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PMC MB2se

30.08.2022 // Dirk Sommer

Nein, ich sollte mich nicht beklagen: Es ist wirklich ein Privileg, mich zu Hause intensiv und manchmal recht lange mit feinsten High-End-Gerätschaften beschäftigen zu können. Aber nicht alle Wünsche werden sofort wahr: Bereits 2007 begeisterten mich die aktiven PMC BB5 XBD-A völlig. Jetzt endlich steht die kleinere, passive MB2se in meinem Hörraum.

Ich weiß es noch wie heute: Es war im Herbst des Jahres, und im Zuge des Firmenbesuchs bei PMC machten wir Station im Schneideraum der Metropolis Studios in London. Ich hatte eine CD-R einer meiner ersten Aufnahmen dabei, die später als reguläre CD erschien. Beim klanglichen Feinschliff hatte ich die Stücke unzählige Male über meine LumenWhite DiamondLights gehört. Die BB5 XBD brachten nicht nur noch mehr Feinheiten zu Gehör. Damit hätte ich gut leben können. Aber dass sie die Musik noch intensiver erleben ließen und einfach mehr Spaß machten, hat mich echt umgehauen. Noch Jahre später habe mit einem Zollstock in der Hand drüber sinniert, ob sich eine passive BB5 ohne zusätzliches Bass-Modul oder eine BB2 XBD unter der Schräge in meinem Hörraum besser machen würde. Doch irgendwie hat es nie geklappt. Zu der Zeit waren die großen Modelle ausschließlich Studios vorbehalten. Inzwischen ist PMC mit der Twenty5- und der Fact-Serie sowie der beeindruckenden Fenestria auch im Hifi-Bereich sehr erfolgreich und hat eine für heimische Anwendungen gedachte se-Linie seiner Studio-Lautsprecher lanciert. Zudem wird PMC jetzt in Deutschland von der Besser Distribution GmbH vertrieben, und Udo Besser hat die begehrlichen Blicke vieler High-End-Besucher in Richtung der Schallwandler mit der eher rustikalen Anmutung sehr wohl registriert. Da bedurfte es keiner besonderen Überredungskünste mehr, ihn zu einem Test der MB2se zu bewegen.

Die MB2se auf ihrem Standfuß in voller Größe. Das Gehäuse ist in vier Oberflächenvarianten erhältlich
Die MB2se auf ihrem Standfuß in voller Größe. Das Gehäuse ist in vier Oberflächenvarianten erhältlich

Natürlich erstellten die Profis von PMC, die wie der Name „Professional Monitor Company“ schon sagt, ihre Wurzeln in der Studio-Szene haben, auch ein sogenanntes White Paper zur MB2se. Ich habe es übersetzt und Auszüge daraus paraphrasiert, um Ihnen einen Eindruck der in der Heimversion des zweitgrößten Monitors zur Anwendung kommenden Technik zu vermitteln. In der Einleitung wird erwähnt, dass die MB2 als Referenzmonitor bei der BBC, den Metropolis Studios in London, bei Stevie Wonder, bei Dorian Gray und in den Teldex Studios Berlin dienten, wo Produktionen der Deutschen Grammophon, von Harmonia Mundi und von DECCA Classics aufgenommen werden. Das wohl wichtigste Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Lautsprechern ist die von PMC entwickelte ATL™-Technologie (Advanced Transmission Line): Dieses Design biete eine weitere Oktave an Tieftoninformationen pro Gehäusevolumen als ein gleichwertiger offener oder geschlossener Lautsprecher. In die ATL™ Technologie seien viele Jahre akribischer Forschung und Entwicklung im Bereich des multizellularen Schaums und der Gehäusekonstruktion eingeflossen. Das Ergebnis: Die Auslenkungen der Treiber würden durch die von der Leitung erzeugte Luftmasse wie in einem Schraubstock gehalten, unabhängig vom Schalldruckpegel, und Verzerrungen seien unbedeutend.

Wenn man nicht sehr niedrig sitzt, bringt der Fuß den Hochtöner auf Ohrhöhe
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