tests/23-04-04_raidho
 

Raidho X1.6

04.04.2023 // Finn Corvin Gallowsky

Eine präzise Bühnendarstellung und ein eher rundes, warmes Tieftonprofil prädestiniert Lautsprecher gemeinhin für orchestrales Material. Dies wird zweifelsohne auch für die X1.6 gelten. Ich erwarte, dass ihre Gutmütigkeit in besonders geschmeidigen Klängen resultieren und ihre Auflösungsfähigkeit gleichermaßen das breitbandige Timbre von Orchestern herausarbeiten wird. Ob die Erwartung der Realität entspricht, finde ich mit Antonín Dvořáks 9. Sinfonie in der Einspielung des London Symphony Orchestra und Sir Colin Davis heraus. Ich bin zunächst doch überrascht von ihrer Autorität. Zwar hatte ich auch zuvor ab und an mal laut gehört, aber mit welcher Macht die doch recht kompakten Lautsprecher das Orchester abzubilden wissen, ist außergewöhnlich. Auch in Forte-Passagen sind die X1.6 weit entfernt von Kompressionsartefakten oder Angestrengtheit. Insbesondere die Blechsektion wird voller Attacke und explosiv reproduziert. Hier sind die X1.6 voll in ihrem Element. Scheinbar spielerisch und mit Leichtigkeit gelingt es ihnen, die akustisch hochkomplexe Materie in Wohlklang zu übersetzen. Wieder schaffen sie den Spagat zwischen angenehmer, zugänglicher Reproduktion der Aufnahme, ohne diese aber zu verfälschen, und einer detaillierten, ausgewogenen, aber an den richtigen Stellen auch fordernden und vor allem äußerst glaubwürdigen Abbildung der Orchesterinstrumente. Gerade das impulsive Ende des ersten Satzes ist ein Hochgenuss. Die fließende Geschmeidigkeit des zweiten Satzes und die Ausdrucksstärke der verschiedenen Instrumente im zweiten Satz ist gleichermaßen hinreißend. Das Durchhören verschiedenster Aufnahmen lässt mich die Tiefenstaffelung der Lautsprecher nochmals besser einordnen. Denn obwohl diese großzügig ist, bleibt ihr eigentlicher Glanzpunkt ihre Präzision. Es wird keinesfalls räumliche Tiefe vorgegaukelt, sondern entsprechend der Aufnahme wiedergegeben. Aufnahmen, die Räumlichkeit auf beeindruckende Weise einfangen, klingen dann auch genau so: beeindruckend.

In dieser Detailaufnahme sind die Leiterbahnen des Hochtöners gut erkennbar
In dieser Detailaufnahme sind die Leiterbahnen des Hochtöners gut erkennbar

STATEMENT

Die Raidho X1.6 stehen im Dienste der absolut ermüdungsfreien und maximal erfüllenden Musikwiedergabe. Sie spielen nicht nur gemessen an ihrer Größe dynamisch und einnehmend, mit eigenem Charakter und gleichermaßen beeindruckend schlüssig. Fast beiläufig liefern sie dabei eine der präzisesten Bühnendarstellung, die ich bisher in meinem Hörraum genießen durfte und unterschlagen kein einziges, noch so kleines musikalisches Detail.
Gehört mit
Router & Zubehör Fritzbox 7530, Netgear ProSAFE GS108 (mit Keces P3)
Server Roon ROCK (Intel NUC10i5FNH)
Transport Silent Angel Munich M1T 4GB (mit Keces P3)
Reclocker Mutec MC-3+ USB
DAC Mytek Brooklyn DAC+ (mit Ferrum HYPSOS), Soncoz SGD1 (mit iFi iDefender+)
Pre-Amp Violectric Pre V630
Endstufe NAD C 275BEE, IOTAVX PA3
Lautsprecher Magnat Quantum 807, Neumann KH 120 A
DAP FiiO M11 Plus ESS (FiiO Music App, Qobuz), HiBy R6 (HiBy Music App, Qobuz)
Smartphone Motorola One Zoom, 128GB, 4GB RAM, Android 10 (BubbleUPnP, Qobuz, HiBy Musikapp)
Kopfhörerverstärker iFi Micro iDSD Black Label
Kopfhörer Sennheiser HD 800 s, Beyerdynamic dt 880 black edition
In-Ears & Zubehör Vision Ears VE7, Vision Ears VE6 X2, Etymotic ER4SR, iFi IE-Match
Kabel Audioquest, Chord Company, Belden, Boaacoustic, Furutech, Glockenklang/Eupen, Sommer
Herstellerangaben
Raidho X1.6
Konzept Zweiwege Bassreflex mit Bassreflexport auf der Rückseite
Treiber 1 x Raidho Bändchen Hochtöner, 1 x 6,5” Raidho Ceramix Treiber
Trennfrequenz 3.500 Hertz
Frequenzgang 45Hz – 50.000 Hertz (+/-3dB)
Empfindlichkeit 87 dB 2,83 V/m
Nennimpedanz >6 Ohm
Empfohlene Verstärkerleistung >50 W (Obwohl laut Raidho auch mit Röhrendstufen gute Ergebnisse erzielt wurden)
Farben schwarzer oder weißer Klavierlack
Abmessungen (B/H/T) 200/360/265mm
Gewicht 11,5 Kilogramm
Preis 7.300 Euro

