tests/21-05-18_lotoo
 

Lotoo PAW S1 und SendyAudio Aiva

18.05.2021 // Dirk Sommer

Mein Audeze EL-8 Titanium ist laut Datenblatt zwar nur 40, laut Küchenwaage allerdings 80 Gramm schwerer und fühlt sich wohl auch wegen seiner geschlossenen Bauform und der Konstruktion des Kopfbügels deutlich massiver an: Sein Tragegefühl allein macht den Aiva für mich für unterwegs zum Kopfhörer der Wahl. Aber es geht selbst bei den hoffentlich bald steigenden Temperaturen ja nicht vor allem ums Haptische: Der Aiva arbeitet wie die Audezes nach dem magnetostatischen Prinzip, und die Fläche seiner Membran misst 97 mal 76 Millimeter. Die Gehäuse bestehen aus Zebraholz und besitzen auf der Rückseite Abdeckungen aus gelochtem Metall. Die recht konventionelle Kopfbügel-Konstruktion übt nur wenig Druck aus und trägt so zum hohen Tragekomfort bei. Der Aiva wird in einer harten Kunstlederbox geliefert, die auch ein monokristallines 6N-Kupferkabel mit 3,5-Millimeter-Mono-Klinkensteckern auf der einen und einem 4,4-Millimeter-Pentaconn-Stecker für den symmetrischen Betrieb auf der anderen Seite beinhaltet. Ein Adapter von Pentaconn auf 3,5-Millimeter-Stereo-Klinke liegt ebenfalls bei. Gegen Aufpreis ist zusätzlich auch ein Kabel mit vierpoligem XLR-Stecker erhältlich. Sendy Audio ist eine Marke der in China beheimateten Sivga Electronic Technology Company, Ltd. und hat momentan neben dem hier vorgestellten Aiva noch einen In-Ear-Hörer im Programm, ebenfalls ein Magnetostat.

Der Lotoo PAW S1 verfügt neben der für Wandler/Kopfhörerverstärker seines Formats üblichen 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse auch über einen Pentacomm-Anschluss für Kopfhörer mit symmetrischer Verkabelung
Der Lotoo PAW S1 verfügt neben der für Wandler/Kopfhörerverstärker seines Formats üblichen 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse auch über einen Pentacomm-Anschluss für Kopfhörer mit symmetrischer Verkabelung

Mehr Informationen hat audioNEXT zum Lotoo PAW S1 zu bieten: Die Wandlung übernimmt ein AKM4377 DAC-Chip, dessen integrierten Kopfhörerverstärker Lotoo jedoch nicht nutzt. Die Leistung von bis zu 120 Milliwatt an 32 Ohm pro Kanal stellt der Verstärker-Chip OPA1622 bereit. Der S1 verfügt über zwei Ausgänge: einmal den üblichen, unsymmetrischen mit einer 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse und zum anderen einen symmetrischen 4,4-Millimeter-Pentaconn-Anschluss – und das ist, soweit ich weiß, bei Wandler/Kopfhörer-Kombinationen im USB-Dongle-Format ein Alleinstellungsmerkmal. Ähnlich selten dürfte bei dieser Gerätegattung ein – monochromes – Display sein. Nach dem Drücken der Taste „Fn“ kann man einmal die Verstärkung bestimmen: Da In-Ears und Over-Ears einen recht unterschiedlichen Leistungsbedarf haben, lässt sich beim S1 unabhängig von der Lautstärkeregelung mit ihren 100 Schritten zwischen den Verstärkungsfaktoren „Low“ und „High“ wählen. Zum anderen werden über die drei Tasten auch die Klang-Presets aktiviert, die bei Lotoo ATE – Acoustic Timbre Embellisher – heißen. Die mit Namen wie „Movie“, „Game“, „Brighter“ oder „Full Bass“ sind selbsterklärend, aber es gibt hier beispielsweise auch „Dental“. Über die Wahl der Bezeichnungen hat sich ja Jürgen Saile schon in seinem fast überschwänglichen Bericht über den Lotoo PAW Gold Touch gewundert. „PAW“ steht übrigens für „Portable Audio Workstation“ und verweist auf die von Infomedia vor allem für den Rundfunk entwickelten Aufnahmegeräte mit ihren Nachbearbeitungsmöglichkeiten und wurde wohl als Hinweis auf die professionelle Herangehensweise auch bei der Konzeption der Digitalen Audio Player für diese Gerätegattung übernommen.

