tests/23-05-10_chord
 

Chord Electronics Ultima 6

10.05.2023 // Bert Seidenstücker

Einhundert und sechsunddreißig Takte in Es-Dur liegen in elektrischen Schwingungen gewandelt an den XLR-Eingängen des Endverstärkers an. Und während die Musik durch die trüben Fluten des Rheins zum gleichnamigen Gold am Grunde strebt, verstärkt eine Ultima 6 aus dem Hause Chord Electronics die Komposition von Richard Wagner.

Verwechselungsgefahr besteht nicht. Die Chord Ultima 6 hat ein eigenständiges wuchtiges Design, das schon aus der Ferne Wertigkeit symbolisiert
Verwechselungsgefahr besteht nicht. Die Chord Ultima 6 hat ein eigenständiges wuchtiges Design, das schon aus der Ferne Wertigkeit symbolisiert

Massiv steht die Chord Ultima 6 mit einer Breite von 45 /entimetern auf dem Regal. Wobei das eigentliche, wohl gefüllte Gehäuse etwas kompakter ausfällt. Verantwortlich für die stattlichen Außenabmessungen sind vier durchgehende, zylindrische Füße, die an Auslegern das massive Kabinett tragen. Weitere Geräte aus der Baureihe können problemlos, mit dem ausdrücklichen Segen der Company gestapelt werden. Ein eigenes Regal für Vor- und Endverstärker würde in diesem Fall obsolet. Und es gäbe einiges zu stapeln, da die Ultima-Baureihe derzeit aus acht Geräten besteht. Neben der Nr. 6 gibt es vier weitere Endstufen im Portfolio, wobei die Ultima 2 und die Ultima jeweils nur einen Kanal befeuern. Wird in das oberste Regal gegriffen und eine Kombination mit der Vorstufe Ultima Pre geordert, dann erleichtern drei Geräte mit einem Gesamtgewicht von 210 Kilogramm das Konto um fast 130.000 Euro. Folgerichtig ist in diesem Kreis die Nr. 6, mit einem Verkaufspreis von 9.000 Euro, das Einstiegsmodell.
Alles ist relativ.

Mit dem Vorverstärker Ultima Pre 3 gibt es innerhalb dieser Hierarchie die ähnlich bepreiste Ergänzung. Im Testumfeld wird die Nr. 6 ihren Input indes von einer schottischen Quelle bekommen, die zudem das Streaming von der heimischen Festplatte organisiert. Ein bewusster Bruch der üblichen Gepflogenheiten, wirbt die Ultima 6 doch mit ihren eigenständigen musikalischen Meriten. Denn technisch handelt es sich um eine herunter skalierte Version des oben erwähnten hauseigenen Referenz-Kraftwerkes. Aber bleiben wir zunächst beim Äußeren. Dieser Endverstärker ist, und das sei angemerkt, unabhängig von der aufgerufenen Kaufsumme, außerordentlich gut verarbeitet. Alles ist grundsolide und bis ins Detail fein gebaut. An einigen Stellen werden die Wandstärken des verwendeten Flugzeugaluminiums in Zentimetern gemessen. Sichtbare, schlüssig eingelassene Inbusschrauben fixieren den üppig dimensionierten Gehäusedeckel. Dass hier nichts resoniert, glaubt man den Entwicklern sofort. Wahrscheinlich manifestieren sich hier die Quellen, aus dem Chord Electronics bis heute schöpft. Denn mit der Entwicklung von Elektronik für die Luftfahrindustrie, die keine Kompromisse kennt, startete der Firmengründer John Franks seine Karriere. Mit seinem profunden Wissen über akkurate Stromversorgung im Gepäck gründete er 1989 in Südengland Chord. Zu Beginn hießen die Kunden des Elektroingenieurs BBC, Abbey Road oder Sony Music, später öffnete er das Unternehmen für den Endkundenmarkt, ohne den eigenen Anspruch an perfekte Qualität zu vernachlässigen. Chapeau, denn Alles, was sich anfassen und ansehen lässt, legt davon beredet Zeugnis ab.

Made in Britain ziert die Verpackung und die Ultima 6 ist für das Königreich ein würdiger Botschafter dieser Herkunftsbezeichnung
Made in Britain ziert die Verpackung und die Ultima 6 ist für das Königreich ein würdiger Botschafter dieser Herkunftsbezeichnung


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