tests/20-05-29_cayin
 

Cayin MT-35MK2 Bluetooth

29.05.2020 // Carsten Bussler

Cayin ist ja mittlerweile ein regelmäßiger Gast in meinem Wohnzimmer. Der Vollverstärker Cayin MT-35MK2 Bluetooth baut dank moderatem Preis und entsprechender Schnittstelle zur Kommunikation mit Handy und Co. eine Brücke für die jüngere Generation, um in das Röhrenverstärkerlager zu wechseln. Gelingt dieser technische Spagat?

Zugegeben, ich fand es zunächst schon etwas befremdlich, dass ausgerechnet ein Röhrenverstärker mit einer Bluetooth-Schnittstelle daherkommt. Braucht doch eigentlich kein Mensch, sowas: Ein zusätzlicher in den Röhrenverstärker integrierter Wandler kommuniziert mit modernen digitalen Geräten, zum Beispiel mit Smartphones, um deren in aller Regel datenreduzierte Signale zu empfangen und mithilfe von Röhren zu verstärken. Aber die Hersteller müssen mit der Zeit gehen, um sich neue, junge Käuferschichten ohne Affinität zu Produkten mit klassischer Audiotechnik zu erschließen – so auch Cayin. Jedenfalls „kann“ der Cayin die Bluetooth-Standards UAT, LDAC, AAC und SBC. Apple zum Beispiel verwendet AAC, meine ich; mit LDAC kann man sogar in die Nähe von CD-Qualität kommen. Ich selbst habe diese Bluetooth-Schnittstellen-Option gedanklich zunächst etwas unbehaglich bei Seite geschoben, um mich dem eigentlichen Gerät zuzuwenden. Gleichwohl hatte ich meine Tochter bereits zu meiner Unterstützung für den Test im Hinterkopf, doch dazu später mehr.

Nettes Feature: Der Cayin verfügt über eine Bluetooth-Schnittstelle mit bis zu zehn Metern Reichweite
Nettes Feature: Der Cayin verfügt über eine Bluetooth-Schnittstelle mit bis zu zehn Metern Reichweite

Der Cayin MT-35MK2 Bluetooth, kurz: Cayin MT-35MK2 BT, ist ein kompaktes Schnuckelchen von knapp 14 Kilogramm Lebendgewicht und, wie bei Cayin üblich, blitzsauber verarbeitet. Nichts klappert, es gibt keine scharfen Kanten und auch das abnehmbare Röhrenschutzgitter sitzt passgenau. Die Bedienelemente rasten und laufen sauber. Alle Funktionen sind gut leserlich und logisch beschriftet, das ist längst nicht bei allen Herstellern eine Selbstverständlichkeit. Die Potis zur Bias-Einstellung der Röhren per kleinem Schraubendreher sind auf der Chassisoberseite gut zugänglich, kleine Kippschalter dienen der Anwahl der einzustellenden Endröhre und das Bias-Anzeigeinstrument in der Mitte der Front unterstützt den Abgleichvorgang. Das leicht melierte Metallic-Grau des Chassis sieht übrigens sehr edel aus. Nach Abschrauben des Bodendeckels freut sich das Bastlerherz über größtenteils freie Verdrahtung, die rein handwerklich wieder sehr gut ausgeführt wurde. Es gibt lediglich wenige kleine platinengestütze Baugruppen. Chapeau, liebe Cayins! Damit ist das Pflichtenheft nicht nur angesichts des Preises an dieser Stelle aus meiner Sicht übererfüllt, denn einen so hohen Aufwand und eine derartige Fertigungsqualität gibt es zu diesem Kurs andernorts eher selten.

Sowohl optisch als auch dank seiner kompakten Abmessungen weiß der Cayin zu gefallen
Sowohl optisch als auch dank seiner kompakten Abmessungen weiß der Cayin zu gefallen

Zum Schutz vor Haustieren oder kleinen Kindern gibt es eine Abdeckhaube
Zum Schutz vor Haustieren oder kleinen Kindern gibt es eine Abdeckhaube


  • Chord Company ChordMusic Kabel

    Ich hatte schon einiges über die Kabel der englischen Chord Company gehört, aber bisher noch nicht das Vergnügen, eines davon in meiner Anlage zu hören. Deshalb war meine Vorfreude ausgesprochen groß, als ich den Auftrag erhielt, XLR-Verbindungen und Lautsprecherkabel der Top-Linie mit dem Namen ChordMusic einem ausführlichen Test zu unterziehen. Die Chord-Produkte werden seit 2017 von DREI H in Deutschland und Österreich vertrieben. Da ich in Hamburg lebe und der Vertrieb ebenfalls in der Hansestadt…
    13.05.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System – an approximation

    I reviewed Wilson Benesch's first turntable in 1996, and the second two years later. Getting hold of the third for a review shouldn't have been a big deal, I thought. But it was – for several reasons: It's a really big thing, weighing over 350 kilograms, and the accompanying white paper is 138 pages long. The fact that the Prime Meridian system, if I remember correctly, is the most expensive product ever tested by hifistatement.net…
    11.05.2026
  • Harbeth Super HL5plus XD2

    Der HL5 ist das älteste Modell von Harbeth und gehört nach wie vor zum aktuellen Sortiment. Seine Geschichte reicht fast 50 Jahre zurück und begann 1977, als H.D. Harwood, ein ehemaliger BBC-Ingenieur, als Erster Polypropylen für die Membranen der Treiber einsetzte. Übrigens steht „HL“ für die Vornamen von Harwood und seiner Frau Elisabeth. Vom HL5 zum Super HL5plus XD2 Die originalen HL-Monitor-Modelle, vom Mk 1 bis zum Mk 4, wurden zwischen 1977 und 1988 hergestellt.…
    08.05.2026
  • iFi iDSD Phantom

    Der iDSD Phantom vereint Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in bester iFi-Manier zu einem Alleskönner. iFi erreicht damit die höchstmögliche Ausbaustufe von stationärem HiFi. Abgerundet wird das Paket von einem aufwendigen Gehäuse und sowohl einer Transistor- als auch einer Röhren-Ausgangsstufe. Gerade im mobilen Bereich hat iFi in der Vergangenheit viele Geräte entwickelt, die einen Vergleich mit dem berühmten Schweizer Allzwecktaschenmesser nicht im Geringsten scheuen müssen. Mit dem Phantom hält die – nahezu – unbegrenzte Vielfalt an…
    05.05.2026
  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026
  • Sumiko Oriole

    Sumikos Firmensitz befindet sich in Mineapolis, USA im Bundesstaat Minnesota. Von hier aus werden die Tonabnehmer weltweit vertrieben. Hergestellt werden sie allerdings in Japan bei Excel Sound in Yokohama. Dort werden die Systeme seit 1982 von ausgewählten Handwerkern handgefertigt. Das neu auf dem Markt befindliche Oriole aus der Reference-Serie von Sumiko liegt preislich und klanglich in der Mitte zwischen dem Starling und Songbird aus gleichem Hause. Oriole ist übrigens die englische Bezeichnung für den hierzulande…
    24.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.