tests/20-01-07_sforzato
 

Sforzato DSP-010EX und PMC-010EX

07.01.2020 // Roland Dietl

Die Stufe zur Auskopplung des Signals aus dem Wandler-Chip
Die Stufe zur Auskopplung des Signals aus dem Wandler-Chip

Der Hochtonbereich wiederum vermag ohne Bruch an den großartigen Mitteltonbereich anzuschließen. Im „Divertimento K. 136“ von W.A. Mozart in der Aufnahme mit der Academy of St. Martin in the Fields unter der Leitung von Neville Marinner (FIM Supersounds! II) ist der Klang der Streicher exzellent mit beeindruckender Präsenz eingefangen, allerdings wandeln die Violinen gerade in den hohen Lagen auf einem schmalen Grat zwischen brillant und unerträglich. Die oft nur künstliche Klarheit so mancher Anlage wird gerade von dieser Aufnahme gnadenlos aufgedeckt und lässt das Hörerlebnis dann zu einer nervenaufreibenden Angelegenheit werden. Doch davon ist jetzt nichts zu hören: mit dem Sforzato erklingen die Streicher bis in die höchsten Tonlagen samtig und geschmeidig ohne den winzigsten Anflug von Härte – so wird diese Aufnahme zu einem beeindruckenden Erlebnis.

Innenansicht der Master-Clock: in der Mitte unten der gekapselte Trafo, darüber Gleichrichtung und Siebkapazitäten, links die Clock-Einheit
Innenansicht der Master-Clock: in der Mitte unten der gekapselte Trafo, darüber Gleichrichtung und Siebkapazitäten, links die Clock-Einheit

Dass sich das Klangbild vollständig von den Lautsprechern löst und eine große räumliche Tiefe aufweist, setze ich bei einer Top-Komponente, wie dem Sforzato, fast schon als selbstverständlich voraus. Eines hat mich allerdings anfangs etwas „irritiert“: Mit dem Sforzato rückt das Klangbild gerade bei kleinen Besetzungen minimal nach vorne, etwas mehr auf die vordere Linie der Lautsprecher, was der Greifbarkeit zu Gute kommt. Gut zu hören ist dieser Effekt beispielsweise bei „High Life” (Jazz at the Pawnshop Volume I - LIM UHD 71), der den ausgeprägten Live-Charakter der Aufnahme eher noch verstärkt, wobei die räumliche Platzierung der einzelnen Instrumente zueinander bestechend klar bleibt. Da stellt sich natürlich umgekehrt die Frage, ob diese Eigenschaft zu Lasten der räumlichen Tiefe geht. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Für mein Empfinden verbessert sich der räumliche Eindruck sogar noch und zwar nicht nur, was die absolute Tiefe anbelangt. Wie ist das zu erklären? Nun, für meinen Geschmack liegt das an der exzellenten Staffelung der einzelnen Instrumente im Raum. Eine entsprechende Aufnahme, wie die klanglich exzellente Einspielung von „Habanera: Fantasia From Carmen“ mit dem Northwest Sinfonietta Orchester unter Harold Farberman (FIM Supersounds!I), vorausgesetzt, ist die räumliche Wiedergabe, was Breite und Tiefe betrifft, vom Feinsten. Der Sforzato lässt dabei keinen Zweifel aufkommen, wo welches Instrument im Orchester positioniert ist und welche Größe es hat. Gerade weil sich so die Instrumente gegenseitig nicht verdecken, wird das Wechselspiel zwischen den vielfältigen Schlaginstrumenten und dem übrigen Orchester zu einem spannenden Erlebnis.

