tests/22-05-10_soulnote
 

Soulnote P3

10.05.2022 // Wojciech Pacuła

Alle Vorstufen spielen hervorragend. Aber der Soulnote P-3 geht in eine etwas andere Richtung als die anderen. Zum einen öffnet er den Klang mehr als mein Referenzvorverstärker, der Ayon, zum anderen rückt er die Hauptklangquellen stärker in den Fokus. Sowohl be der Scheibe Music For A While, den Improvisationen Christina Pluhars über Purcell, als auch bei den Männerstimmen bei Claudio Monteverdis Ottavo Libro Dei Madrigali in der Interpretation des Concerto Italiano hatte der Nachhall weniger Gewicht als der Gesang. Beide Discs spielen in meinem Referenzsystem weiter vom Hörer entfernt und klingen tiefer und dunkler. Der P-3 öffnet den oberen Mitteltonbereich stärker, glättet aber gleichzeitig alles und verschiebt das Klanggeschehen in meine Richtung. Dieses Klangbild ist weniger selektiv und tief, dafür besitzt es mehr Präsenz und Lebendigkeit, wobei das Ganze recht warm wirkt. Diese Besonderheit ist bei jeder Aufnahme vorhanden, es handelt sich also um eine Eigenart des Vorverstärkers. So klingen alle Aufnahmen und nicht nur klassische Musik und Jazz, sondern auch Rock brillant und ultra-glatt, wie die große Instrumentierung bei Mike Oldfields Tubular Bells und das kraftvolle Spiel der Rolling Stones auf Exile on Main St. zeigt.

b_850_0_16777215_10_images_content_tests_22-05-10_soulnote_3Y8A0609.jpg

Bei beiden Alben konnte ich auch hören, dass der Klang im Tieftonbereich leicht betont ist und nicht so präzise Umrisse hat, wie bei anderen Top-Transistor-Vorverstärkern. Das ist nicht der energiegeladene Bass, den ich von Mark-Levinson- oder Naim-Geräten kenne. In dieser Hinsicht ist den P-3 dem Jubilee-Vorverstärker von Octave näher. Bei beiden Vorstufen ist der Umriss nicht so wichtig ist wie die Füllung, und die Genauigkeit der Definition spielt eine geringere Rolle als die Genauigkeit bei der Wiedergabe von Obertönen.

Je länger ich den Soulnote-Vorverstärker hörte, desto mehr reifte in mir die Überzeugung, dass der P-3 wie ein reinrassiger Röhrenvorverstärker klingt. Er weist alle Merkmale eines glatten, fließenden, Klangfarben starken Röhrenklangs auf. Der Raum wirk groß, aber der P-3 trägt den Klang nicht weit in die Tiefe der Bühne, sondern weitet und dehnt ihn um uns herum aus. Die Dynamik ist phantastisch und vermittelt den Eindruck, dass man sich in der Nähe von Live-Instrumenten befindet.

Der japanische Vorverstärker ist sehr eigenständig, so dass es einfach ist, seine Qualitäten zu erkennen und festzustellen und zu entscheiden,ob er das ist, wonach wir suchen. Wenn ich eine Analogie aus den CD-Bereich heranziehen darf, würde ich sagen, dass der P-3 wie die Remaster auf den Platinum-SHM-CDs klingt, das heißt, tiefgründig und unglaublich involvierend. Mein Referenzvorverstärker wiederum wäre näher an XRCD- und SACD-Discs.

b_850_0_16777215_10_images_content_tests_22-05-10_soulnote_3Y8A0610.jpg


  • Qln – das Interview

    Roland Dietl: Welche Antriebstechnik verwendest Du bevorzugt bei Tief-Mitteltönern? Mats Andersen: Ich bevorzuge eine unterhängende Schwingspulenanordnung. Bei Standard-Treibern hat man eine Schwingspule, die etwa 20 bis 40 Millimeter lang ist, und dann einen Magnetspalt von etwa 5 bis 6 Millimetern. Wenn sich die Schwingspule bewegt, ändern sich die Induktivität und auch die Magnetkraft. Bei unserem Treiber beträgt der Magnetspalt dagegen 20 Millimeter und die Schwingspule ist 11 Millimeter lang. Die Schwingspule bleibt dadurch permanent vollständig…
    07.07.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein weiterer Nachtrag

