tests/21-10-22_lotoo
 

Lotoo PAW S2

22.10.2021 // Dork Sommer

Doch zurück zum PAW S2: Der hat nicht nur in Sachen Leistung und Gewicht – ganze 2.1 Gramm – zugelegt. Es gibt statt drei nun vier Drucktasten: eine für die Wahl des Menüs, zwei zur Navigation respektive Lautstärkeeinstellung und die vierte zur Fernbedienung des Players: Ein einfacher Druck lässt einen zwischen „Play“ und „Pause“ wechseln, durch zwei Klicks schnell hintereinander springt die Wiedergabe zum nächsten Song, durch dreimaliges Drücken einen Track zurück. Auch bei den Klangpresets, bei Lotoo PMEQII und ATE – Acoustic Timbre Embellishment genannt – gibt es Zuwachs: Bei letzterem sind die Presets „Cassette“ und „Vinyl LP“ neu, die dem Klang unter anderem mehr oder etwas weniger Rauschen hinzufügen. Bei den Entzerrung ist das etwas kryptisch bezeichnete ACG-1 hinzugekommen. Erfreulicherweise sind das „Headphone“- sowie das „Far Field“- und das „Near Field“-Preset weiterhin verfügbar. Auf die übrigen kann ich gerne verzichten. Obwohl auch im PAW S2 der AKM4377-Chip die Wandlung übernimmt, der AKM8142 den Takt vorgibt und ein separater Chip die symmetrische Verstärkung übernimmt, ist es Lotoo gelungen, dass Rauschen von -118 Dezibel beim S1 auf -121 Dezibel respektive 0,69 Millivolt beim S2 zu reduzieren. Doch genug mit Ausstattungsdetails und trockenen technischen Daten.

Kopfhörer finden an der 3,5-Millimeter-Klinken- oder der symmetrischen Pentaconn-Buchse Anschluss
Kopfhörer finden an der 3,5-Millimeter-Klinken- oder der symmetrischen Pentaconn-Buchse Anschluss

Da der Kollege Roland Dietl mit meinen Audeze LDC-X gerade den Waversa WminiHPA MK2 ausprobiert – und Carsten Hicking den Dan Clark Audio Stealth leider nicht in Gröbenzell gelassen hat – verbinde ich den PAW S2 erst einmal mit dem Audeze EL-8 Titanium. Im Speicher des Smartphones entdecke ich Keith Jarretts Vienna Concert. Der erste Teil mit seinem ruhigen Beginn ist vor allen mit dem Preset „Far Field“, das die Breite der imaginären Bühne ähnlich einer Crossfeed-Schaltung ein wenig begrenzt, ein Genuss. Der Flügel erklingt groß, ungemein klar und frei von Härten. Feinste Geräusche aus dem Publikum sind ebenso wahrzunehmen wie die typischen lautlichen Äußerungen des Pianisten. Obwohl Keith Jarrett den Dynamikumfang seines Instruments zur Gänze nutzt, wobei es anfangs recht verhalten zugeht, hat der PAW S2 in punkto Pegel immer noch jede Menge Reserven. Noch ein wenig stärker als beim „kleinen“ PAW bin ich beim S2 wieder sehr positiv überrascht, mit welch überschaubarem finanziellen Aufwand man auf sehr hohem Niveau Musik erleben kann. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass der S2 mit 300 Euro in der Preisliste steht.

Ein USB-C-Kabel und ein USB-C-auf A-Adapter gehören zum Lieferumfang. Das Lightning-auf-USB-C-Kabel muss separat erworben werden
Ein USB-C-Kabel und ein USB-C-auf A-Adapter gehören zum Lieferumfang. Das Lightning-auf-USB-C-Kabel muss separat erworben werden

