tests/22-02-08_audioquest
 

AudioQuest HDMI Pearl 48, Cinnamon 48, Carbon 48, Thunderbird 48, Dragon 48

08.02.2022 // Wolfgang Kemper

Robert Hay hat diese fünf Modelle ausgesucht, um die AudioQuest Angebots-Palette übersichtlich abzubilden. Die in diesem Test nicht erwähnten Modelle dazwischen, Forest 48, Vodka 48 und FireBird 48, könnten natürlich ebenfalls durchaus interessant sein. Schon in seiner ersten Email zu seiner Kabel-Auswahl wies Robert Hay darauf hin, dass die 48-er Weiterentwicklungen, die ja aus den gestiegenen Ansprüchen in Sachen Video resultieren, auch für die reine Audio-Übertragung deutlich hörbare Vorteile mit sich brächten. Dies hatte man in diversen Hörtests mit unterschiedlichen Konfigurationen festgestellt. Auf meine Frage, wie lange ich die Kabel einspielen müsse, erfuhr ich, dass auch diese Kabel im Laufe ihrer Benutzung klanglich zulegen würden. Deshalb schickte man mir auf meinen Wunsch hin zusätzlich einige HDMI-Kupplungen, mit deren Hilfe ich mehrere Kabel hintereinander schalten konnte, um eine gleiche Einspielzeit zu bekommen. Das lässt allerdings nicht den Schluss zu, dass alle Kabeltypen von der gleichen Einspielzeit auch in gleichem Maße profitieren. Dies wird vom individuellen Materialmix mitbestimmt.

Der Aufbau des Pearl 48
Der Aufbau des Pearl 48

Durch die 48 in ihren Typenbezeichnungen sind alle neuen Kabelmodelle leicht von den Vorgängern zu unterscheidenden. Die 48 steht für eine Übertragungsgeschwindigkeit von 48 Gbps, heißt 48 Gigabit pro Sekunde. Allen AudioQuest HDMI-Kabeln ist gemeinsam, dass sie massive Leiter für die Signalübertragung und die Erdung benutzen. Insgesamt neunzehn Leiter sind in ihrer Laufrichtung festgelegt, die äußerlich am HDMI-Stecker markiert ist. Der Richtungsverlauf aller neunzehn Leiter spielt laut Robert Hay bei der Übertragungsgüte eine wichtige Rolle. Weiterhin erfuhr ich von ihm, dass die entscheidende Verbesserung gegenüber der vorherigen 2.0 Spezifikation durch die zusätzliche Leitergruppe mit hoher Bandbreite entstünde. 2.0 fordert 14,4 Gbps über drei Leitungsgruppen von je 4,8 Gbps, die Norm 2.1 hingegen 42,666 Gbps über vier Leiterbündel von je 10,666 Gbps. Bei Audio/Video sei diese vierte Leitung eARC der Signalrückführung für Soundbars oder ähnlichem zugeordnet, nutze aber vielen Audio I2S-Schnittstellen, wenn man so will, als Nebeneffekt. Dies bedeute, dass das I2S-Protokoll in praktisch allen Fällen diese optimierten Leiterbündel verwendet, anstatt die Abschirmung oder die Erdungs-Anschlüsse am HDMI-Stecker dafür zu nutzen. ARC steht für Audio Return Channel, eARC für Enhanced Audio Return Channel. eARC biete eine erheblich verbesserte Bandbreite und Geschwindigkeit zur Übertragung größerer Datenmengen im Audiokanal. Der Unterschied zwischen ARC und eARC liegt etwa bei 1Mbps zu 37Mbps.

Robert Hay beschreibt den Aufbau der Kabel folgendermaßen, und man kann dies gut an den beiden AudioQuest-Grafiken nachvollziehen (Übersetzung mit Umformulierungen und Kürzungen): „In diesem Kabelquerschnitt, der repräsentativ für unsere Anwendung des HDMI-Standards für 48 Gbit/s ist, ist das gelb-weiße Paar mit der dazugehörigen Erdung die eARC-Gruppe. In früheren HDMI-Standards gehörte diese Gruppe zu einer niedrigeren Spezifikation, einem niedrigeren Leitertyp, da ARC nicht sehr anspruchsvoll war und nicht viel Bandbreite benötigte. Die anderen vier Kabelgruppen im Bild sind, wenn sie in einem HDMI 2.1-fähigen System verwendet werden, die FRL-Kanäle (FRL bedeutet Fixed Rate Link für AV-Elektronik). Bei Verwendung in einem älteren 18 Gbps TMDS (Transition Minimised Differential Signalling) oder einem auf dem HDMI 2.0-Standard basierenden System wird das blau/weiße Paar nicht für Daten, sondern als Taktkanal verwendet. Wenn die Elektronik in der Lage ist, HDMI 2.1 zu unterstützen, werden diese Drähte nicht als Taktkanal, sondern als eines der Datenpaare verwendet. Wir haben jetzt also vier Datenpaare (mit ihrer diskreten Masse) und das eARC-Paar (mit seiner diskreten Masse), also fünf identische Gruppen von Leitern. Die anderen einzelnen Leiter in der Abbildung (rot, lila, grün und blau) werden alle für HDMI CEC und die 5-V-Stromversorgung verwendet. HDMI CEC ist ein Verbindungsprotokoll, das es HDMI-Geräten ermöglicht, miteinander zu kommunizieren, so dass sie die Stromversorgung aus dem Standby-Modus auslösen können, um sich ein- und auszuschalten, um Bildschirmauflösungen und anderes einzustellen. AudioQuest hat natürlich den grundlegenden HDMI-Konstruktionsstandard übernommen und ihn, wo immer möglich, verbessert. So verwenden wir unsere eigenen massiven Metallleiter, die eine Laufrichtung haben, und wir haben dafür gesorgt, dass die allen Datenpaaren zugeordneten Erdungsreferenzleiter die gleiche Größe (den gleichen Querschnitt) haben wie die Datenkabel. Natürlich stellen wir auch sicher, dass wir die Abschirmung und Konstruktion nach den höchsten Standards vornehmen und alle unsere Techniken zur Rauschunterdrückung anwenden, die wir in jahrzehntelanger Erfahrung bei der Entwicklung und Herstellung von Kabeln gelernt haben.“ Dazu gehört bei den sehr hochwertigen Kabeln das AudioQuest-eigene 72V-BS-System, das Dielectric Bias System, das durch konstanten Gleichstrom das Dielektrikum elektrisch stabilisiert und so die Moleküle der Isolierung formatiert. In den HDMI-Kabeln Firebird 48 und Dragon 48 findet sich deshalb ein weiterer Leiter im Kabelaufbau, also sind es hier insgesamt zwanzig. In der graphischen Abbildung des Dragon ist das gut zu sehen: das weiße Kabel oben links neben grün. Das Material aller Signalleitungen ist stets hochwertiger als das der Erdungsleiter, ausgenommen beim sündhaft teuren Dragon 48.

Der Aufbau des Dragon 48
Der Aufbau des Dragon 48


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