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Lotoo Paw Gold Touch

28.07.2020 // Jürgen Saile

Ein geeignetes USB Kabel liegt dem Lotoo natürlich ebenfalls bei.
Ein geeignetes USB Kabel liegt dem Lotoo natürlich ebenfalls bei.

Die erste Überraschung habe ich beim Einschalten erlebt, das Booten geht hier rasend schnell, innerhalb von zwei, drei Sekunden ist das Gerät betriebsbereit. Dafür braucht ein DAP auf Androidbasis zehnmal so lange. Ich hatte zunächst meine 512-Giga-Byte-MicroSD-Karte eingelegt und wollte das Gerät beiseite legen, bis die Daten alle eingelesen waren: Da war alles schon fertig, bevor das Gerät auf dem Tisch lag! Das hatte ich bisher noch nie. Der DAP besitzt eine vom Hersteller selbst entwickelte Software, die nicht auf Android oder Linux basiert. Der Sinn des Ganzen ist natürlich, nur die Funktionen zu programmieren, die für das Musikhören nötig sind. Alles Andere stört. Also keine Stoppuhr, kein Wecker, keine Weltzeit und was es da sonst noch an unnötigem Firlefanz gibt.

Zudem ist der LPGT als reines Abhörgerät konzipiert und optimiert. Der verfügbare WLAN-Anschluss kann somit nur für Updates benutzt werden. Das wird den Streamingfans sicher nicht so gefallen, aber man wollte alle erdenklichen Störeinflüsse beseitigen. Ein ähnliches Konzept verfolgt übrigens Sony ebenfalls mit dem WM1 Z. Bluetooth 4.2 ist bidirektional und hat ebenfalls eine Spezialität zu bieten; neben den gängigen Formaten wie SBC oder aptX wird auch das von Sony entwickelte LDAC angeboten. Dieser Codec liefert den höchsten Übertragungsstandard von 990 Bits pro Sekunde und 24 Bit bei 48 Kilohertz. Allerdings gibt es momentan noch sehr wenige Kopfhörer, die diesen Standard anbieten. Deshalb hatte ich probeweise die aptX-Bluetooth-Verbindung zu meinem Chord Hugo TT2 getestet, was zwar vollkommen problemlos funktioniert, aber klanglich weder dem Lotoo noch dem TT2 gerecht wird. Mit dem 5400 Milliampere-Stunden Lithium-Polymer-Akku gibt der Hersteller eine Betriebszeit von über 10 Stunden an. Ich habe es nicht nachgemessen, das hängt natürlich von mehreren Faktoren ab, beispielsweise ob man den Upsampler benutzt oder nicht. Irgendwie erinnert mich das Ganze an die Angaben für den Spritverbrauch bei Autos.

Die grafische Oberfläche bietet vier verschiedene Darstellungsmöglichkeiten. Hier das Fenster mit den technischen Angaben zu den einzelnen Titeln.
Die grafische Oberfläche bietet vier verschiedene Darstellungsmöglichkeiten. Hier das Fenster mit den technischen Angaben zu den einzelnen Titeln.

Für die Spieler unter uns gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, den Klang zu verändern. Die erste hört auf den Namen ATE – Acoustic Timbre Embellisher. Damit lassen sich verschiedene präformierte Sounds abrufen. Bei der Einstellung „bright“ kann man sich ja noch vorstellen, was da passiert, aber bei „ Style 701“ beispielsweise muss man einfach probieren, ob einem das gefällt. Neben diesen Möglichkeiten kann man auch unter den sieben verschiedenen Digitalfiltern wählen, die der AKM 4497EQ zu bieten hat. Dabei kann die Flankensteilheit der Filter oder die Delay-Zeit verändert werden.


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