tests/23-07-18_ferrum
 

Ferrum WANDLA

18.07.2023 // Finn Corvin Gallowsky

Mal abgesehen davon, dass das beigelegte Netzteil leichte Spulengeräusche von sich gibt, arbeitet WANDLA überraschend gut mit ihm
Mal abgesehen davon, dass das beigelegte Netzteil leichte Spulengeräusche von sich gibt, arbeitet WANDLA überraschend gut mit ihm

Schlussendlich möchte ich WANDLA in einer Kette hören, mit der ich inzwischen gut vertraut bin und die zu einer der Referenzketten in meinem direkten Umfeld gehört. Als Lautsprecher kommt ein Stereokonzept Prototyp zum Einsatz, den ich während der Entwicklung in verschiedenen Stadien hören konnte. Es ist ohne Frage einer der hochauflösendsten passiven Lautsprecher, die ich kenne. Als Quelle dient ein modifizierter High-End-Server ohne Anbindung ans Internet mit S/PDIF-Ausgang, ein Audiomat Maestro 4 Reference dient als Wandler und eine VTL 7.5 Series II Vorstufe versorgt eine Plinius SA103 Endstufe. Spaßeshalber lasse ich zunächst den WANDLA mit HYPSOS direkt an einer NAD M23 Class-D Endstufe gegen die Kombi aus Audiomat Wandler, VTL Vor- und Plinius Endstufe antreten. Der Preis dieser zwei Ketten steht in einem Verhältnis von knapp Faktor zehn. Der klangliche Unterschied spielt sich hingegen in Nuancen ab. Wie zu erwarten, spielt die deutlich teurere Kette mit einem höheren Grad an Realismus, lässt noch tiefer in den imaginären Raum hineinhören und offeriert die Musik emotionaler und etwas unbeschwerter. Die qualitative Nähe zur nur aus Wandler und Endstufe bestehenden Kette jedoch ist verblüffend. Kommt der WANDLA mit umgangener Lautstärkeregelung am VTL und mit dem Plinius zum Einsatz, steht er in direkter, nicht ganz fairer, Konkurrenz zum Audiomat-Wandler. In Raumbreite und -Tiefe geben sich die Wandler nahezu nichts. Auch in Detailfragen herrscht eine Pattsituation. Der Audiomat geht die Sache energetischer und eindringlicher an, während Transitionen zwischen Tönen mit dem WANDLA geschmeidiger ausgeführt werden, aber das Klangbild insgesamt weniger energetisch wirkt. Nach dem Umschalten des Linear-Phase-Filters auf das Minimum-Phase-Filter oder das Gaussian-Filter wird der Abstand zwischen WANDLA und Audiomat nochmals kleiner. Bei Cécile McLorin Salvants „Le Mal de Vivre“ vom Album For One to Love zeigt sich dann aber doch die Überlegenheit des mindestens dreimal teureren Audiomat. Wieder verfügt die Wiedergabe über das schwer zu beschreibende „Mehr“ an Körperhaftigkeit, Realismus und Geschmeidigkeit. Dass sich der WANDLA in seinen Grundfähigkeiten ohne Schwierigkeiten mit einem Wandler dieser Preisklasse messen kann, beweist nochmals, wie gut Ferrum den ESS-Chip im Griff hat und jedes letzte Quäntchen Wiedergabequalität aus ihm herauszuholen weiß. Für Ketten im unteren bis mittleren fünfstelligen Preissegment ist WANDLA eine absolut sichere Wahl, als Einstieg sowieso. Insbesondere seine integrierte Vorstufe sollte nicht unterschätzt werden. In vielen Fällen dürfte ein zusätzlicher Vorverstärker überflüssig bleiben. So lassen sich wunderbar platzsparende Systeme realisieren, die dennoch genügend Optionen für die Kombination verschiedener Komponenten lassen. Dies ist ein Aspekt des WANDLA, auf den ich bisher noch überhaupt nicht eingegangen bin. Während viele hochwertige Audioprodukte auch viel Platz beanspruchen, konzentriert er seine Qualitäten auf kleinster Fläche.