Der S1 nimmt über eine USB-C-Buchse mit dem Computer oder Mobiltelefon Kontakt auf. Ein USB-C-auf Lightning-Kabel für iPhones ist ebenfalls erhältlich
Der S1 nimmt über eine USB-C-Buchse mit dem Computer oder Mobiltelefon Kontakt auf. Ein USB-C-auf Lightning-Kabel für iPhones ist ebenfalls erhältlich

Dazu passt es auch, dass Lotoo alle Abtastraten nutzt, die der AKM-Chip verarbeiten kann: 384 Kilohertz bei bis zu 32 Bit sowie DSD128. Da ich auf dem iPhone nicht allzu viele Files gespeichert habe – einige Alben in DSD256 belegen einfach eine Menge Speicherplatz – höre ich den S1 auch mit Musik von der USB-Festplatte über das MacBook Pro und das Asus ZenBook. Von beiden wird der S1 sofort erkannt und spielt anstandslos und ohne Treiberinstallation PCM 384 und DSD256: sehr komfortabel. In Sache Kompatibilität mit Hardware und Datenformaten gibt es also nicht die geringsten Probleme, so dass ich mich jetzt völlig auf den Klang konzentrieren kann.


  • Gold Note HP-10 deluxe und PSU-10 Evo

    Der Gold Note HP-10 deluxe Kopfhörer-Verstärker spricht auf den ersten Blick eher den anspruchsvollen Nutzer an. Er bietet vielfältige Möglichkeiten, die in dieser Kombination wohl einzigartig sind. Anders als moderne Alternativen aus Fernost setzt Gold Note auf hochkarätige Analog-Technik. Nutzt der Bedienungskomfort auch der Klangqualität? Die Typenbezeichnung deluxe täuscht. Denn die zwei weiteren, preisgünstigeren Alternativen, der Gold Note HP-10 BT oder der HP-10 ohne jeglichen Zusatz, sind keineswegs weniger luxuriös. Ihnen fehlt nur etwas Ausstattung,…
    10.02.2026
  • Alluxity Int One mkII

    Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken. Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der…
    27.01.2026
  • Rega Mercury / Solis

    Hifistatement hatte die Möglichkeit, Regas brandneue, im November 2025 erschienene Vor-/Endstufenkombination Mercury/Solis umfassend zu testen. Die Vorstufe hat einen hochwertigen DAC an Bord, die Endstufe liefert circa 300 Watt Ausgangsleistung an vier Ohm Impedanz. Mit diesen Boliden liefert Rega sein Verstärkerstatement! Der Name Rega löst bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen hervor, bislang zugegeben allesamt in der rein analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer verortet. So besaß ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder…
    20.01.2026
  • Final UX5000

    Im Oktober habe ich den UX5000 in Warschau auf der Audio Video Show das erste Mal gehört. Zugegeben, Bluetooth-Overear-Kopfhörern gilt nicht unbedingt mein größtes Interesse, aber der UX5000 machte mich mit einigen Features neugierig auf einen Test. Final platziert das Modell an der Spitze seines Bluetooth-Kopfhörer-Line-Ups. Allein optisch spricht mich der UX5000 an. Schlicht und unauffällig, ohne ein Statement setzten zu wollen, um sich zwanghaft von der Masse abzuheben. Aber genau diese unaufgeregte Präsentation in…
    16.01.2026
  • Riviera Audio Laboratories APL1 und AFM70

    Den letzten Bericht über eine Vor-/Endstufen-Kombination schrieb ich vor beinahe anderthalb Jahren. Bis jetzt kam lediglich Wolfgang Kempers Test des Senna-Sound-Duos dazu. Sollte das daran liegen, dass es in diesem Bereich nicht allzu viele Innovationen gibt? Die edlen Amps von Riviera Audio Laboratories sind jedenfalls alles andere als Mainstream. Die Verbreitung von digitalen Verstärkermodulen hat zumindest bei mir dazu geführt, dass mich ein Großteil der modernen Endstufen-Kreationen einfach nicht mehr interessiert. Schaltnetzteile in Kombination mit…
    14.01.2026
  • Keces Ewave

    Nein, wir werden nicht zur PR-Abteilung von Keces oder Robert Ross' Vertrieb, der die Produkte aus Taiwan in Europa betreut und hierzulande vertreibt. Doch bei einem Gespräch über den Ephono+ merkte Robert Ross an, dass er soeben das erste Null-Serien-Modell des Keces-Switch erhalten habe und uns zusenden könne. Da konnte ich nicht widerstehen. Da die Serienmodelle noch im Januar ausgeliefert werden, kann ich mir mit dem Bericht über das Switch auch nicht allzu lange Zeit…
    09.01.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.