tests/19-12-16_dynamique
 

Dynamique Audio Shadow 2

16.12.2019 // Wolfgang Kemper

Von Dynamique Audio erhielt unsere Redaktion ein Set aus zwei Netzkabeln, einer Cinch-Verbindung und einem Paar Lautsprecherkabel zum Test, alles aus der Dynamique Shadow 2 Linie. Der Material-Mix dieser Kabel ist hochwertig und lässt auf ein beachtliches klangliches Niveau hoffen.

Dynamique Audio ist im englischen Brighton ansässig und mit dem umfangreichen Kabel-Sortiment in den USA und vielen Ländern Asiens am Markt etabliert. Für Europa finden sich auf der Dynamique Audio Ltd.-Website keine Vertriebspartner, da Dynamique seine Kabel direkt an den Endverbraucher liefert und somit Handelsspannen einspart. Wer die Kabel erst in aller Ruhe zuhause probieren möchte, dem gibt man dafür dafür 30 Tage Zeit, also doppelt so lange, wie es das EU-Fernabsatzgesetz vorsieht. Dynamique Audio gewährt dem Erstbesitzer, der online ab Werk bestellt, eine Garantie von zehn Jahren auf Herstellungsfehler. Jedenfalls scheinen die Kabel von Dynamique Audio aktuell durchaus preisgünstig, wenn man einen Blick auf die verwendeten Materialien wirft und auch Preise der Mitbewerber kennt. Schön ist zudem, dass Dynamique Audio ein komplettes Angebot aller für Audio erdenklichen Typen und Ausführungen anbietet und somit Phonokabel, Digitalkabel, symmetrische und Cinch-Leitungen und anderes in bis zu sechs verschiedenen Qualitätsstufen erhältlich sind. Die Shadow 2-Linie liegt im oberen preislichen Mittelfeld. Dank der Vielfalt ist es möglich, eine Anlage im gewünschten Preisrahmen komplett mit Dynamique auszustatten. Diese Idee der ganzheitlichen Verkabelung aus einer Hand halte ich in den meisten Fällen für eine sehr gute Lösung. Eine musikalisch erfreuliche Erfahrung machte ich vor einigen Monaten mit der kompletten Netzverkabelung meiner Anlage mit Audioquest. Seit dem spielt diese auf einem weit höheren Niveau. Alle zuvor getätigten Versuche mit verschiedenen Kabeln waren nicht oder nur partiell zielführend. Der Austausch einzelner Netzkabel kann durchaus Erfolg bringen, ist aber kaum vorhersehbar und von individuellen Gegebenheiten bestimmt. Damit sind wir schon mitten im Klang-Thema. Eines der mir zur Verfügung stehenden Dynamique Shadow 2 Netzkabel habe ich an meinem Audio-gd Vorverstärker installiert und somit die Audioquest-Gesamtheit durchbrochen. Das Shadow 2 Power Cable zeigte durchaus erfreuliche Charakterzüge, jedoch geriet die tonale Balance in meiner Anlage aus dem Gleichgewicht. Bei meinem Freund, ebenfalls Besitzer der gleichen Audio-gd Vorstufe, ging mit dem Shadow 2, wenn ich das mal so sagen darf, die Sonne auf. Es schien, als könnten erst jetzt seine Brinkmann-Monos, die wie der Rest der Audio-Kette mit günstigen Supra-Kabeln an einer soliden, einfachen Netzleiste angeschlossen waren, ihre ganze Klangpracht entfalten. So unterschiedlich kann die Wirkung eines einzigen Kabels am gleichen Gerät sein. Im Fall meines Freundes hat auch eine Vielzahl anderer an seinem Vorverstärker ausprobierter Netzkabel nicht annähernd für so viel Musikalität seiner gesamten Anlage gesorgt, wie sie das Shadow 2 bewirkte.

Das massige Anti-Resonanz-Element ist im Cinch-Kabel besonders gewichtig
Das massige Anti-Resonanz-Element ist im Cinch-Kabel besonders gewichtig

Ähnlich verhielt es sich mit meiner Anlage, wo ich versuchsweise das Cinch-Kabel zur Spectral-Hochton-Endstufe, mein In-akustik 1302, gegen das Shadow 2 Silberkabel wechselte. Wieder zeigten sich positive Merkmale, vor allem der Glanz in den Höhen gefiel mir. Hier hätte das Shadow 2 durchaus verbleiben können, da die Tonalität sich zwar leicht änderte, jedoch nicht aus dem Gleichgewicht geriet. Das gleiche erlebte ich mit dem Lautsprecherkabel von Dynamique. Das neueste Album des Cécile Verny Quartet Of Moons and Dreams erfreute mit dem Shadow 2 Speaker Cable an der Spectral mit klanglicher Ausgewogenheit, wobei besonders der klare und farbig fein nuancierte Nachhall der Schlagzeug-Becken imponierte. Alle drei Shadow 2 hatten in meiner Anlage, wo sie nur an einzelner Stelle zum Zuge kamen, etwas gemeinsam. Sie brachten zusätzlich Licht ins Spiel, zeichneten transparent zarte Strukturen in den hohen Tonlagen. Stimmen wurden ein klein wenig schlanker. Über alles schien mir die Darbietung etwas straffer, ein wenig dynamischer und in erfreulicher Weise etwas direkter. Wirklich Aufschluss über die klanglichen Fähigkeiten der Dynamique Shadow 2 sollte dann aber meine zweite Anlage bringen, wo die fünf Kabel einen höheren Anteil am Gesamten haben. Aber zuerst ein wenig über die technischen Aspekte und den Aufbau der Shadow 2.

Der Masse- und Minus-Leiter im Cinch-Kabel hat im hier roten Kunststoff einen schmalen, bewusst massearmen Kontakt
Der Masse- und Minus-Leiter im Cinch-Kabel hat im hier roten Kunststoff einen schmalen, bewusst massearmen Kontakt


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