tests/22-10-11_antipodes
 

Antipodes Audio Oladra

11.10.2022 // Wolfgang Kemper

Antipodes Audio stellte auf der HighEnd den neuen Musik-Server/Player Oladra vor, der sich deutlich von den bekannten digitalen Komponenten aus Neuseeland abhebt. Auffällig war das neue Design, scheinbar weniger funktional, aber elegant, eher ernüchternd der Preis und Neugier weckend die Aussagen über den Klang.

Hören konnte ich den Oladra auf der HighEnd auch, und zwar gleich in zwei Vorführungen, in beiden Fällen mit Lautsprechern von Lyravox. Und ja, trotz aller Erfahrung machte ich die Lyravox für die Musikalität dieser Präsentationen verantwortlich, was sie sicher auch waren. Mitverantwortung trug aber auch der Oladra, da bin ich mir nun sicher.

Optisch unterscheidet sich der Oladra deutlich von allen anderen Antipodes-Audio-Modellen
Optisch unterscheidet sich der Oladra deutlich von allen anderen Antipodes-Audio-Modellen

Knapp ein Jahr ist vergangen, seit mich die S-Serie von Antipodes Audio, bestehend aus den Einzelkomponenten S40 sowie S20 und S60 derart begeisterte, dass ich mir diesen enorm kostspieligen audiophilen Hochgenuss leisten wollte. Allerdings überzeugte mich das Konzept des Antipodes Topmodells K50, den ich in der Urversion bereits zuvor testen durfte, mehr, weil mich dessen mechanischer Aufwand begeisterte. Solch eine solide Konstruktion war mir bei Musikservern noch nicht untergekommen. Der K50 beinhaltet getrennte Platinen für seine Aufgaben als Server und Player. Dies kann man innerhalb der getesteten S-Linie mit einem weiteren S40 oder S30 ebenfalls realisieren. Dann benötigt man jedoch noch ein weiteres Netzteil S60 sowie die entsprechenden AC- und DC-Kabel und Stellflächen für die insgesamt fünf Komponenten der Antipodes S-Klasse. Preislich ist man dann auch beim K50 der zweiten Generation, in dem auch die aufwändige Ocxo-Clock R1i, ein beheizter Quarz-Ozillator, alle Ausgänge abgesehen vom USB-und LAN-Port neu taktet und von Jitter befreit. Dank meines PS-Audio-D/A-Wandlers bin ich begeisterter und überzeugter Nutzer des I2S-Ausgangs. Der K50 hievte das Klangniveau meine digitalen Audio-Kette auf ein Level, das weit über allem bekannten lag und mir bis heute enormes Hörvergnügen und audiophile Glückseligkeit beschert. Zur Perfektion war jedoch noch die Investition in ein Audioquest Dragon HDMI-Kabel für die I2S-Verbindung zu meinem PS-Audio Directstream-DAC unumgänglich.

Die Gruppe der digitalen Ausgänge gleicht der des K50
Die Gruppe der digitalen Ausgänge gleicht der des K50

Als ich die kostspielige Investition in den K50 machte, war mir klar, dass dieser nicht für alle Zeiten unverändert das Antipodes-Audio-Flaggschiff bleiben würde. Allein die Weiterentwicklung der Computerbords, die Antipodes Chef Mark Jenkins einsetzt, würde mehr und mehr Qualität ermöglichen. Dennoch, man muss ja nicht immer das neueste besitzen, wenn man glücklich und zufrieden Musik genießen kann. Was mich beim Anblick des Oladra irritiert und neugierig macht, ist folgendes: Das Design des Oladra, der seinen Namen von der schon in der S- und K-Linie angewandten Netzeil-Technologie bekam, ist weniger eckig und sachlich, sondern leicht schwungvoll abgerundet und deutlich weniger hoch als der K50. Mir schien, das hier bessere Technologie in einem modernen, chicen Gehäuse untergebracht wurde, das Panzerschrank-Innenleben des K50 erwartete ich hier nicht. Und nun lese ich, dass der Oladra stattliche 21 Kilo wiegt, fünf Kilo mehr als mein K50 und dies bei nur zwei Drittel Bauhöhe. Wie kommt das zustande? Den inneren Aufbau des Oladra konnte ich auf der HighEnd nicht erleben, obwohl ich Mark Jenkins danach fragte. Vielleicht wollte man die Vorserienmodelle nicht offen präsentieren. Ich gehöre zu den möglicherweise Altmodischen, für die das Gewicht eines Gerätes zumindest ein Qualitäts-Indikator ist. Und so bin ich gespannt zu erfahren, wie diese 31 Prozent mehr Gewicht bei gleichzeitig einem Drittel weniger Volumen zustande kommen.


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