tests/19-09-16_moon
 

Moon 780D V2 Streaming DAC

16.09.2019 // Wolfgang Kemper

Während der Antipodes ein erstklassiger Musik-Server und Renderer mit gutem, aber nicht auf dem gleichen Niveau agierendem integrierten DA-Wandler ist, hat der Moon keinerlei Server-Fuktion. Er beinhaltet also kein Speichermedium. Auch eine Festplatte oder ein USB-Stick können nicht angeschlossen werden. Seine Fähigkeit besteht im Streaming über das Netzwerk bevorzugt per Lan oder auch per Wlan oder über die Bluetooth-Verbindung. Diese Funktion übernimmt eine Streaming-Einheit im Gerät, die Mind2 benannt ist. Die gibt es auch für 2200 Euro als separates Moon-Gerät zu kaufen. Mind2 ist eine Weiterentwicklung des Mind und begründet damit ebenfalls das V2 unseres 780D. Die alte Version konnte nur bis DSD64 streamen, Mind2 erlaubt DSD256. Auch konnte die die Vorgänger-Version von Qobuz nur CD-Qualität verarbeiten. Jetzt ist Highres im vollen unter Qobuz-Sublime angebotenen Umfang möglich. Mit dem Mind2 gibt es jetzt einen Zugang zum Highresaudio.com-Streaming-Portal, Multiroom-Betrieb wird nun unterstützt und das Wlan-Modul ist noch aufwändiger abgeschirmt. Der Memory-Puffer und das Volumen für Playlists wurde um das Dreifache auf 1000 Musikstücke vergrößert. Die Architektur des Mind2-Moduls basiert jetzt in hohem Maße auf Software anstatt auf Hardware.

Der Moon 780D V2 bezieht Daten über die sieben Digital-Eingänge, Lan, Wlan oder Bluetooth
Der Moon 780D V2 bezieht Daten über die sieben Digital-Eingänge, Lan, Wlan oder Bluetooth

Wenn ich an dieser Stelle eine simple Subtraktions-Rechnung aufmache, bleiben etwa 13.000 Euro übrig für den Digital-Analog-Wandler-Part im 780D. Der aktuelle V2 ist der hochwertigste DA-Wandler, den Moon jemals gefertigt hat. Auch äußerlich klassifiziert er sich weit oben durch ein enorm massives, perfekt verarbeitetes Gehäuse. Alternativ zum Streaming bietet er die klassischen digitalen Eingänge USB, Toslink, S/PDIF in Cinch und sogar als BNC-Anschluss sowie das symmetrische AES/EBU. Den Cinch-S/PDIF und den optischen Eingang gibt es zwei mal. Auffällig auf der Rückseite sind neben den sowohl in symmetrischem XLR wie auch in Cinch vorhandenen analogen Ausgängen zwei vierpolige XLR-Buchsen für den Anschluss einer alternativen externen Stromversorgung. Diese offeriert Moon unter dem Namen 820S für 8000 Euro. Leider gehört diese interessante, wenn auch kostspielige Ausbau-Option nicht zum Thema dieses Tests. Neugierig wäre ich da schon.

Klanglich die Eingänge der Wahl: Lan oder Wlan
Klanglich die Eingänge der Wahl: Lan oder Wlan

Wir bleiben im vergleichsweise „bescheidenen“ Rahmen von 15000 Euro für den 780D V2 mit integriertem Netzteil. Das ist ein Preissegment, in dem sich allerbeste Mitbewerber platzieren wie etwa der Brinkmann Nyquist oder der Chord Dave, um nur zwei zu nennen. Entsprechend kommt es für mich gar nicht in Frage, den Moon mit dem beiliegenden Standard-Netzkabel zu betreiben. Auch nehme ich stark an, dass jeder Hifi-Händler seinem Kunden an dieser Stelle eine Optimierung mit an die Hand gibt. Ich schließe ihn mit einem zwei Meter langen Audioquest Hurricane-Source an mein Niagara-Netzfilter an. Damit hat er die gleichen Voraussetzung wie mein PS-Audio-DAC. Der Moon Netzwerk-Spieler ist brandneu und noch nicht eingespielt. Auch das ihm zugeteilte Hurricane hat erst wenige Betriebsstunden erlebt. Moon sagt, dass klangliche Veränderungen durch Einspielen aller Bauteile bis zu 300 Stunden auftreten können. Nach meiner Erfahrung passieren die deutlichsten Änderungen in der Tonalität innerhalb weniger Tage. Also kamen Moon und Hurricane gemeinsam ans Netz und spielten erst einmal als Background-Musikanten. Das klang auf Anhieb nicht schlecht, vielleicht etwas aufgepumpt im oberen Bass, was ich aber dem Hurricane anlaste, weil es das auch zuvor eine Weile bei anderen Exemplaren tat. Perfekt stimmig, frei und fein-dynamisch war der Klangcharakter noch nicht. Das bezieht sich natürlich auf eine sehr hoch liegende Messlatte.


