tests/22-07-26_cengrand
 

Cen.Grand 9i-92SA III

26.07.2022 // Dirk Sommer

Als Wandler/Kopfhörerverstärker überzeugt der Cen.Grand schon mal komplett. Im Vergleich mit meinem SPL Phonitor x kann seine Verstärkersektion nun noch einmal ihre Fähigkeiten darstellen. Da der 9i-92SA III seine Energie wegen des eingebauten Wandlers vom Audioquest Power Conditioner Niagara 1200 bezieht, an den alle Digitalkomponenten meiner Kette angeschlossen sind, verbinde ich den Phonitor ebenfalls mit dem 1200-er, um gleiche Bedingungen herzustellen – auch wenn es sich beim SPL um eine rein analoge Komponente handelt. Das symmetrische Signal liefert der DAVE über Audioquest Dragons. Um den lange nicht benutzten Phonitor auf Betriebstemperatur zu bringen, gönne ich mir trotz des eher düsteren Titels mal wieder Jonas Hellborg und Glen Velez' „Ritual Love-Death“ vom Album Ars Moriende: ein langes Duet von Perkussion und akustischer Bass-Gitarre, wobei das Schlagwerk deutlich hinter dem Saiteninstrument platziert ist. Die Dynamik und die tieffrequnente Energie des Basses machen den Titel für mich zum Hochgenuss. Das ändert sich auch nicht, als ich zum Cen.Grand wechsle. Der begeistert mit der gleichen Dynamik und einem Hauch mehr Offenheit. Der Tieftonbereich ist allerdings beim SPL noch einen Tick besser definiert. Der Peacock macht deutlich, dass sich Phonitor und 9i-92SA III auf ähnlich hohem Niveau bewegen – auch wenn es minimale Klangunterschiede gibt. Hier geht es eher um Geschmacksfragen.

Aber vielleicht lässt der Audeze LCD-X ja größere Differenzen zwischen den beiden Kopfhörerverstärkern erkennen. Dazu wähle ich eine eingängige Melodie, „Saving All My Love For You“, in der Interpretation von Lester Bowies Brass Fantasy: Satte Drums und das perfekt arrangierte Blech machen es unmöglich, sich auf eine kurze Sequenz für den Vergleich zu beschränken. Ich höre den Song also mit viel Vergnügen erst dreimal über den SPL, dann über den 9i-92SA III: Nein, auch hier sind die Unterschiede marginal, die Bass Drum besitzt bei der Wiedergabe über den SPL jedoch ein ganz klein wenig mehr Druck. Dafür lässt der Cen.Grand das Blech des Schlagzeugs ein bisschen kräftiger strahlen. Toll, dass der 9i-92SA III sogar mit dem Phonitor klanglich mithalten kann – von dessen hier nicht verwendeten speziellen Matrix-Schaltung einmal abgesehen.

Die beiden ESS-Sabre-Wandler-Chips vom Typ 9038Pro sitzen in ummittelbarer Nähe des 100-Megahertz Oszillators mit einer Frequenzstabilität von 20ppm
Die beiden ESS-Sabre-Wandler-Chips vom Typ 9038Pro sitzen in ummittelbarer Nähe des 100-Megahertz Oszillators mit einer Frequenzstabilität von 20ppm

Auch hier kommt das Beste zum Schluss: der Cen.Grand in Kombination mit dem Dan Clark Audio Stealth – und diesmal unter kontrollierten Bedingungen. Will heißen: Ich probiere aus, ob der 9i-92SA III den Stealth mit seiner Impedanz von 23 Ohm auch mit ausreichend Energie versorgt, wenn der Verstärker der Empfehlung der Bedienungsanleitung folgend im „Low-Resistance-Mode“ arbeitet. Da mir „Saving All My Love For You“ vom Album Avant Pop so gut gefallen hat, läuft gleich noch einmal. Um denselben Pegel zu haben wie zuvor, muss ich die Lautstärke am Cen.Grand auf das Maximum einstellen, woran natürlich auch die auf große Dynamik statt auf hohe Lautstärke hin ausgerichtete, ECM-typische Aussteuerung ihren Anteil hat. Hört man den Stealth direkt nach dem LCD-X wird sehr deutlich, wie tonal ausgewogen ersterer spielt und wie stark der Audeze auf spektakulären Klang hin abgestimmt wurde.


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