tests/21-09-14_ferrum
 
Test.
Deutsch English|

Ferrum OOR

14.09.2021 // Dirk Sommer

Die Eingangsstufe des OOR wird mit sorgfältig ausgewählten, schnellen Operationsverstärkern mit spezieller externer Kompensation realisiert. Hier werden die Verstärkung und per vierkanaligem ALPs-Potentiometer die Lautstärke einstellt, denn der gesamte Signalweg ist vollständig symmetrisch ausgelegt und enthält keine Transformatoren oder Spulen. Unsymmetrische Eingangssignale wandelt der Eingangsverstärker in symmetrische Signale um. Vor dem unsymmetrischen Cinch-Ausgang wird das Signal wieder auf single-ended umgewandelt.

Die Ausgangsleistungsverstärker sind – wie erwähnt – vollständig diskret aufgebaut und arbeiten mit rauscharmen bipolaren Transistoren. Es gibt vier dieser Verstärker, zwei für jeden Kanal, wie es für einen symmetrischen Ausgang erforderlich ist. Diese Verstärker sind Gleichstrom-gekoppelt, und es gibt einen DC-Servo, der eine Drei-Dezibel-Grenzfrequenz bei etwa 0,1Hertz besitzt. Die Ausgangsleistung an 32 Ohm beträgt am 6,35-Millimeter-Klinken-Ausgang vier Watt, am symmetrischen vierpoligen XLR-Ausgang 5,5 Watt. An 600 Ohm stehen 200 respektive 800 Milliwatt zur Verfügung. Die Ausgangsimpedanz ist dabei lastunabhängig kleiner als 0,3 Ohm, an den Cinch-Vorstufen-Ausgängen sind es 22 Ohm, an den XLR-Buchsen 44 Ohm.“

Der Kopfhörerverstärker wird mit diesem externen Schaltnetzteil ausgeliefert
Der Kopfhörerverstärker wird mit diesem externen Schaltnetzteil ausgeliefert

Da OOR schon aufgrund des von ihm benötigten Netzstroms eindeutig zur Gruppe stationärer Kopfhörerverstärker zählt, verbinde ich ihn mit den symmetrischen Ausgängen von Chord Electronics' DAVE und erst einmal mit dem mitgelieferten externen 24-Volt-Schaltnetzteil. Die etwa 40-stündige Einspielzeit verbringt OOR – teils vom eigenen Netzteil, teils von Hypsos mit Energie versorgt – mit dem von der Reparatur zurückgekommenen Audeze LCD-X. Auch wenn mir spätesten seit der Beschäftigung mit dem ungemein wohlklingenden und opulent ausgestatteten Weiss DAC502 mit seiner speziellen Entzerrung für den LCD-X bewusst ist, dass der Magnetostat ohne diese nicht gerade mit einem ultralinearen Frequenzgang gesegnet ist, macht er in Kombination mit OOR beim eher zufällig ausgewählten Album Changing Places des Tord Gustavson Trios wirklich jede Menge Spaß. Bei „Deep As Love“ gefällt vor allem ich die präzise Differenzierung von Kontrabass, Flügel, Trommeln und Becken. Das Ein- und Ausschwingen einzelner Töne oder Akkorde ist ungemein detailliert nachzuvollziehen, ohne dass man dabei vom musikalischen Inhalt abgelenkt würde. Ebenso bemerkenswert ist die Binnendynamik einzelner Schallereignisse. „Graceful Touch“ beginnt mit einem ruhigen Intro auf dem Schlagzeug, und dabei erhält man einen sehr glaubwürdigen Eindruck des wohl imaginären Aufnahmeraums. Überhaupt kleben die Instrumente nicht auf einer Ebene zwischen den Ohren, und obwohl OOR nicht über eine Cross-Feed-Schaltung verfügt, wirkt das Klangbild nicht unnatürlich weit gespreizt: Da könnte ich glatt zum Kopfhörer-Fan werden!