Als ich dann zum Sendy Audio Peacock wechsele, wollte ich noch kurz bei Keith Jarrett bleiben, starte aber den ersten Teil des Köln Concert in der 96-Kilohertz-Version. Der Lotoo PAW S2 treibt die leichten Folien des Peacock zu solch faszinierenden, dynamischen Leistungen, dass ich es nicht über mich bringe, den ersten Teil des Konzert zu unterbrechen. Auch ohne direkten Vergleich mit dem S1 bin ich mir sicher, dass der Zweier in Sachen Kraft und Spielfreude noch ein gutes Stückchen mehr zu bieten hat. Da mangels eines S1 kein direkter Vergleich mit diesem möglich ist, nehme ich einen Umweg, und zwar den über Chord Electronics' Mojo: Der spielte beim Test des S1 mit dem Sendy Audio Aiva eine noch eine Spur souveräner und offener als der kleine Lotoo. Wenn es jetzt gilt, den Sendy Audio Peacock mit Schostakowitschs Symphonie Nr. 15 zum Klingen zu bringen, lassen sich zwar minimale Unterschiede zwischen den beiden Wandler/Kopfhörerverstärker-Kombination entdecken, eindeutige Vorteile kann aber keiner von beiden für sich verbuchen: Sie spielen auf demselben Niveau!


  • SPL Crossover Mk2

    SPL ist nach meinen Informationen der einzige Audiogeräteproduzent, der überhaupt eine aktive Analogfrequenzweiche im Portfolio führt. Mit der Mk2 steht inzwischen eine Überarbeitung der Ur-Version in den Startlöchern. Höchste Zeit, sich dieses HiFi-Einhorns einmal anzunehmen. Der Funktionsumfang der zweiten Generation ist immens angewachsen. Während das Crossover erster Generation lediglich bei der optimalen Einbindung eines Subwoofers in die Stereokette helfen konnte, eröffnet die Mark 2 gänzlich neue Möglichkeiten. Statt der Trennfrequenzen von 50, 60, 70, 85,…
    28.07.2026
  • Matrix Audio mini-i Pro 4

    “Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit. Der Name Matrix Audio beruft sich eigentlich auf das gleichnamige mathematische Konzept, aber bei der Namensverwandtschaft zu dem stilprägenden Film kam ich…
    21.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 SSE – das Interview

    Während meines letzten Besuchs der Audio Group Denmark in Aalborg hatte ich am Tag nach der Präsentation der Børresen M8 und der Aavik M-880 Gelegenheit, mit dem Entwickler der T5 SSE über sein Produkt zu sprechen. Wenn Sie im ersten Teil technische Details vermisst haben sollten: Hier finden Sie sie in Hülle und Fülle. Dirk Sommer: Nun zu etwas ganz anderem, den T5. Was ist anders im Vergleich zum 05? Ich muss zugeben, dass ich…
    17.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 Silver Supreme Edition

    Einerseits war ich mit der Børresen 05 Silver Supreme Edition in meinem Hörraum wunschlos glücklich, andererseits begeisterte mich das Nachfolgemodell, die T5 SSE, schon bei ihrer Vorstellung damals noch in München allein durch ihr Erscheinungsbild: Die schwarze Hochglanzlackierung mit Karbonfaser-Applikationen wirkte einfach unheimlich elegant. Aber natürlich geht es mir bei Lautsprechern nicht vorrangig um die Optik. Dass die Børresen 05 SSE solange bei mir zu Gast war und ich mich schon auf die T5 SSE…
    14.07.2026
  • Qln – das Interview

    Roland Dietl: Welche Antriebstechnik verwendest Du bevorzugt bei Tief-Mitteltönern? Mats Andersen: Ich bevorzuge eine unterhängende Schwingspulenanordnung. Bei Standard-Treibern hat man eine Schwingspule, die etwa 20 bis 40 Millimeter lang ist, und dann einen Magnetspalt von etwa 5 bis 6 Millimetern. Wenn sich die Schwingspule bewegt, ändern sich die Induktivität und auch die Magnetkraft. Bei unserem Treiber beträgt der Magnetspalt dagegen 20 Millimeter und die Schwingspule ist 11 Millimeter lang. Die Schwingspule bleibt dadurch permanent vollständig…
    07.07.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein weiterer Nachtrag

    Endlich ist es soweit: Der SOtM sMS-2000 spielt in der gewünschten Konfiguration: In der Eunhasu-App habe ich teils auf Roland Dietls Rat hin alle klangfördernden Einstellungen vorgenommen, Ethernet- und USB-Karte werden von externen Netzteilen gespeist, die 10-Megahertz-Clock gibt den Takt vor und die Daten kommen von einer kryo-behandelten SSD. Vor rund zweieinhalb Monaten berichtete ich darüber, dass der SOtM sMS-2000 der einzige von mir getestete Streamer ist, bei dem auf einer internen Festplatte gespeicherte Musik-Files…
    03.07.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.