tests/20-02-14_pro-ject
 

Pro-Ject Power Box RS Uni 1-way für Pro-Ject CD Box RS2 T

14.02.2020 // Wolfgang Kemper

Wer sich das Vergnügen eines Pro-Ject-CD-Box-RS2-T-Laufwerks leistet, bekommt dies mit einem simplen Schaltnetzteil geliefert. Mit dem eines optionale Linearnetzteil bietet Pro-Ject eine Chance zur weiteren klanglichen Aufwertung des CD-Transport, die man nicht außer Acht lassen sollte.

Ehrlich gesagt, bin ich auf die Option, das einfache Schaltnetzteil gegen das Linearnetzteil Power Box RS Uni 1-way auszutauschen, nur gestoßen, weil mich das ständige Leuchten der blauen LED am Schaltnetzteil störte. Denn abschaltbar war nur der CD-Transport selber. Durch das Dauerlicht wurde ich stets an die simple Stromversorgung des hochwertigen Laufwerks erinnert. In meinem Testbericht vor einigen Wochen über das CD Box RS2 T brachte ich meine Begeisterung für das Top-Laufwerk von Pro-Ject zum Ausdruck. Heute möchte ich meine Verwunderung darüber kundtun, dass die Marketing-Abteilung bei Pro-Ject nicht gleich dieses Linear-Netzteil mitliefert oder zumindest auf der Website als sinnvolle Ergänzung empfiehlt. Denn der einzige für mich erkennbare Grund, dieses Edel-Netzteil nicht zu kaufen, wäre dieser: Man besitzt schon das alternative, vergleichbar hochwertige Netzteil Uni 4-way. Denn neben der Power Box RS Uni 1-way gibt es für 200 Euro mehr die Version Power Box RS Uni 4-way. Mit ihr lassen sich bis zu vier Komponenten aus Pro-Jects RS-Linie mit Strom versorgen. Das RS Uni 1-way spendiert hingegen nur einem Gerät die benötigten 20 Volt. Mit der Power Box RS klingt das CD-Laufwerk um Längen besser als mit dem Standard-Schaltnetzteil. Auch wenn die Investition für das 1-way mit 450 Euro nicht klein ist, frage ich mich doch, welcher Musikliebhaber für das reine Laufwerk, das ja selber nur an anspruchsvolle Hörer adressiert ist, die aufgerufenen 2.500 Euro zu zahlen bereit ist, aber nicht die 450 Euro für dieses überlegene Netzteil. Der deutsche Vertrieb, der übrigens um die Vorzüge der Power Box 1-way oder 4-way weiß, hat mir für den Test noch zwei Verbindungskabel beigelegt, von denen ich das 20 Zentimeter kurze Connect it Power RS 20V mini XLR für diesen Bericht verwendet habe. Ein längeres, nicht so hochwertiges, gehört zum Lieferumfang. Diese 20 Zentimeter reichen aus, wenn man Netzteil und CD-Box direkt nebeneinander aufstellt. Auch wenn die Herstellerangaben auf der Website etwas anderes sagen, sind die Abmessungen beider Komponenten identisch, so dass sie, ohne Berührung nebeneinander platziert, gemeinsam ein harmonisches und gediegenes Erscheinungsbild abgeben. Das unterscheidet auch optisch das Linearnetzteil-Ensemble von der CD-Box mit Schaltnetzteil, die für sich allein zwar auch schon beeindruckend klingt, äußerlich aber wegen der Abmessungen eher bescheiden daherkommt.

Die Proportionen entsprechen denen des CD-Transports. Somit sehen beide Geräte nebeneinander harmonisch und eindrucksvoll aus
Die Proportionen entsprechen denen des CD-Transports. Somit sehen beide Geräte nebeneinander harmonisch und eindrucksvoll aus

Der langsame Start- und Ladevorgang der Siebkondensatoren mit knapp 10.000 Mikrofarad vermeidet beim Einschalten der Power Box primärseitige Spannungsspitzen. Verwendet werden Kondensatoren mit niedrigem Innenwiderstand, was erfreulich geringe Verlustwerte bedeutet. Pro-Ject verbaut rauscharme Baugruppen mit einer Überlastsicherung. Großzügig dimensioniert ist der für Audio-Anwendungen gewickelte Ringkerntrafo mit Abschirmfolie aus Kupfer zwischen primärer und sekundärer Wicklung. Das schützt vor Störeinflüssen. Laut Pro-Ject arbeitet auch die Gleichrichtung der Sekundär-Spannung sehr präzise. Dies alles positioniert das Linearnetzteil nicht nur technisch sondern eben auch klanglich oberhalb des Schalt-Netzteils.