Hersteller/Vertrieb
Raidho Acoustics
Anschrift co/Dantax Radio A/S
Denmark
9490 Pandrup
Bransagervej 15
Telefon +45 98 24 76 77
E-Mail sales@raidho.dk‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬
Web raidho.dk


  • Cayin Pearl 30d und Pearl 30c

    Auf der HighEnd 2024 präsentierte Cayin zum 30-jährigen Marken-Jubiläum die Pearl Modelle. Dazu gehören der D/A-Wandler Pearl 30d und der CD-Transport Pearl 30c. Beide imponieren nicht allein durch ihre prachtvolle Erscheinung. Auch technisch sind sie enorm aufwändig. Da stellt sich besonders die Frage nach der Relevanz eines solchen CD-Laufwerks. Die HighEnd liegt nun beinahe zwei Jahre zurück. Als Cayin Deutschland-Chef Thomas Deyerling im Januar meine Anfrage nach einem Test dieser Kombi positiv beantwortete, war ich…
    10.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    Der erste, recht lange Artikel über Wilson Beneschs Prime Meridian System beschäftigte sich nur mit der Laufwerkseinheit, bestehend aus OMEGA Drive, ALPHA Drive, dem FrACTal Dämpfungssystem, in dem Motor und Tonarm montiert sind, und dem R1 Rack. Nun geht es neben der Vorstellung des Tonarms und des Abtasters endlich um den Klang des Plattenspielers. Dass der Plattenteller des Prime Meridian Systems von einem Motor mit dem anderthalbfachen Durchmesser einer Langspielplatte und damit vom größten Antrieb,…
    04.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System – eine Annäherung

    Den ersten Plattenspieler von Wilson Benesch beschrieb ich 1996, den zweiten zwei Jahre später. Da sollte es kein großes Ding sein, auch den dritten für einen Test zu bekommen. Dachte ich. War es dann aber doch – aus mehreren Gründen: Er ist ein wirklich großes Ding, wiegt über 350 Kilogramm, und das dazugehörige White Paper umfasst 138 Seiten. Dass das Prime Meridian System, wenn ich mich richtig erinnere, das bisher teuerste Testobjekt in der Geschichte…
    24.02.2026
  • Takumi TT level 2.1DC

    Der Niederländer Rik Stoet, bekannt durch Röhrenverstärker, die unter den Markennamen Heart und Stoet Kit vertrieben wurden, hat eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Die Entwicklung und Herstellung von Plattenspielern. Als mir der Takumi TT level 2.1DC Plattenspieler zum Test angeboten wurde war mein erster Gedanke: Endlich wieder Vinyl, endlich wieder analog. Nicht, dass mir das Testen von digitalen Audiokomponenten zu irgendeiner Zeit langweilig geworden wäre, aber das analoge Hören, der Umgang mit den Schallplatten,…
    17.02.2026
  • Gold Note HP-10 deluxe und PSU-10 Evo

    Der Gold Note HP-10 deluxe Kopfhörer-Verstärker spricht auf den ersten Blick eher den anspruchsvollen Nutzer an. Er bietet vielfältige Möglichkeiten, die in dieser Kombination wohl einzigartig sind. Anders als moderne Alternativen aus Fernost setzt Gold Note auf hochkarätige Analog-Technik. Nutzt der Bedienungskomfort auch der Klangqualität? Die Typenbezeichnung deluxe täuscht. Denn die zwei weiteren, preisgünstigeren Alternativen, der Gold Note HP-10 BT oder der HP-10 ohne jeglichen Zusatz, sind keineswegs weniger luxuriös. Ihnen fehlt nur etwas Ausstattung,…
    10.02.2026
  • Alluxity Int One mkII

    Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken. Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der…
    27.01.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.