    Endlich ist es soweit: Der SOtM sMS-2000 spielt in der gewünschten Konfiguration: In der Eunhasu-App habe ich teils auf Roland Dietls Rat hin alle klangfördernden Einstellungen vorgenommen, Ethernet- und USB-Karte werden von externen Netzteilen gespeist, die 10-Megahertz-Clock gibt den Takt vor und die Daten kommen von einer kryo-behandelten SSD. Vor rund zweieinhalb Monaten berichtete ich darüber, dass der SOtM sMS-2000 der einzige von mir getestete Streamer ist, bei dem auf einer internen Festplatte gespeicherte Musik-Files…
    03.07.2026
  • Keces Euphony

    Die taiwanesische Marke Keces ist inzwischen nicht allein wegen ihres Portfolios exzellenter Analog-Netzteile bekannt und angesehen. Für die neue Phonostufe und den neuen Switch aus der Essential Serie bekam Keces unlängst ebenfalls viel Applaus. Jetzt steht der brandneue Streaming-DAC Essential Euphony zum Test bereit. Als Dirk Sommer unlängst die Keces Phono-Stufe Ephono+ und den Ewave Switch beschrieb, gefielen mir diese Geräte auch wegen ihrer sinnvollen und beim Ewave sogar sehr fortschrittlichen Ausstattung, nämlich den zu-…
    30.06.2026
  • Aavik Acoustics R-588

    Keces' Vorverstärker S4 war der erste Anlass, mich mit einem DS-Audio-Tonabnehmer zu beschäftigen. Für den Erwerb eines W3 sprachen dann meine sehr positiven klanglichen Erfahrungen damit, aber auch die Tatsache, dass immer mehr hoch interessante Phonostufen einen dafür geeigneten Eingang aufweisen würden. Eine davon ist die Aavik R-588. Schon vor meinem Entschluss, meinen Tonabnehmerfundus um ein photoelektrisches Exemplar zu erweitern, hatten beispielsweise Kato san, Angus Leung und Michael Børresen angekündigt, dass in den in Entwicklung…
    26.06.2026
  • Qln Prestige Three Gen 2

    Mit Lautsprechern der schwedischen Marke Qln haben wir uns bei Hifistatement bisher noch nicht beschäftigt. Ein Versäumnis – wie sich gleich zeigen wird. Also kommen wir schleunigst zum Test der brandneuen QLN Prestige Three Gen 2, einem eleganten Standlautsprecher in klassischer Zwei-Wege-Bestückung mit ambitioniertem Anspruch. Die Ursprünge von Qln reichen bis ins Jahr 1977 zurück. Die fundamentale Zielsetzung der damaligen Gründer ist von Beginn an audiophiler Natur, nämlich einen Lautsprecher zu entwickeln, der die Klangbühne…
    23.06.2026
  • Vertere Ruby one

    Die Beschäftigung mit dem Vertere Xtrax vor beinahe anderthalb Jahren hatte richtig Spaß gemacht. Daher nahm ich das Angebot von Andreas Kayser, dem Inhaber des deutschen Vertere-Vertriebs Beat Audio, das neue Topmodell Ruby one zu testen, gerne an. Dafür habe ich sogar eine meiner selbstauferlegten Regeln für Tests gebrochen. Dazu später mehr. Vorrangig freute ich mich darauf, nach Monaten endlich mal wieder längere Zeit nur Schallplatten zu hören. Außerdem unterscheiden sich Xtrax und Ruby one…
    19.06.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.