Hier ist wohl alles klar: Die 4-Wege Alternative böte vier dieser Mini-XLR-Ausgänge mit 20 Volt
Hier ist wohl alles klar: Die 4-Wege Alternative böte vier dieser Mini-XLR-Ausgänge mit 20 Volt

Einziges Bedienelement ist der frontseitig montierte Ein/Aus-Kippschalter, der aber deutlich dicker ist, als sein Pendant an der CD-Box. Das empfinde ich optisch keineswegs als störend, zumal hiermit auch eine technische Hierarchie angezeigt wird. Ich habe das Netzteil stets in Betrieb gelassen. Hier hat mich die blaue LED nicht gestört – vielleicht wegen des Wissens um die Qualität der Power Box. Der Stromverbrauch, wenn das Laufwerk selber abgeschaltet ist, kann nicht hoch sein. Am massiven Aluminium-Gehäuse der Power Box konnte ich keinerlei Erwärmung fühlen. Auch im Spielbetrieb bleibt sie kühl.


  • Matrix Audio mini-i Pro 4

    “Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit. Der Name Matrix Audio beruft sich eigentlich auf das gleichnamige mathematische Konzept, aber bei der Namensverwandtschaft zu dem stilprägenden Film kam ich…
    21.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 SSE – das Interview

    Während meines letzten Besuchs der Audio Group Denmark in Aalborg hatte ich am Tag nach der Präsentation der Børresen M8 und der Aavik M-880 Gelegenheit, mit dem Entwickler der T5 SSE über sein Produkt zu sprechen. Wenn Sie im ersten Teil technische Details vermisst haben sollten: Hier finden Sie sie in Hülle und Fülle. Dirk Sommer: Nun zu etwas ganz anderem, den T5. Was ist anders im Vergleich zum 05? Ich muss zugeben, dass ich…
    17.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 Silver Supreme Edition

    Einerseits war ich mit der Børresen 05 Silver Supreme Edition in meinem Hörraum wunschlos glücklich, andererseits begeisterte mich das Nachfolgemodell, die T5 SSE, schon bei ihrer Vorstellung damals noch in München allein durch ihr Erscheinungsbild: Die schwarze Hochglanzlackierung mit Karbonfaser-Applikationen wirkte einfach unheimlich elegant. Aber natürlich geht es mir bei Lautsprechern nicht vorrangig um die Optik. Dass die Børresen 05 SSE solange bei mir zu Gast war und ich mich schon auf die T5 SSE…
    14.07.2026
  • Qln – das Interview

    Roland Dietl: Welche Antriebstechnik verwendest Du bevorzugt bei Tief-Mitteltönern? Mats Andersen: Ich bevorzuge eine unterhängende Schwingspulenanordnung. Bei Standard-Treibern hat man eine Schwingspule, die etwa 20 bis 40 Millimeter lang ist, und dann einen Magnetspalt von etwa 5 bis 6 Millimetern. Wenn sich die Schwingspule bewegt, ändern sich die Induktivität und auch die Magnetkraft. Bei unserem Treiber beträgt der Magnetspalt dagegen 20 Millimeter und die Schwingspule ist 11 Millimeter lang. Die Schwingspule bleibt dadurch permanent vollständig…
    07.07.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein weiterer Nachtrag

    Endlich ist es soweit: Der SOtM sMS-2000 spielt in der gewünschten Konfiguration: In der Eunhasu-App habe ich teils auf Roland Dietls Rat hin alle klangfördernden Einstellungen vorgenommen, Ethernet- und USB-Karte werden von externen Netzteilen gespeist, die 10-Megahertz-Clock gibt den Takt vor und die Daten kommen von einer kryo-behandelten SSD. Vor rund zweieinhalb Monaten berichtete ich darüber, dass der SOtM sMS-2000 der einzige von mir getestete Streamer ist, bei dem auf einer internen Festplatte gespeicherte Musik-Files…
    03.07.2026
  • Keces Euphony

    Die taiwanesische Marke Keces ist inzwischen nicht allein wegen ihres Portfolios exzellenter Analog-Netzteile bekannt und angesehen. Für die neue Phonostufe und den neuen Switch aus der Essential Serie bekam Keces unlängst ebenfalls viel Applaus. Jetzt steht der brandneue Streaming-DAC Essential Euphony zum Test bereit. Als Dirk Sommer unlängst die Keces Phono-Stufe Ephono+ und den Ewave Switch beschrieb, gefielen mir diese Geräte auch wegen ihrer sinnvollen und beim Ewave sogar sehr fortschrittlichen Ausstattung, nämlich den zu-…
    30.06.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.