Wird OOR über diese Steckverbindung mit Ferrums Hybrid-Netzteil Hypsos verbunden, regelt dessen „4-Terminal-Sensing Design“-Schaltung die Spannung auf der Hauptplatine des Kopfhörerverstärkers auf exakt 24 Volt aus
Wird OOR über diese Steckverbindung mit Ferrums Hybrid-Netzteil Hypsos verbunden, regelt dessen „4-Terminal-Sensing Design“-Schaltung die Spannung auf der Hauptplatine des Kopfhörerverstärkers auf exakt 24 Volt aus

Das beeindruckende Klangerlebnis ist nicht nur mit dem Audeze möglich: Mit dem Sendy Audio Peacock genieße ich die ersten Songs des Albums mindesten ebenso intensiv – jedoch auf eine minimal weniger spektakuläre Art, dafür aber tonal etwas ausgewogener und stimmiger. Der dreistufige Pegelsteller stand anfangs in der Mitten-Position, aber schon im Zusammenspiel mit dem LCD-X habe ich die Verstärkung um zehn Dezibel reduziert, so dass das Potentiometer statt zwischen acht und zehn Uhr nun im Bereich zwischen elf und ein Uhr genutzt werden kann. Alle verwendeten Kopfhörer werden symmetrisch betrieben, da OOR ja auch durchgängig symmetrisch ausgelegt ist.


  • MSB Technology Cascade DAC – aktuelle Version

    Die Bilder könnten zwar den Anschein erwecken, aber ich recycele hier nicht den Cascade-Test von vor zwei Jahren – auch wenn das bei den Temperaturen im Hörraum ein verlockender Gedanke wäre. Der aktuelle MSB-Wandler unterscheidet sich rein äußerlich nicht von dem, den ich Ihnen bereits vorgestellt habe, in Sachen Technik und Klang aber sehr wohl. Ich habe Jürgen Sachweh, den Inhaber des deutschen MSB-Vertriebs gefragt, was mein damaliges Testmodell von der neuen Version unterscheidet, und…
    04.08.2026
  • MSB Technology The Sentinel DAC

    Hier geht es um einen D/A-Wandler, der zum Aufwändigsten zählt, das in dieser Gerätegattung gebaut wurde – vergleichbar höchstens noch mit dCS' Varèse. Hören konnte ich das Ausnahmegerät zwar nicht in meinem Hörraum, allerdings in einer bereits etwas vertrauten Umgebung. Reicht das, um meine Eindrücke in der Rubrik Tests zu veröffentlichen? Üblicherweise finden Sie die Schilderung meiner in fremden Gefilden bei Firmenbesuchen gemachten Erfahrungen unter dem Menü-Punkt Feuilleton. Aber diesmal ging es nicht um eine…
    31.07.2026
  • SPL Crossover Mk2

    SPL ist nach meinen Informationen der einzige Audiogeräteproduzent, der überhaupt eine aktive Analogfrequenzweiche im Portfolio führt. Mit der Mk2 steht inzwischen eine Überarbeitung der Ur-Version in den Startlöchern. Höchste Zeit, sich dieses HiFi-Einhorns einmal anzunehmen. Der Funktionsumfang der zweiten Generation ist immens angewachsen. Während das Crossover erster Generation lediglich bei der optimalen Einbindung eines Subwoofers in die Stereokette helfen konnte, eröffnet die Mark 2 gänzlich neue Möglichkeiten. Statt der Trennfrequenzen von 50, 60, 70, 85,…
    28.07.2026
  • Matrix Audio mini-i Pro 4

    “Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit. Der Name Matrix Audio beruft sich eigentlich auf das gleichnamige mathematische Konzept, aber bei der Namensverwandtschaft zu dem stilprägenden Film kam ich…
    21.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 SSE – das Interview

    Während meines letzten Besuchs der Audio Group Denmark in Aalborg hatte ich am Tag nach der Präsentation der Børresen M8 und der Aavik M-880 Gelegenheit, mit dem Entwickler der T5 SSE über sein Produkt zu sprechen. Wenn Sie im ersten Teil technische Details vermisst haben sollten: Hier finden Sie sie in Hülle und Fülle. Dirk Sommer: Nun zu etwas ganz anderem, den T5. Was ist anders im Vergleich zum 05? Ich muss zugeben, dass ich…
    17.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 Silver Supreme Edition

    Einerseits war ich mit der Børresen 05 Silver Supreme Edition in meinem Hörraum wunschlos glücklich, andererseits begeisterte mich das Nachfolgemodell, die T5 SSE, schon bei ihrer Vorstellung damals noch in München allein durch ihr Erscheinungsbild: Die schwarze Hochglanzlackierung mit Karbonfaser-Applikationen wirkte einfach unheimlich elegant. Aber natürlich geht es mir bei Lautsprechern nicht vorrangig um die Optik. Dass die Børresen 05 SSE solange bei mir zu Gast war und ich mich schon auf die T5 SSE…
    14.07.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.