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Paltauf Phono-200

25.01.2022 // Carsten Bussler

Bisher hatte ich persönlich die feine High-End-Schmiede Paltauf aus Österreich noch nicht auf meinem HiFi-Radar gehabt. Umso begeisterter war ich beim Test von der röhrenbestückten Phonostufe Paltauf Phono-200 mit externem Netzteil. Denn hier sind ohne Frage musikalische Überzeugungstäter am Werk, die ihr Handwerk verstehen!

Wie, Sie kennen Paltauf auch noch nicht?! Na dann wird es aber allerhöchste Zeit! Ansässig im österreichischen Graz, wird das Unternehmen von Gründer und Namensgeber Wolfgang Paltauf sowie Miteigentümer Thomas Stiegler geleitet. Ersterer genoss eine musikalische Früherziehung, und später weckte eher zufällig der Fund eines alten Röhrenkatalogs mit den darin enthaltenen Audioschaltungen aufgrund ihrer Einfachheit und Machbarkeit Paltaufs Interesse, so dass daraus schließlich ein Hobby erwuchs. Mittlerweile entwickelt und baut er seit über 25 Jahren hochwertige Röhrenverstärker. Sein Partner Thomas Stiegler kümmert sich um das Marketing und die betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten. Paltaufs Geräteportfolio umfasst Hybrid-, Vor- und Endverstärker, Kopfhörerverstärker, Lautsprecher und Phonostufen, und um letztgenannte soll es in unserem Test auch gehen.

Die Gehäuse von Phonostufe und Netzteil zeigen sich in schlichter Eleganz, es gibt auf den Fronten außer Schriftzügen und der Betriebsleuchte keinerlei Bedienelemente. Die Phonostufe verfügt im Gegensatz zum Netzteil über schmucke Seitenteile aus Holz
Die Gehäuse von Phonostufe und Netzteil zeigen sich in schlichter Eleganz, es gibt auf den Fronten außer Schriftzügen und der Betriebsleuchte keinerlei Bedienelemente. Die Phonostufe verfügt im Gegensatz zum Netzteil über schmucke Seitenteile aus Holz

Zu Gast bei Hifistatement war die Phono-200, die das mittlere Modell der drei Phonovorstufen darstellt, die Paltauf im Programm hat. Im Grunde ist es das Basismodell Phono-100 ergänzt um ein externes Röhrengleichrichter-Netzteil in eigenem Gehäuse. Die Phono-200 gibt es in zwei Varianten, nämlich in einer MM-Variante für 2930 Euro und in einer MC-Variante für 3490 Euro. Die MC-Version stellt dabei eine um einen Übertrager im Verhältnis eins zu acht erweiterte MM-Version dar, um die feinen Signale von Moving-Coil-Tonabnehmern auf Moving-Magnet-Niveau zu hieven. Paltauf fragt vor der Auslieferung an den Kunden übrigens den verwendeten Tonabnehmer ab, und Eingangswiderstand beziehungsweise Kapazität werden dann individuell angepasst. Hier geht Perfektion eindeutig vor Flexibilität, so handeln Überzeugungstäter eben. Sehr sympathisch!

Auf der Rückseite der Phono 200 geht es ebenfalls sehr übersichtlich zu: ein Satz Cinch-Eingänge und -Ausgänge, Erdungsklemme, Netzschalter und Verbindungsbuchse für das Netzteil
Auf der Rückseite der Phono 200 geht es ebenfalls sehr übersichtlich zu: ein Satz Cinch-Eingänge und -Ausgänge, Erdungsklemme, Netzschalter und Verbindungsbuchse für das Netzteil

Haptisch lässt Paltauf schon mal nichts anbrennen. Die sehr stabilen, robusten Metallgehäuse sind schlank und tief, wobei die beiden Gehäuse der Phonostufe und des Netzteils gleich groß sind, allerdings verfügt die Phonostufe über seitliche Holzwangen, das Netzteil hingegen nicht. Die Holzteile haben eher eine technische denn eine optische Funktion, nämlich die, etwaige Resonanzen im Keim zu ersticken. Gleichwohl könnte man natürlich auf den Gedanken kommen, das Netzteilgehäuse aus optischen Gründen ebenfalls mit Holzwangen zu versehen.

Die Fronten der Gehäuse zieren lediglich der Firmenschriftzug, die Modellbezeichnung und die Betriebsleuchte, that´s all, folks! Das Erscheinungsbild der beiden Geräte ist dadurch sehr schlicht und elegant und trifft meinen persönlichen Geschmack in optischer Hinsicht übrigens voll und ganz. Und dafür, dass der ganze Einstellschnickschnack samt Knöpfen, Reglern sowie das allerorten obligatorische Mäuseklavier wegfallen, gibt es von mir noch einmal hundert virtuelle Punkte extra. Dafür allein kann man sich klanglich zwar noch nichts kaufen, aber dennoch: Ein fettes „Danke“ an Paltauf, dass Ihr mir diese Arbeit abgenommen habt! Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich einfaches Plug ´n´ Play liebe und bisweilen auf Flexibilität pfeife? Ausgenommen Tube Rolling natürlich…


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