Mit den beiden Schaltknöpfen lassen sich auch Einstellungen vornehmen, wenn das Display in den Ruhemodus geschaltet hat


  • Dan Clark Audio Aeon Core

    Anfang letzten Jahres stellte ich den Dan Clark Audio Noire X vor, dessen Klangsignatur der meines absoluten Favoriten, dem Stealth, sehr nahe kommt – und das zu einem Viertel des Preises des Dan Clark Audio-Topmodells. Jetzt charakterisiert der kalifornische Kopfhörerspezialist den Aeon Core sehr ähnlich: „Flagship Performance. Breakthrough Price.“ Dazu, wie sich die Hierarchie zwischen Stealth, Noire X und Aeon Core darstellt, möchte ich später kommen, denn bei seiner Arbeit für den Aeon Core ging…
    14.08.2026
  • Oladra Presence

    Die Server und Streamer von Antipodes Audio sind kostspielig. Das ist nicht neu. Sie bieten für's Geld eine hervorragende Klangqualität. Das begann seinerzeit für mich mit dem EX, ging über die S-Serie zum K50 und schließlich sogar bis zum Oladra G4. Jetzt steht der brandneue Oladra Presence bei mir zum Test. Der Oladra Presence kostet enorme 58.000 Euro. Das ist für mich eigentlich Grund genug, mich nicht mit ihm zu befassen. Aber mein Interesse und…
    11.08.2026
  • MSB Technology Cascade DAC – aktuelle Version

    Die Bilder könnten zwar den Anschein erwecken, aber ich recycele hier nicht den Cascade-Test von vor zwei Jahren – auch wenn das bei den Temperaturen im Hörraum ein verlockender Gedanke wäre. Der aktuelle MSB-Wandler unterscheidet sich rein äußerlich nicht von dem, den ich Ihnen bereits vorgestellt habe, in Sachen Technik und Klang aber sehr wohl. Ich habe Jürgen Sachweh, den Inhaber des deutschen MSB-Vertriebs gefragt, was mein damaliges Testmodell von der neuen Version unterscheidet, und…
    04.08.2026
  • MSB Technology The Sentinel DAC

    Hier geht es um einen D/A-Wandler, der zum Aufwändigsten zählt, das in dieser Gerätegattung gebaut wurde – vergleichbar höchstens noch mit dCS' Varèse. Hören konnte ich das Ausnahmegerät zwar nicht in meinem Hörraum, allerdings in einer bereits etwas vertrauten Umgebung. Reicht das, um meine Eindrücke in der Rubrik Tests zu veröffentlichen? Üblicherweise finden Sie die Schilderung meiner in fremden Gefilden bei Firmenbesuchen gemachten Erfahrungen unter dem Menü-Punkt Feuilleton. Aber diesmal ging es nicht um eine…
    31.07.2026
  • SPL Crossover Mk2

    SPL ist nach meinen Informationen der einzige Audiogeräteproduzent, der überhaupt eine aktive Analogfrequenzweiche im Portfolio führt. Mit der Mk2 steht inzwischen eine Überarbeitung der Ur-Version in den Startlöchern. Höchste Zeit, sich dieses HiFi-Einhorns einmal anzunehmen. Der Funktionsumfang der zweiten Generation ist immens angewachsen. Während das Crossover erster Generation lediglich bei der optimalen Einbindung eines Subwoofers in die Stereokette helfen konnte, eröffnet die Mark 2 gänzlich neue Möglichkeiten. Statt der Trennfrequenzen von 50, 60, 70, 85,…
    28.07.2026
  • Matrix Audio mini-i Pro 4

    “Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit. Der Name Matrix Audio beruft sich eigentlich auf das gleichnamige mathematische Konzept, aber bei der Namensverwandtschaft zu dem stilprägenden Film kam ich…
    21.07.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.