  • Spendor A1.2

    Spendor hat seinen Klassiker A1 verfeinert. Der wichtigste technische Unterschied ist eine zusätzliche Verstrebung, die jetzt direkt hinter dem Tiefmitteltöner sitzt und über eine Sorbothane-Dämpfung mechanisch gekoppelt ist. Dadurch sollen störende Resonanzen reduziert werden. Wir haben uns die Evolutionsstufe A1.2 angehört. Einleitend möchte ich kurz auf meine persönliche Perspektive zu diesem Lautsprecher eingehen. Denn was um Himmels Willen interessiert einen Hochwirkungsgrad-Junkie eine kleine Regalbox mit bescheidenem Wirkungsgrad? Tatsächlich habe ich mir diesen Lautsprecher selbst für…
    02.06.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    The first, rather lengthy article about Wilson Benesch' Prime Meridian system dealt solely with the turntable unit, consisting of the OMEGA Drive, ALPHA Drive, the FrACTal damping system in which the motor and tonearm are mounted, and the R1 Rack. Now, in addition to introducing the tonearm and cartridge, we finally turn to the sound of the turntable. The fact that the Prime Meridian system's turntable is driven by a motor with one and a…
    29.05.2026
  • Galion Audio TS34

    Der kanadische Hersteller Galion Audio hat seinen KT88-bewehrten Vollverstärker TS120 SE als Basis für die Entwicklung eines günstigeren Modells mit EL34-Röhren genommen, den TS34. Ein interessantes Feature ist die Möglichkeit, zwischen Class A und Class AB umzuschalten, was ihn von vielen anderen EL34-Designs unterscheidet. Mir war Galion Audio bis zum Test des Röhrenvorverstärkes „Navy“ im Herbst des letzten Jahres noch nicht bekannt. Das junge Unternehmen aus Québec in Kanada wurde von Thomas Tan gegründet, der…
    26.05.2026
  • XACT N1 Switch

    Manchmal dauert es etwas länger, bis ein Test zustande kommt. Nicht immer ist ein Testgerät auf Hersteller- oder Vertriebsseite für Hifistatement verfügbar und dann müssen bei uns auch noch die entsprechenden Testkapazitäten vorhanden sein. Doch nun hat endlich alles geklappt und ich kann Ihnen den XACT N1-LAN-Switch vorstellen. XACT ist die jüngste Marke von Marcin Ostapowicz, der seit 2010 in der High-End-Audio-Branche tätig ist und sich von Anfang an auf die Streaming-orientierte digitale Audiowiedergabe spezialisiert…
    22.05.2026
  • Aavik I-288

    Im dänischen Aalborg befindet sich eine Hifi-Schmiede der Extraklasse. Hier produzieren Michael Børresen und sein Team Produkte, die nicht nur elegant aussehen, sondern auch mit außergewöhnlichen technischen Features ausgestattet sind – wie der Vollverstärker Aavik I-288, den uns die Audio Group Denmark zum Test geschickt hat. Wenn man sich in der Hifi-Welt umsieht, könnte man meinen, dass die Audio Group Denmark zu den jüngeren Unternehmen in der Szene gehört. Doch man sollte sich nicht täuschen…
    19.05.2026
  • Scansonic HD M15.2

    Scansonic HD gehört seit 2013 wie die wohlbekannte dänische Edelschmiede Raidho zur Firmengruppe Dantax. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass in die Lautsprecherlinien von Scansonic immer auch die in der Entwicklung der High-End Lautsprecher von Raidho gewonnenen Erkenntnisse einfließen. Der Bändchenhochtöner der M-Serie kommt folglich nicht von ungefähr. Trotzdem spricht Scansonics M-Serie eine eigene, starke und wie ich finde sehr moderne Designsprache. Für eine Serie, bei der eine besonders attraktive Preisgestaltung eine große Rolle…
    15.05.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.