tests/21-12-27_borresen
 
Test.
Deutsch English|

Børresen Acoustics 05 Silver Supreme Edition

27.12.2021 // Dirk Sommer

Auch die Gehäuse für die Tief/Mitteltöner sind ventiliert. Die Aluminium-Profile sollen für einen geräuschlosen Luftstrom sorgen
Auch die Gehäuse für die Tief/Mitteltöner sind ventiliert. Die Aluminium-Profile sollen für einen geräuschlosen Luftstrom sorgen

Doch für Lars Kristensen und Michael Børresen schien das eine Selbstverständlichkeit zu sein, und sie merkten fast beiläufig an, dass mit den Tweaks von Ansuz noch eine Menge mehr Wohlklang möglich sei. Zum Beweis ihrer These steckten sie dann in die Steckdosen-Leiste, die zuvor meine beiden Velodyne DD+ 10 plus ein Acoustic Revive RR-77 und nun den Schumann-Wellen-Frequenzgenerator sowie die Ansuz PowerBox mit Strom versorgten, erst einen und dann einen zweiten Sparkz Harmonizer TC2. Die positive Wirkung der parallel zu den Geräten agierenden Stecker war dank der immensen Detailfreudigkeit und hohen Auflösung der 05 sofort zu hören: Das Klangbild wurde noch fließender und geschmeidiger, ohne dass die hervorragende Transienten-Wiedergabe und Feinzeichnung der großen Børresen darunter litt. Der nun satte, aber keinesfalls fette Tieftonbereich machte den Einsatz der Velodynes überflüssig. Ja, ich weiß, dass sich das segensreiche Tun der Subwoofer keinesfalls auf den Bassbereich beschränkt. Doch auch das Einschwingverhalten, die Durchhörbarkeit und Abbildungspräzision der 05 SSE machten den Autor wunschlos glücklich. Übrigens war zu diesem Zeitpunkt nur einer meiner beiden Hörsessel verfügbar, da der zweite gerade neu bezogen wurde. Nach des Tages Mühen widmeten wir uns Lars Kristensens zweitem Hobby, dem auch Michael Børresen nicht abgeneigt ist: Gin und Tonic. Diesmal war es ein X-Gin mit Stückchen zerstoßener Kakaobohnen und zum Entsetzen des Gin-Kenners Schweppes Dry Tonic Water. Die Kombination erwies sich aber dennoch als überaus stimmig.

Die Füße der 05 SSE sind höhenverstellbar und für die Aufnahme von Darkz Entkopplungselementen vorbereitet
Die Füße der 05 SSE sind höhenverstellbar und für die Aufnahme von Darkz Entkopplungselementen vorbereitet

Am nächsten Morgen schafften wir noch ein Paar Sitzgelegenheiten ins Arbeitszimmer und ließen uns vom Klang der 05 SSE verwöhnen. Da allen Anwesenden weiteres Boxenrücken unnötig erschien, überließ ich meinen Platz Michael Børresen, setzte mich in die Nähe der Studer A80 und spielte ein paar Stücke vom Band, bekannte und einige eigene Aufnahmen. Besonders gefiel dem Entwickler, wie farbig, definiert und kraftvoll der Tieftonbereich der Bandaufnahmen über seine Kreationen erklang, andere Quellen reichten da meist nicht heran. Mit dem gutem Gefühl, die 05 SSE in meinem Raum optimal zum Spielen gebracht zu haben, machten wir uns dann bald darauf auf den Weg zum Flughafen.

Abends schwärmte ich dann meiner Gattin von den aktuellen Testobjekten vor. Doch die konnte meine Euphorie nicht im mindesten teilen. Schließlich tauschten wir die Plätze. Im mobilen Schaukelstuhl neben dem – momentan einzigen – Hörsessel bekam man nur einen faden Abklatsch des imposanten Klangbildes geboten, das auf dem zentralen Platz zu hören war: Tonal stimmte zwar alles, auch die Auflösung konnte überzeugen, aber die Musiker schienen sich ausschließlich um einen Lautsprecher gruppiert zu haben – von einer plastischen Bühnendarstellung keine Spur. Es half auch nicht, die Sessel Lehne an Lehne an die imaginäre Mittellinie des Raumes zu rücken: Jetzt konnte man auf keinem der beiden Plätze auf dem extrem hohen Niveau Musik genießen, mit dem die 05 SSE zuvor den an zentraler Stelle Sitzenden beglückt hatte. Wenn man den Børresen allein gegenüber saß, ließen sie einen in Musik schwelgen und Hifi-Kriterien fast völlig vergessen.