Die Clock-Einheit im Detail, die eigentliche Clock ist nochmals gesondert abgeschirmt
Die Clock-Einheit im Detail, die eigentliche Clock ist nochmals gesondert abgeschirmt

Vor lauter Begeisterung habe ich Ihnen jetzt verschwiegen, dass ich zwischenzeitlich zum Fidata-Server gewechselt habe. Außerdem habe ich beim Sforzato auch noch das PCM-Over-Sampling versuchsweise abgeschaltet und bin dann bei dieser Einstellung geblieben. Im NOS-Modus wird der Klang als Ganzes gestrafft und nochmals runder, Stimmen gewinnen dadurch ein wenig mehr an Realität und der räumliche Eindruck verbessert sich. Wie immer ist das sicherlich bis zu einem gewissen Maß auch eine Geschmacksache und von der jeweiligen Anlage abhängig.


  • Alluxity Int One mkII

    Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken. Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der…
    27.01.2026
  • Rega Mercury / Solis

    Hifistatement hatte die Möglichkeit, Regas brandneue, im November 2025 erschienene Vor-/Endstufenkombination Mercury/Solis umfassend zu testen. Die Vorstufe hat einen hochwertigen DAC an Bord, die Endstufe liefert circa 300 Watt Ausgangsleistung an vier Ohm Impedanz. Mit diesen Boliden liefert Rega sein Verstärkerstatement! Der Name Rega löst bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen hervor, bislang zugegeben allesamt in der rein analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer verortet. So besaß ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder…
    20.01.2026
  • Final UX5000

    Im Oktober habe ich den UX5000 in Warschau auf der Audio Video Show das erste Mal gehört. Zugegeben, Bluetooth-Overear-Kopfhörern gilt nicht unbedingt mein größtes Interesse, aber der UX5000 machte mich mit einigen Features neugierig auf einen Test. Final platziert das Modell an der Spitze seines Bluetooth-Kopfhörer-Line-Ups. Allein optisch spricht mich der UX5000 an. Schlicht und unauffällig, ohne ein Statement setzten zu wollen, um sich zwanghaft von der Masse abzuheben. Aber genau diese unaufgeregte Präsentation in…
    16.01.2026
  • Riviera Audio Laboratories APL1 und AFM70

    Den letzten Bericht über eine Vor-/Endstufen-Kombination schrieb ich vor beinahe anderthalb Jahren. Bis jetzt kam lediglich Wolfgang Kempers Test des Senna-Sound-Duos dazu. Sollte das daran liegen, dass es in diesem Bereich nicht allzu viele Innovationen gibt? Die edlen Amps von Riviera Audio Laboratories sind jedenfalls alles andere als Mainstream. Die Verbreitung von digitalen Verstärkermodulen hat zumindest bei mir dazu geführt, dass mich ein Großteil der modernen Endstufen-Kreationen einfach nicht mehr interessiert. Schaltnetzteile in Kombination mit…
    14.01.2026
  • Keces Ewave

    Nein, wir werden nicht zur PR-Abteilung von Keces oder Robert Ross' Vertrieb, der die Produkte aus Taiwan in Europa betreut und hierzulande vertreibt. Doch bei einem Gespräch über den Ephono+ merkte Robert Ross an, dass er soeben das erste Null-Serien-Modell des Keces-Switch erhalten habe und uns zusenden könne. Da konnte ich nicht widerstehen. Da die Serienmodelle noch im Januar ausgeliefert werden, kann ich mir mit dem Bericht über das Switch auch nicht allzu lange Zeit…
    09.01.2026
  • Keces Ephono+

    Nein, ich werde mich ab sofort nicht mehr nur mit günstigen Hifi-Komponenten beschäftigen, auch wenn durch den Test des erschwinglichen Eversolo DAC-Z10 und des Ephono+ der Eindruck entstehen konnte. Denn obwohl Keces der Signalverarbeitung und dem Netzteil je ein eigenes Gehäuse spendiert, ist die Phonostufe für gerade einmal 1.200 Euro zu haben. Ich habe zwar gegenüber Komponenten mit moderaten Preisen genau so wenig Berührungsängste wie gegenüber solchen mit exorbitant hohen – wie sich Anfang des…
    23.12.2025

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.