STATEMENT

WANDLA ist ein nicht nur musikalisch auf ganzer Linie überzeugender DAC voller Innovationen mit fantastischer Verarbeitung, eigenständigem, kompakten und zeitlosen Design zu einem mehr als fairen Preis aus europäischer Entwicklung und Fertigung. Was will das audiophile Herz mehr? Die Ingenieure von Ferrum haben mit dem WANDLA ihr Meisterstück geschaffen.
Gehört mit
Router & Zubehör Fritzbox 7530, Netgear ProSAFE GS108 (mit Keces P3)
Server Roon ROCK (Intel NUC10i5FNH)
Transport Silent Angel Munich M1T 4GB (mit Keces P3)
Reclocker Mutec MC-3+ USB
DAC Mytek Brooklyn DAC+ (mit Ferrum HYPSOS), Soncoz SGD1 (mit iFi iDefender+)
Pre-Amp Violectric Pre V630
Endstufe NAD C 275BEE, IOTAVX PA3
Lautsprecher Magnat Quantum 807, Neumann KH 120 A
DAP FiiO M11 Plus ESS (FiiO Music App, Qobuz), HiBy R6 (HiBy Music App, Qobuz)
Smartphone Motorola One Zoom, 128GB, 4GB RAM, Android 10 (BubbleUPnP, Qobuz, HiBy Musikapp)
Kopfhörerverstärker iFi Micro iDSD Black Label
Kopfhörer Sennheiser HD 800 s, Beyerdynamic dt 880 black edition
In-Ears & Zubehör Vision Ears VE7, Vision Ears VE6 X2, Etymotic ER4SR, iFi IE-Match
Kabel Text
Herstellerangaben
Ferrum WANDLA
Aufbau Vollsymmetrisch, proprietäre IC-basierte Leistungsverstärker
DAC-Chip ESS Sabre ES9038PRO
Eingansformate PCM 768kHz/32bit, DSD 256
Digitaleingänge AES/EBU (bis zu 196kHz/24bit, DoP 64), S/PDIF optisch (bis zu 196kHz/24bit, DoP 64), S/PDIF koaxial (bis zu 196kHz/24bit, DoP 64), USB-C (bis zu 768kHz/32bit, DSD 256), ARC (bis zu 192kHz/24bit), TV-Input mit CEC, I2S (bis zu 768kHz/32bit, DSD 256), PS Audio® kompatibel
MQA® Decoder und Renderer (für alle digitalen Inputs)
Analogeingänge RCA
Vmax Analogeingang 9,5V RMS (2 – 3,5V RMS empfohlen)
Impedanz Analogeingang 47kΩ
Lineausgänge symmetrisch XLR; unsymmetrisch RCA
Lautstärkeregelung Analog mit Bypass-Option / digital nur für den DAC-Betrieb
Ausgangspegel @0dBFS, 1kHz Sinus, 9,3V RMS symmetrisch, 4,65V RMS unsymmetrisch
Frequenzgang 10Hz – 200kHz +/- 0,1dB
DAC THD -121dB (0,00009%); THD+N: -115dB (ungewichtet)
Analogeingang THD -123dB @ 2V RMS Ausgangspegel
Dynamikumfang 127dB (A-gewichtet)
Crosstalk -120dB für 1kHz, besser als -100dB für 20Hz -20kHz
Ausgangsimpedanz 22Ω unsymmetrisch, 44Ω symmetrisch
Stromverbrauch 10W Leerlauf / 15W maximal
Stromeingänge 5,5/2,5 mm DC-Buchse Center-Pin positiv, proprietärer FPL 4-pin DC-Verbinder (FPL), 22-30VDC
Netztteil 100-240 VAC zu 24VDC
Abmessungen 21,7 x 20,6 x 5 cm (BxTxH)
Gewicht 1,8 kg
Preis 2.795 Euro

Vertrieb
HEM Electronics Marcin Hamerla
Anschrift Aleje Jerozolimskie 475
05-800 Pruszków
Poland
Telefon +48 22 823 7238
E-Mail info@hem-e.com
Web ferrum.audio


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