  • dCS Varèse – weitere Erfahrungen

    Während einer Präsentation bei Audio Reference vor den Norddeutschen Hifi-Tagen konnte ich erstmals dasStatement in High Fidelity neue Topmodell von dCS, den fünfteiligen Streamer/DAC Varèse, hören. Er klang einfach unglaublich gut – im wahrsten Sinne des Wortes. Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, meine Erfahrungen im Hörraum in Hamburg zu intensivieren. Bei der ersten Demonstration verglich Alasdair McDonald, der Export Sales Manager von dCS, den Varèse mit dem Vivaldi-Trio (https://www.hifistatement.net/tests/item/3591-dcs-vivaldi-master-clock-upsampler-und-apex-dac), das vor etwa drei Jahren…
    20.03.2026
  • Cayin Pearl 30d und Pearl 30c

    Auf der HighEnd 2024 präsentierte Cayin zum 30-jährigen Marken-Jubiläum die Pearl Modelle. Dazu gehören der D/A-Wandler Pearl 30d und der CD-Transport Pearl 30c. Beide imponieren nicht allein durch ihre prachtvolle Erscheinung. Auch technisch sind sie enorm aufwändig. Da stellt sich besonders die Frage nach der Relevanz eines solchen CD-Laufwerks. Die HighEnd liegt nun beinahe zwei Jahre zurück. Als Cayin Deutschland-Chef Thomas Deyerling im Januar meine Anfrage nach einem Test dieser Kombi positiv beantwortete, war ich…
    10.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    Der erste, recht lange Artikel über Wilson Beneschs Prime Meridian System beschäftigte sich nur mit der Laufwerkseinheit, bestehend aus OMEGA Drive, ALPHA Drive, dem FrACTal Dämpfungssystem, in dem Motor und Tonarm montiert sind, und dem R1 Rack. Nun geht es neben der Vorstellung des Tonarms und des Abtasters endlich um den Klang des Plattenspielers. Dass der Plattenteller des Prime Meridian Systems von einem Motor mit dem anderthalbfachen Durchmesser einer Langspielplatte und damit vom größten Antrieb,…
    04.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System – eine Annäherung

    Den ersten Plattenspieler von Wilson Benesch beschrieb ich 1996, den zweiten zwei Jahre später. Da sollte es kein großes Ding sein, auch den dritten für einen Test zu bekommen. Dachte ich. War es dann aber doch – aus mehreren Gründen: Er ist ein wirklich großes Ding, wiegt über 350 Kilogramm, und das dazugehörige White Paper umfasst 138 Seiten. Dass das Prime Meridian System, wenn ich mich richtig erinnere, das bisher teuerste Testobjekt in der Geschichte…
    24.02.2026
  • Takumi TT level 2.1DC

    Der Niederländer Rik Stoet, bekannt durch Röhrenverstärker, die unter den Markennamen Heart und Stoet Kit vertrieben wurden, hat eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Die Entwicklung und Herstellung von Plattenspielern. Als mir der Takumi TT level 2.1DC Plattenspieler zum Test angeboten wurde war mein erster Gedanke: Endlich wieder Vinyl, endlich wieder analog. Nicht, dass mir das Testen von digitalen Audiokomponenten zu irgendeiner Zeit langweilig geworden wäre, aber das analoge Hören, der Umgang mit den Schallplatten,…
    17.02.2026
  • Gold Note HP-10 deluxe und PSU-10 Evo

    Der Gold Note HP-10 deluxe Kopfhörer-Verstärker spricht auf den ersten Blick eher den anspruchsvollen Nutzer an. Er bietet vielfältige Möglichkeiten, die in dieser Kombination wohl einzigartig sind. Anders als moderne Alternativen aus Fernost setzt Gold Note auf hochkarätige Analog-Technik. Nutzt der Bedienungskomfort auch der Klangqualität? Die Typenbezeichnung deluxe täuscht. Denn die zwei weiteren, preisgünstigeren Alternativen, der Gold Note HP-10 BT oder der HP-10 ohne jeglichen Zusatz, sind keineswegs weniger luxuriös. Ihnen fehlt nur etwas Ausstattung,…
    10.02.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.